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Kaffee und Globuli – ein gutes Team?

Er ist das Lieblingsgetränk der Österreicher:innen und daher hat der Österreichische Kaffeeverband vor 22 Jahren den 1. Oktober als „Tag des Kaffees“ auserkoren. Zur Feier des Tages wollen wir uns kurz dem Thema Globuli und Kaffee widmen!

Kaffee und Homöopathie, das verträgt sich nicht unbedingt. Denn Kaffee gilt seit jeher als Störfaktor, der die Wirkung homöopathischer Arzneimittel negativ beeinträchtigen kann. Bis in die heutige Zeit versteht man in der Medizin unter Antidot ein Gegengift, das eine andere Substanz unschädlich oder ausscheidbar machen soll. In der Homöopathie hingegen bezeichnet man als Antidot einen Stoff, der die Wirkung eines zuvor gegebenen homöopathischen Arzneimittels beeinträchtigen kann. Zu den bekanntesten Antidoten in der Homöopathie zählen Kampfer, Menthol, Pfefferminze – und eben Kaffee.

Hahnemann auf den Spuren von Kaffee

Schon früh erkannte Dr. Hahnemann, dass manche Lifestyle-Faktoren, insbesondere in der Ernährung, den Heilungsverlauf behindern können. Besonders Kaffee galt für ihn als Hindernis für eine Genesung. Kaffee wurde früher zwar nicht so viel getrunken, wie heute – dennoch wurde er in Herrschaftshäusern wie auch von der Landbevölkerung gerne konsumiert.

Er untersuchte die Wirkung auf Gesunde und fand, dass Kaffee verschiedene Arzneimittel negativ beeinflusst, wie beispielsweise von Causticum, Chamomilla, Conium, Ipecacuanha, Nux vomica, Opium, Rhus toxicodendron oder Veratrum album. Manche seiner Nachfolger sahen im Kaffee sogar ein allgemeines Antidot gegen sämtliche homöopathische Mittel.

Potenzielle Antidoten im Hinterkopf haben

Grundsätzlich war der regelmäßige Kaffeegenuss seiner Patienten für Hahnemann aber kein Hindernisgrund, die Behandlung aufzuschieben. Viele Erfahrungen zeigen, dass korrekt gewählte Homöopathika trotz Kaffeekonsum wirken können.

Allerdings sollte die Reaktion des Organismus auf die Mittelwirkung genau beobachtet werden. Bleibt diese aus, kann über eine veränderte Potenzstufe des Mittels oder durch eine häufigere Gabe versucht werden, die Umstimmungskraft des Mittels zu aktivieren. Allerdings sollte man die möglichen störenden Einflüsse des Kaffees und auch anderer potenzieller Antidote dabei immer im Hinterkopf behalten.

Coffea cruda – der Kaffee in der Homöopathie

Coff ist indiziert bei überempfindlichen Patienten, die übermäßig auf Lärm, Emotionen, Freude und sogar Schmerzen reagieren; alle Reaktionen sind übertrieben. Diese Patienten sind sehr nervös, gereizt und ängstlich. Viele der psychischen und körperlichen gesundheitlichen Probleme unserer modernen Gesellschaft sind unter anderem auf den Missbrauch von Kaffee zurückzuführen. Diese Tatsache ist eine weitere Darlegung der Ähnlichkeitsregel: eine Substanz muss in der Lage sein, beim Gesunden hervorzurufen, was ist beim Kranken heilen kann.

Kaffee erhöht die Reizbarkeit der Nerven und erzeugt Übererregtheit und Überempfindlichkeit, auch die speziellen Sinne werden überempfindlich, Gemütsbewegungen, besonders plötzliche Freude und angenehme Überraschungen lösen Symptome aus. Schmerzen, aber auch Berührung, Geräusche und Gerüche können unerträglich werden. Schmerzen, die nicht auszuhalten sind und zur Verzweiflung treiben. Passt auf hochgewachsene schlanke Personen mit gebeugter Körperhaltung und dunklem Teint, oftmals von cholerischem Temperament.

Indikationen

Auslösende Faktoren

  • Angst
  • Liebeskummer
  • Beleidigung, Verlegenheit
  • Aufregung; bei Kindern, Beschwerden, nachdem sie zu aufgeregt gespielt haben, können z. B. danach nicht schlafen oder kriegen Ohrschmerzen
  • Freude, übermäßiges Lachen
  • Überraschung
  • Stress
  • Gewalt erleben, sehen oder davon hören
  • Müdigkeit
  • Langes Reisen
  • Übermäßiges Trinken von Kaffee, Alkohol, Rauchen, Tee

Charakteristika

  • Hysterisches, nervöse Konstitution
  • Überempfindlichkeit gegen Schmerzen, weint vor Schmerzen
  • Überempfindlichkeit aller Sinne: Sicht, Geruch, Gehör, Berührung, Geschmack
  • Kopfschmerzen, als ob ein Nagel in den Parietalknochen geschlagen wird
  • Zahnschmerzen
  • Schlaflos vor lauter Plänen und Ideen
  • Schlaflos – liegt mit geschlossenen Augen, ohne Schlaf zu finden; hört das kleinste Geräusch oder wird dadurch ständig geweckt
  • Inneres Frösteln

Achtung bei Globuli mit Xylit – bitte keinesfalls für Hunde!

Üblicherweise werden Globuli aus Saccharose hergestellt, die keine Gefahr für Tiere darstellt. Im Sommer gab es in den sozialen Medien ziemliche Aufregung um Xylit in Globuli, da Xylit für Hunde giftig ist. Es gab zahlreiche Anfragen bei den Tierärzt:innen der ÖGVH – Österreichische Gesellschaft für veterinärmedizinische Homöopathie, weshalb wir auch an dieser Stelle darüber informieren wollen.

Birkenzucker (Xylit; E967) ist ein Zuckeralkohol, der natürlich in der Birkenrinde (daher der Name), aber auch in verschiedenen Obst- und Gemüsesorten (Erdbeeren, Kohl …) vorkommt. Für Menschen ist er ungefährlich und liefert ca. 40 Prozent weniger Kalorien als Haushaltszucker. Daher ist Xylit in den letzten Jahren als Zuckeralternative sehr beliebt geworden. Er wird daher in Kaugummi, Babynahrung, Getränken, Zahnpasten, Diätnahrung, Süßspeisen, aber auch in einzelnen seltenen Fällen als Trägerstoff für Globuli eingesetzt.

WICHTIG: Für Hunde (aber auch andere Tiere wie Frettchen, Kaninchen und Ziegen) ist Xylit schon in sehr geringen Mengen (0,1 g pro kg Körpergewicht) gesundheitsschädigend und kann sogar tödlich sein!!!

Anders als beim Menschen führt Xylit bei Hunden zu einer massiven Insulinausschüttung, die bereits nach kurzer Zeit (ca. 15-30 min) zu einer starken Unterzuckerung führt. Daher ist möglichst schnelle Behandlung durch einen Tierarzt lebensnotwendig!

Für Hunde (aber auch andere Tiere wie Frettchen, Kaninchen und Ziegen) ist Xylit schon in sehr geringen Mengen (0,1 g pro kg Körpergewicht) gesundheitsschädigend und kann sogar tödlich sein!!!
Dr. Désirée Prokop, Kleintierärztin mit Zusatzausbildung in Homöopathie

Xylit als Zuckeralternative – bitte achten Sie auf ihre Tiere

Dr. Désirée Prokop, Kleintierärztin mit Zusatzausbildung in Homöopathie, schildert: „Schon nach kleinsten Mengen Xylit kommt es zu Blutzuckerabfall, der Hund wird schwach und apathisch. Es kann zu Durchfall, Erbrechen, Krämpfen, einer Erhöhung der Leberwerte und auch zum Tod kommen. Leider sehen wir solche Fälle in den letzten Jahren immer häufiger in unserer Praxis, da in immer mehr Produkten auf diesen Zuckerersatz zurückgegriffen wird. Wichtig ist es daher, die Tierbesitzer gut aufzuklären!“

Häufigste Ursache für Vergiftung mit Xylit sind Nahrungsmittel, die vom Hund aufgenommen werden. Wenn man selbst Birkenzucker verwendet, sollte dieser immer unbedingt unerreichbar für Vierbeiner aufbewahrt werden. Denken Sie bitte auch an die Möglichkeit, dass z.B. auch Kinder manchmal gerne mit ihren Lieblingen Kuchen (o.ä.) teilen bzw. an Hunde, die „wie ein lebender Staubsauger“ alles aufnehmen, was sie so am Boden (auch in Lokalen) finden können!

Putzen Sie die Zähne ihres Hundes nur mit dafür vorgesehener Hundezahnpasta, nie mit einer für den Menschen! 

Achten Sie auch bei Medikamenten (wie Globuli) darauf, dass diese kein Xylit enthalten!

Xylit muss vom Hersteller gekennzeichnet werden

Xylit als Trägerstoff für Globuli ist zwar die Ausnahme. Laut Kennzeichnungsverordnung müssen jegliche Inhaltsstoffe, somit auch Hilfsstoffe wie Xylit, von den Herstellern auf der äußeren Kennzeichnung aufgeführt werden. Dr. Prokop dazu: „Achten Sie also genau auf die Trägersubstanz der Globuli, die Sie Ihren Tieren verabreichen und wenden Sie sich bei Fragen an Ihren (homöopathisch arbeitenden) Tierarzt. Auch wenn die enthaltene Menge an Xylit pro Globulus sehr gering ist, kann eine häufige Gabe vor allem bei sehr kleinen Hunden zu oben genannten Symptomen führen!“

Kosteneffektivität einer homöopathischen Begleitbehandlung bei wiederkehrender Mandelentzündung

Homöopathie ist kosteneffektiv – mehrere Studien haben sich in den letzten Jahren mit diesem Thema bereits beschäftigt. Eine wichtige Studie aus Deutschland aus dem Jahr 2021 beschreibt nun auch das HRI-Studien-Monitor. Es handelt sich dabei um eine modellbasierte ökonomische Evaluation, die die Kosteneffektivität eines homöopathischen Arzneimittels bei wiederkehrender Tonsillitis (Mandelentzündung) analysiert. Dies unter der Maßgabe, dass das Homöopathikum ergänzend zur konventionellen Behandlung eingesetzt wird. Diese Evaluation wurde als eine Goldstandard-Studie klassifiziert.   

Worum geht es in der Studie und was ist der Mehrwert einer homöopathischen Behandlung?

Die Studie „Kosten-Effektivitäts-Analyse einer homöopathischen Begleitbehandlung bei rezidivierender Mandelentzündung„ von Dr. Thomas Ostermann, Institut für Psychologie und Psychotherapie, Universität Witten/Herdecke, Deutschland gemacht.

Infektionen der oberen Atemwege machen 60 Prozent der Antibiotikaverordnungen in der Primärversorgung aus, obwohl die überwiegende Mehrheit dieser Infektionen durch Viren verursacht wird, gegen die Antibiotika nicht wirken (Fixsen A. Homeopathy in the age of antimicrobial resistance: is it a viable treatment for upper respiratory tract infections? Homeopathy 2018;107:99-114.). Angesichts des Risikos einer antimikrobiellen Resistenz in der heutigen Gesundheitsversorgung ist dies kritisch. Im Jahr 2019 gab es in der Europäischen Union bereits 865.767 Infektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien.

Die unangemessene Verschreibung von Antibiotika ist auch ein Problem bei akuten und wiederkehrenden Mandelentzündungen (Spinks A, Glasziou PP, Del Mar CB. Antibiotics for sore throat. Cochrane Database Syst. Rev. 2013;11; CD000023). Um dies zu vermeiden, kann der Einsatz von Homöopathie begleitend zur konventionellen Behandlung eine therapeutische Option sein. Dieser Ansatz wird durch eine Studie aus dem Jahr 2017 unterstützt. Diese zeigte, dass das homöopathische Komplexmittel SilAtro-5-90 (SilAtro-5-90 ist ein homöopathisches Komplexarzneimittel, das aus fünf Einzelmitteln besteht, die sich besonders für die Behandlung von akuten und wiederkehrenden Mandelentzündungen eignen) ergänzend zur konventionellen Therapie bei der Behandlung von rezidivierenden Mandelentzündungen wirksam war (TocTo-Studie).

Anhand der Ergebnisse der TocTo-Studie sollte in der aktuellen Analyse die Kosteneffektivität einer zusätzlichen homöopathischen Behandlung zur üblichen Versorgung ermittelt werden. (Palm J, Kishchuk VV, Ulied A, Perotti Fernández J, De Jaegere S et al. Effectiveness of an add-on treatment with the homeopathic medication SilAtro-5-90 in recurrent tonsillitis: An international, pragmatic, randomized, controlled clinical trial. Complement. Ther. Clin. Pract. 2017;28:181-191). Die TocTo-Studie zeigte, dass die Zahl der Patienten mit mindestens einer wiederkehrenden Mandelentzündung bei Patienten, die zusätzlich zur üblichen symptomatischen Behandlung das homöopathische Kombinationsmittel SilAtro-5-90 erhalten hatten, deutlich geringer war als bei Patienten, die nur die übliche symptomatische Behandlung erhalten hatten.

Wie wurde die Studie durchgeführt? 

Das Hauptziel der Studie bestand darin, die inkrementellen Kosten pro akuter Halsinfektion zu ermitteln, die vermieden werden konnten, wenn es ergänzend zur üblichen Medikation eine homöopathische gab. Das „inkrementelle Kosten-Effektivitäts-Verhältnis” ist ein wichtiges Maß in der gesundheitsökonomischen Forschung, mit dem die Kostenwirksamkeit bewertet wird. Zur Berechnung dieses Wertes wurden die zusätzlichen Kosten, die durch eine zusätzliche Behandlung mit SilAtro-5-90 zur herkömmlichen symptomatischen Behandlung (HOM-Gruppe) entstehen, mit den Kosten verglichen, die bei einer alleinigen symptomatischen Behandlung (CON-Gruppe) anfallen; dieser Wert wurde dann ins Verhältnis zur Anzahl der vermiedenen akuten Halsinfektionen in der HOM-Gruppe im Vergleich zur CON-Gruppe gesetzt.

Zu diesem Zweck wurde eine modellgestützte ökonomische Evaluation erstellt. Sie verglich die Kosteneffizienz der Maßnahmen, um das Wiederauftreten von akuten Halsinfektionen zu verringern für 1. SilAtro-5-90 in Verbindung mit der üblichen symptomatischen Behandlung und 2. die übliche symptomatische Behandlung allein. Die Schätzungen für das Wiederauftreten wurden aus der TocTo-Studie übernommen.

Das Modell repräsentiert eine Population von Kindern und Erwachsenen mit mäßig rezidivierender Tonsillitis in Deutschland über zwei Jahre.

Homöopathie und Mandelentzündung – was sind die wissenschaftlichen Ergebnisse? 

Bei Kindern unter 12 Jahren ist die zusätzliche Behandlung mit SilAtro-5-90 immer kosteneffizient, d. h. sie verringert die Zahl der akuten Halsentzündungen zu geringeren Kosten als die konventionelle Behandlung allein.

Bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren verursacht die ergänzende Behandlung mit SilAtro-5-90 zusätzliche Kosten in Höhe von 157 Euro für die Vermeidung einer akuten Halsinfektion. Diese Kosten betreffen die Gesellschaft als Ganzes, einschließlich der Kosten für die Krankenversicherungen und die Patienten. In dieser Altersgruppe wird die zusätzliche Behandlung mit SilAtro-5-90 kosteneffektiv, wenn die Patienten im vorangegangenen Jahr mehr als drei akute Halsinfektionen hatten.

Warum sind die Ergebnisse dieser Studie wichtig?

Die Ergebnisse zeigen, dass bei Kindern unter 12 Jahren ergänzend zur üblichen symptomatischen Behandlung eine Behandlung mit SilAtro-5-90 eine wertvolle Behandlungsoption sein kann: Sie verringert die Zahl der akuten Halsinfektionen zu geringeren Kosten, unabhängig vom Schweregrad der wiederkehrenden Mandelentzündung. Die Studie zeigt auch, dass SilAtro-5-90 eine vielversprechende zusätzliche Behandlungsoption für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren mit „schwerer” wiederkehrender Mandelentzündung sein kann. Bei diesen Patienten, die mehr als drei akute Halsinfektionen pro Jahr erleiden, kann SilAtro-5-90 dazu beitragen, eine Tonsillektomie (vollständige Entfernung der Mandeln, die häufigste Behandlung solcher Fälle) zu vermeiden. Eine Tonsillektomie ist nicht nur teuer, sondern birgt auch ein kleines, aber ernstes Blutungsrisiko und ist für Erwachsene besonders schmerzhaft.

Die begleitende Behandlung mit SilAtro-5-90 kommt nicht nur den einzelnen Patienten zugute, indem sie die Zahl ihrer akuten Halsinfektionen verringert, sondern auch dem Gesundheitssystem und der Gesellschaft: Jede vermiedene Halsinfektion reduziert den Einsatz von Antibiotika, was wiederum die Gefahr der Antibiotikaresistenz verringert.

Was trägt diese Studie zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen bei? 

Schon mehrere Studien haben die Kosteneffizienz der Behandlung von Tonsillitis untersucht, doch dies ist die erste Studie, die die Kosteneffizienz einer zusätzlichen homöopathischen Behandlung für diese Erkrankung analysiert. Ökonomische Evaluationen werden für Entscheidungen im Gesundheitswesen benötigt, und es sind dringend mehr qualitativ hochwertige Studien in diesem Bereich erforderlich (Viksveen P, Dymitr Z, Simoens S. Economic evaluations of homeopathy: a review. Eur J Health Econ. 2014 Mar;15(2):157-74.)

Die vorliegende Analyse, die einen Modellierungsansatz verwendet, leistet einen wesentlichen Beitrag, um diese Lücke zu schließen. In einer kürzlich durchgeführten Literaturübersicht, die die Qualität von 44 ökonomischen Evaluationen anhand einer validierten Qualitätscheckliste untersuchte, wurde diese Studie als eine modellbasierte ökonomische Evaluation mit „Goldstandard“ beschrieben und erhielt – als eine von zwölf Arbeiten – die höchste Punktzahl (Cannon JW, Wyber R. Modalities of group A streptococcal prevention and treatment and their economic justification. NPJ Vaccines 2023;8:59.)

Wo wurden die Ergebnisse veröffentlicht?

Ostermann T, Park A-L, De Jaegere S, Fetz K, Klement P, Raak C, McDaid D. Cost-effectiveness analysis for SilAtro-5-90 adjuvant treatment in the management of recurrent tonsilitis, compared with usual care only. Cost Eff Resour Alloc 2021;19:60.

Prof. Dr. Stephan Baumgartner: Neueste Erkenntnisse aus der Homöopathie-Forschung

In diesem Interview stellt der Physiker Prof. Dr. Stephan Baumgartner von den Universitäten Witten/Herdecke und Bern einige wichtige Ergebnisse aus seiner 25-jährigen Grundlagenforschung zu homöopathischen Potenzen vor.

Auf der 5. Internationalen Forschungskonferenz des Homeopathy Research Instituts (HRI) vom 16.-18. Juni 2023 in London kamen die wichtigsten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Bereich der Homöopathie-Forschung zu Wort. Die 61 Forscherinnen und Forscher präsentieren ihre neuesten Erkenntnisse aus vielen Bereichen der Wissenschaft, etwa der klinischen und veterinärmedizinischen Forschung und der Grundlagenforschung. Die Teilnehmenden kommen aus 27 Nationen. Einer der Referenten war Prof. Dr. Stephan Baumgartner – wir haben hier ein kurzes Interview mit dem renommierten Wissenschafter.

Prof. Baumgartner, sind spezifische Wirkungen potenzierter Substanzen naturwissenschaftlich nachvollziehbar?

Prof. Baumgartner: Wissenschaft speist sich aus zwei Quellen: Beobachtungen und Theorien. Auf der Beobachtungsseite liegen aus meiner Perspektive viele sehr interessante experimentelle Phänomene vor, die deutlich darauf hinweisen, dass potenzierte Substanzen Effekte hervorbringen, die spezifisch sind, d.h. sich von Placebo unterscheiden. Auf der Theorieseite gibt es auch einige interessante Ansätze, wie solche Wirkungen zu verstehen sein könnten, nur ist die Wissenschaft hier deutlich weniger weit. Aus meiner Sicht rufen die empirischen Beobachtungen nun aber quasi danach, sich vertieft mit möglichen Erklärungsansätzen zu beschäftigen.

Warum sind die Ergebnisse Ihrer Forschung nicht mit der Hypothese in Einklang zu bringen, dass es sich bei homöopathischen Präparaten um reine Placebos handelt?

Prof. Baumgartner: Wir haben in vielen unterschiedlichen Experimenten Effekte von homöopathischen Präparaten beobachtet, die sich von einem entsprechenden Placebo unterscheiden. Diese Experimente wurden alle mehrfach wiederholt und verblindet durchgeführt, d.h. die Experimentierenden wussten nicht, ob sie gerade ein homöopathisches Präparat oder Placebo im Experiment untersuchten. Insgesamt haben wir in rund 15 unterschiedlichen experimentellen Modellen Effekte über Placebo hinaus beobachtet. Außerdem gibt es erste Hinweise darauf, dass die Auswirkungen spezifisch für den physiologischen Zustand der Labororganismen sind. So reagieren etwa ungeschädigte Wasserlinsen auf potenziertes Gibberellin, ein Wachstumshormon, während mit Arsen vorgeschädigte Wasserlinsen auf potenziertes Arsen reagieren, aber nicht auf potenziertes Gibberellin.

In ausgedehnten verblindeten und randomisierten Experimentreihen ergibt sich wiederholt deutliche empirische Evidenz für spezifische Wirkungen von auch hochverdünnten homöopathischen Potenzen. Wie haben Sie dies festgestellt?

Prof. Baumgartner: Hier haben wir eine bestimmte Art von Experimenten wiederholt und wiederholt, um die Reproduzierbarkeit zu untersuchen. So wurden die Auswirkungen von potenziertem Zinn in einer D30 auf den Stoffwechsel von Kresse in insgesamt 35 unabhängigen Experimenten an drei Laborstandorten durch zwei Wissenschaftler in zwei Ländern untersucht. Mittlerweile sind noch 8 weitere Experimente in einem weiteren Labor durch zwei weitere Wissenschaftlerinnen dazugekommen. Solche Untersuchungen macht man, um festzustellen, wie reproduzierbar diese Effekte sind. So findet man auch Einflussfaktoren, die essenziell für das Auftreten einer Wirkung von homöopathischen Präparaten sind.   

Stellt sich die Frage nach dem Wirkprinzip. Wie werden Sie diese wissenschaftlich noch offene Frage angehen?

Prof. Baumgartner: Hier verfolgen wir im wesentliche zwei Ansätze. So werden wir verstärkt auch physikalische Messungen an homöopathischen Präparaten durchführen, um deren molekulare Struktur noch genauer zu charakterisieren und aufzuklären. Ein anderer Ansatz besteht darin, potenzierte Präparate gezielt verschiedenen Einflüssen auszusetzen, wie etwa Mikrowellenstrahlung, Hitze etc., um dann in Experimenten mit lebendenden Organismen festzustellen, welche äußeren Einflüsse die Wirkung dieser Präparate aufheben und welche nicht. Daraus kann man dann Rückschlüsse auf das zugrunde liegende Wirkprinzip ziehen.

Wir danken Prof. Dr. Baumgartner für das Gespräch!

 

https://youtu.be/Z7EF82p26yY

So hilft Homöopathie bei Wetterfühligkeit

Regen, Sonne, Wind und manchmal auch Schnee. Nicht nur der April ist bekannt für seine Wetterumschwünge, die einem schnell mal zu Kopf steigen können. Doch die Homöopathie kann uns dabei unterstützen, diese Wetterumschwünge besser zu verarbeiten. Wir haben Dr. Erfried Pichler um ein paar hilfreiche Tipps bei Wetterfühligkeit gebeten.

Mit den ersten Sonnenstrahlen sind nicht nur die Frühlingsgefühle da, sondern auch das wechselhafte Wetter. Plötzliche Temperaturschwankungen, wie sie nicht nur im April oft vorkommen, können zu allerlei gesundheitlichen Problemen führen. Wetterfühligkeit, auch als meteorosensible Reaktion bezeichnet, bezieht sich auf die körperlichen und psychischen Symptome, die einige Menschen aufgrund von Wetterveränderungen erfahren können. Wenn das Wetter sich ändert, insbesondere wenn es zu plötzlichen Temperaturschwankungen oder Veränderungen des Luftdrucks kommt, kann dies Auswirkungen auf den Körper haben.

Manche Menschen sind besonders empfindlich auf solche Wetterveränderungen und können Symptome wie Kopfschmerzen, Migräne, Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Reizbarkeit oder depressive Verstimmungen entwickeln. Die genauen Ursachen der Wetterfühligkeit sind nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass sie auf eine Überreaktion des Nervensystems auf Umweltreize zurückzuführen ist. Obwohl es keine „Heilung” für Wetterfühligkeit gibt, können Betroffene bestimmte Maßnahmen ergreifen, um ihre Symptome zu lindern und ihre Lebensqualität zu verbessern. Gewisse Entspannungstechniken, regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und eine gesunde Ernährung können dabei helfen, die Auswirkungen des Wetterumschwungs zu minimieren. Es ist auch wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Homöopathie bei Wetterfühligkeit

Fakt ist: Wetterumschwünge belasten uns, unseren Alltag und unseren Körper. Doch mit dem ein oder anderen homöopathischen Arzneimittel kann man sich hilfreiche Unterstützung suchen. Und nicht nur das. Auch vorbeugend kann man einiges tun, um wetterbedingte Kopfschmerzen zu lindern bzw. mitunter auch zu verhindern.

Wir haben bei Dr. Erfried Pichler, Mitglied des Fachbeirats der Initiative „Homöopathie hilft!“ um ärztliche Tipps rund um das Thema Wetterfühligkeit gebeten.

Dr. med. Erfried Pichler über die „Faszination Homöopathie” und seine Zukunftsvisionen
Dr. med. Erfried Pichler
gibt Tipps gegen Wetterfühligkeit
© beigestellt

Dr. Pichler, was empfehlen Sie allgemein den Menschen, die unter Wetterfühligkeit leiden?

Dr. Pichler: „Personen, die empfindlich auf Wetterveränderungen reagieren, sollten ihre Aktivitäten an Tagen mit starken Wetterumschwüngen entsprechend anpassen und darauf achten, dass sie nicht zu viel Stress auf ihren Körper ausüben. Eine moderate körperliche Betätigung im Freien kann helfen, den Kreislauf in Schwung zu bringen und den Körper auf die Wetterbedingungen vorzubereiten. Kälte kann im Körper Stress auslösen, weshalb es wichtig ist, angemessene Kleidung zu tragen und den Körper langsam an kältere Temperaturen zu gewöhnen, um die stressprovozierende Reaktion auf Kälte zu minimieren. Wechselduschen, Saunabesuche und sogar Eisbäder können auch helfen, den Körper widerstandsfähiger gegen Wetterveränderungen zu machen.

Eine ausgewogene Ernährung ist ebenfalls wichtig, um den Körper mit den notwendigen Nährstoffen zu versorgen und ihn auf die Herausforderungen der Wetterumschwünge vorzubereiten. Neben Nahrungsergänzungsmitteln und Vitaminen können auch homöopathische Arzneimittel hilfreich sein, um das Immunsystem zu stärken und den Körper widerstandsfähiger gegen Wetterfühligkeit zu machen.”

Was tun bei wetterbedingten Kopfschmerzen?

Dr. Pichler: „Es ist ratsam, Stimulanzien wie Kaffee zu meiden und während des Tages kleine Pausen einzulegen, um Überanstrengung zu vermeiden. Eine ausreichende Schlafmenge ist ebenfalls wichtig, um den Körper ausgeruht und widerstandsfähig zu halten. Ein Wettertagebuch kann gut helfen, indem es den Zeitpunkt von Kopfschmerzen und Migräne-Anfällen sowie das Wetter zu diesem Zeitpunkt aufzeichnet. Durch diese Aufzeichnungen kann man nach einer gewissen Zeit erkennen, welche Wetterbedingungen am häufigsten Kopfschmerzen oder Migräne-Anfälle auslösen.”

Wenn es schlimmer ist und man bereits den ein oder anderen Migräne-Anfall hat? Wie kann einem da die Homöopathie helfen?

Dr. Pichler: „Homöopathisch gibt es eine Reihe von Medikamenten, allen voran Rhus toxicodendron. Dieses homöopathische Arzneimittel wird aus dem „behaarten Giftsumach“ gewonnen, einer Pflanze, die vor allem in Nordamerika beheimatet ist. In einer mittleren Potenz (C 30, 1-2 Mal täglich, 5 Globuli) eingenommen, hat es oft eine ausgezeichnete Wirkung auf unseren Körper, vor allem bei akuten Schmerzen des Bewegungsapparates aber auch um grippale Infekte und damit einhergehendes Kopfweh zu behandeln. Beim Wetterumschwung ist dieses Homöopathika vor allem dann hilfreich, wenn das warme Wetter in ein nass-kaltes Wetter umschlägt.”

Mit welchem homöopathischen Arzneimittel kann man den Kreislauf stärken?

Dr. Pichler: „Ein homöopathisches Arzneimittel, das oft bei Kreislaufkollaps eingesetzt wird, ist Veratrum album. Dieses Arzneimittel wird aus der Wurzel des weißen Germers gewonnen und hat nachweislich positive Auswirkungen auf das Nervensystem, die Blutgefäße und die Verdauung. Neben der Verwendung von homöopathischen Arzneimitteln gibt es auch andere Möglichkeiten, um den Kreislauf zu stärken, wie zum Beispiel Wechselduschen, Bewegung im Freien, sanfte Massagen und ausreichend Flüssigkeitszufuhr.”

Was tun, wenn man auf Grund der Wetterfühligkeit schlecht schläft?

Dr. Pichler: „Hier empfiehlt sich auf alle Fälle ein heißes Bad vor dem Schlafengehen sowie das homöopathische Arzneimittel Ambra. Ambra wird aus einem Verdauungssekret des Pottwals gewonnen und gilt als homöopathisches Beruhigungsmittel gegen Nervosität, Erschöpfung oder eben Schlafstörungen.

Grundsätzlich gilt: Der Abend sollte möglichst ruhig ausklingen und die Gelegenheit bieten, sich körperlich sowie geistig zu entspannen. Ein gutes Buch lesen, meditieren oder Musik hören. Auch bewusstes Abschalten vom Handy oder das Aufschreiben von Gedanken können hilfreich sein.”

Oftmals haben die Wetterkapriolen auch Auswirkungen auf die Psyche? Was kann man gegen Reizbarkeit tun?

Dr. Pichler: „Hier ist in der Regel das homöopathische Arzneimittel Bryonia alba sehr hilfreich. Es wird aus der weißen Zaunrübe gewonnen. Reizbare und auch cholerische Menschen können davon profitieren. Gleichzeitig ist dieses Homöopathikum auch hilfreich bei Kopfschmerzen und Migräne … also an sich perfekt für die Symptome einer Wetterfühligkeit und vor allem dann angesagt, wenn das Wetter von kalt auf warm wechselt. In diesen Situationen empfehle ich die Arzneimittel in einer Potenz von C30 zwei bis dreimal täglich einzunehmen.”

Manchmal können auch Gewitter für Kopfschmerzen sorgen. Gibt es hier Abhilfe?

Dr. Pichler: „Gehen die Beschwerden mit einem Gewitter einher, also entstehen die Symptome beim Herannahen eines Gewitters oder wenn regnerisches und stürmisches Wetter in Anmarsch ist, dann kann Rhododendron sehr gut helfen. Dieses homöopathische Arzneimittel ist bei atmosphärischen Veränderungen ungemein hilfreich. Hier würde ich eine Potenz C 12 und 2-3 Mal täglich fünf Globuli empfehlen.”

Haben Sie noch einen letzten Tipp für uns, wie Homöopathie bei Wetterfühligkeit helfen kann?

Dr. Pichler: „Wenn warmes Wetter zu kaltem Wetter wechselt, neigen machen Menschen zu Erkältungen mit kalten Händen und Füßen, ständigem Frösteln. Vor allem zarte, schlanke und feingliedrige Menschen sind davon betroffen. Hier kann das homöopathische Arzneimittel Silicea (Acidum Silicicum) helfen – allerdings ist hier eine ausführliche Anamnese notwendig. Daher bitte in diesem und allen anderen Fällen auch: Gehen Sie zu einem Arzt/einer Ärztin, mit einem Diplom für Homöopathie der österreichischen Ärztekammer und lassen Sie sich eine individuelle Therapie verschreiben.”

Effektiv und natürlich: Abnehmen mit Homöopathie

Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ein gesunder Lebensstil sind die besten Ansätze für das nachhaltige Gewichtsmanagement. Doch es gibt einige Faktoren, die das Körpergewicht dennoch negativ beeinflussen können. Mit Homöopathie allein lassen sich überflüssige Kilos leider nicht loswerden – doch die homöopathischen Arzneimittel können helfen, den Stoffwechsel anzuregen und die Gewichtsreduktion zu erleichtern.

Ein kleines Stückchen Schokolade nach dem Essen, ein Eiskaffee am Nachmittag oder eine knusprige Tüte Chips beim gemütlichen Filmabend – in unserem modernen Alltag lauern die kulinarischen Versuchungen schier überall. In Kombination mit einem sitzenden Bürojob und wenig Bewegung in der Freizeit finden sich diese wunderbaren Köstlichkeiten aber bald in Form von unangenehmen Hüftgold wieder. Und diese überflüssigen Kilos wieder loszuwerden, ist meist dreimal schwerer, als sie anzufuttern. Doch wie findet man einen ausgewogenen Umgang mit den Verlockungen aus der Küche, um ein gesundes Körpergewicht zu halten?

Übergewicht kann nicht nur aus ästhetischen Gründen belastend sein, sondern auch gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Es ist eine Belastungen für die Gelenke, das Herz-Kreislauf-Systems und kann Zivilisationskrankheiten wie Typ-2-Diabetes, erhöhten Cholesterinwerten oder Fettleber begünstigen.

So kann die Diät mit Homöopathie gelingen

Doch wie gelingt eine nachhaltige Gewichtsreduktion? Der erste Schritt passiert im Kopf: Mit „Ich will abnehmen!” muss eine bewusste Entscheidung den Prozess einläuten. Für die Umsetzung gibt es dann allerdings unterschiedliche Wege. Die Ernährung umstellen, basische Kostumstellung, eine Crash-Diät machen, Sport treiben, nicht mehr Naschen, keinen Alkohol trinken, auf Kohlenhydrate verzichten – die Möglichkeiten, die Kilo schmelzen zu lassen, sind vielfältig, wie die Fettzellen selbst.

Zusätzlich sind zwischen der ersten Motivation und dem Idealgewicht aber auch viele Hindernisse – leider. Ein träger Stoffwechsel, Menopause und Hormonumstellungen, Stress samt Heißhungerattacken, Wassereinlagerungen und mangelndes Durchhaltevermögen können die Erfolge innerhalb kürzester Zeit wieder zunichtemachen.

Den Stoffwechsel mit Homöopathie anregen

Genau hier kommt die Homöopathie ins Spiel. Die geeigneten homöopathischen Arzneimittel können die Hürden und Hindernisse auf dem Weg zur Idealfigur ein wenig entschärfen und die Diät unterstützen. Homöopathische Arzneimittel sine eine effektive und natürliche Option zur Gewichtsreduktion, die den Stoffwechsel ankurbeln, Heißhunger reduzieren, die Verdauung verbessern, Stress und Angst abbauen und eine ganzheitliche Herangehensweise an das Abnehmen bieten. Es ist aber natürlich wichtig zu beachten, dass Homöopathie als Teil eines gesunden Lebensstils mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger körperlicher Aktivität betrachtet werden muss.

Grundsätzlich gilt, dass vor Diät-Beginn ein ärztlicher Gesundheitscheck anzuraten ist, um eine krankheitsbedingte Gewichtszunahme oder durch Übergewicht verursachte Erkrankungen ausschließen zu können. Natürlich kann eine Selbsttherapie nie so effektiv sein, wie eine vom Arzt/Ärztin mit einem Diplom für Homöopathie der Österreichischen Ärztekammer individuell ausgerichtete Therapie. Denn bei der Verschreibung von homöopathischen Arzneimitteln spielen nicht nur äußere Faktoren eine Rolle, sondern auch psychische. So kann bei zwei Menschen mit scheinbar gleichen Symptomen ein anderer Wirkstoff zum Einsatz kommen.

Der große Vorteil: Im Gegensatz zu einigen Diätpillen oder anderen Gewichtsverlustmedikamenten birgt die Homöopathie kein Risiko einer Abhängigkeit oder Suchtgefahr. Dies macht Homöopathie zu einer sicheren Option für diejenigen, die eine langfristige Gewichtsreduktion anstreben und keine Abhängigkeit von Medikamenten entwickeln möchten.

Diese homöopathischen Arzneimittel können beim Abnehmen unterstützen:

Träger Stoffwechsel: Fucus vesiculosus

Als homöopathisches Arzneimittel kann Fucus vesiculosus den Stoffwechsel pushen und so körperlichen Grundumsatz steigern. Darüber hinaus wirkt Fucus vesiculosus, auch bekannt als Blasentang, aber auch anregend auf die Darmtätigkeit und hilft bei hartnäckigen Verstopfungen sowie Blähungen. Außerdem unterstützt die Einnahme von Fucus vesiculosus die Therapie einer bestehenden Arteriosklerose. Dreimal täglich fünf Globuli (Potenz D6) bewirken neben der Steigerung des Metabolismus auch eine Verringerung des Hungergefühls. Wichtig: Auch bei einer Schilddrüsenerkrankung kann dieses Homöopathika gut helfen, muss allerdings unter ärztlicher Aufsicht angewandt werden.

Nichts geht mehr: Capsicum annuum

Die Diät war recht erfolgreich, doch plötzlich tut sich auf der Waage nichts mehr? Kein Gramm weniger, obwohl sich an der Ernährung nichts geändert hat? Bei so einem Gewichtsstillstand kann Capsicum helfen. Das homöopathische Arzneimittel aus Paprika hilft dabei die Fettverbrennung anzukurbeln. Zusätzlich werden Glückshormone produziert. Dosierung und Einnahme: 1-mal täglich je 5 Globuli  (Potenz C12).

Frustessen: Calcium carbonicum

Essen Sie aus Kummer und Frust? Hier kann das homöopathische Arzneimittel, gewonnen aus der Austernschale, helfen. Es reduziert den Heißhunger und Essattacken aufgrund von emotionaler Ereignisse. Es ist fast so, als ob Calcium carbonicum die negativen Gefühle und somit den Grund für „Fressattacken“ ausschalten kann. Ab besten fünf Globuli in der Potenz D12, dreimal täglich einnehmen.

Stressessen: Argentum nitricum

Fünf Mal die Woche Sport, Dinner-Cancelling, Süßes, Fettes, Deftiges ist gestrichen – alles funktioniert wie am Schürchen. Doch dann ist Stress in der Arbeit, ein Projekt droht zu scheitern – der Organismus giert nach Glückshormonen und schon greift man zur Schokolade. Dieses Stressessen ist gefürchtet und kann jeden Diät-Erfolg in wenigen Tagen zunichte machen. Das homöopathische Arzneimittel Argentum nitricum (Höllenstein) kann helfen, es wirkt ausgleichend und dämpft den Heißhunger in Stresssituationen. Einnahme: Dreimal täglich je 5 Globuli in der Potenz C12.

Wassereinlagungen: Kalium carbonicum

Manchmal sind es nicht nur überschießende Fettzellen, sondern auch Wassereinlagerungen, die dem Wohlfühlgewicht entgegenstehen. Bei hartnäckigen Wassereinlagerungen an Bauch und Oberschenkeln kann das homöopathische Arzneimittel Kalium carbonicum dabei helfen, diese sanft auszuscheiden. Neben Sie dreimal täglich fünf Globuli D6 ein.

Hartnäckige Wechseljahrskilos: Sepia

Ab einem gewissen Alter werden die Kilos nochmal anhänglicher. Selbst vormals schlanke Frauen setzen in der Menopause oft ein paar Speckröllchen an. Ist das Übergewicht hormonell bedingt, dann kann Sepia das richtige Arzneimittel sein. Das aus der Tinte des Tintenfisches gewonnene homöopathische Arzneimittel unterstützt bei allen Wechseljahrbeschwerden. Empfohlene Einnahme: Dreimal täglich je 5 Globuli in der Potenz C12.

Aufgeblähter Bauch: Lycopodium clavatum

Ist die Verdauung etwas schwächelnd und der Bauch immer leicht gebläht? Dann kann das homöopathische Arzneimittel Lycopodium (die Sporen des Keulenbärlapps) helfen. Alle Arten von Verdauungsbeschwerden mit Verstopfung, Sodbrennen sowie heftigen Blähungen mit lauten Darmgeräuschen werden reduziert. Gleichzeitig wird der Fettstoffwechsel angeregt. Einnahme und Dosierung: Dreimal täglich je 5 Globuli in der Potenz D12.

Schweinehund-Dompteuse: Ignatia

Bei jeder längerfristigen Ernährungsumstellung kommt irgendwann der Tag, an dem der innere Schweinehund aufbegehrt und man alles hinwerfen möchte. Lieber ein paar Fettpölsterchen als DIESES Leben. Das sind meist die schwierigsten Tage einer Diät – hier kann Ignatia helfen. Es stärkt die Nerven, baut die Motivation und das Durchhaltevermögen wieder auf.  Empfohlene Einnahme: Dreimal täglich je 5 Globuli in der Potenz D6.

Bei Kummerspeck: Natrium chloratum

Sind die Fettpölsterchen vor allem durch Kummer und Sorgen entstanden, dann kann Natrium chloratum unterstützen. Dieses homöopathische Arzneimittel wird aus Kochsalz hergestellt und gilt als Stimmungsaufheller. Die Betroffenen, die dieses Homöopathika benötigen, schlafen viel, lassen auch mal zu, dass sich die Arbeit türmt und knabbern und snacken quasi ständig. Empfohlene Einnahme: Dreimal täglich je 5 Globuli in der Potenz D6.

Volkskrankheit Rückenschmerzen – und wie Homöopathie helfen kann

Rückenschmerzen sind in Österreich eine der häufigsten Gründe für Krankenstandstage. Sie können zu jeder Zeit, in jedem Lebensalter und in den verschiedensten Situationen. Zu den häufigsten Ursachen zählen Verspannungen oder schmerzhafter Hexenschuss. Bewährte homöopathische Arzneien können schmerzlindernd und entspannend wirken.

26 Prozent der österreichischen Bevölkerung hat laut Statistik Austria (Stand: 2022) in den letzten zwölf Monaten unter Rückenschmerzen gelitten, das sind 1,9 Millionen Betroffene. Der Grund sind Bewegungsmangel, Übergewicht und unsere „moderne“ sitzende Lebensweise, die zu schlechter Körperhaltung oder schwacher Rückenmuskulatur führt. Und dieser Weg führt dann fast unweigerlich zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen vom Nacken bis zur Lendenwirbelsäule. Einseitige Belastungen und Überlastungen z.B. beim Heben sind weitere Faktoren, die vor allem plötzlich auftretende Rückenschmerzen hervorrufen. Nicht zu vergessen ist auch die Psyche: Stress, seelische Belastungen, Angst oder Depressionen können sich in hartnäckigen Muskelverspannungen zeigen.

So hilft Homöopathie bei Rückenschmerzen

Bei jeglicher Art von Rückenschmerzen führt kein Weg an einem Ärztin/Arzt und/oder Therapeut:in vorbei, mit deren Hilfe den Ursachen der Rückenschmerzen auf den Grund gegangen werden muss. Das ist oftmals ein mühevoller und langer Weg, der sich aber immer bezahlt macht. Die Homöopathie bietet einige bewährte Akutmittel, die zumindest kurzzeitig, bis man fachliche Hilfe aufsuchen kann, eine Linderung bringen.

Verspannter Rücken

Zu den Hauptmittel für schmerzhafte Muskelverspannungen – entweder im Schulter-Nackenbereich oder den gesamten Rücken betreffend – zählt Nux vomica (Strychnos nux-vomica). Die Verspannungen treten vor allem in Zeiten von Stress auf: sei es durch emotionale Belastungen, durch zu viel Arbeit und keine Zeit für Erholung und Entspannung. Die Muskeln fühlen sich steif an, die Schmerzen werden als brennend, reißend und ziehend beschrieben. In der Nacht kann man sich im Bett vor Schmerzen kaum umdrehen, morgens wacht man wie gerädert auf. Angenehm werden wärmende Anwendungen wie warme, entspannende Wickel oder eine Wärmflasche am Rücken empfunden.

Sind die Verspannungen oder Rückenschmerzen eine Folge von Unterkühlung und Durchnässung, z.B. bei nasskaltem Wetter zu lange oder mit der falschen Kleidung im Freien aufgehalten oder beim Thermenbesuch zu lange in den nassen Badesachen geblieben, dann wird Dulcamara (Solanum dulcamara) das hilfreiche Mittel sein. Die Muskulatur ist hart und schmerzhaft, der Rücken fühlt sich wie zerschlagen an. Schlechter werden die Beschwerden bei nass-kaltem Wetter, eine Linderung bringen auch hier warme Anwendungen.

Wenn der Schmerz im Rücken plötzlich auftritt

Ein Hexenschuß oder Ischiasschmerzen treten plötzlich und heftig auf. Die Ursache ist hier eine Reizung von Nerven oder vom Ischiasnerv durch eine Verschiebung der Wirbel oder der Bandscheiben, meist im unteren Bereich der Wirbelsäule. Das kann durch Verheben (z.B. einen schweren Koffer heben), bestehenden Bandscheibenschäden oder Fehlstellung der Wirbelsäule, z.B. bei einem Beckenschiefstand, sein.  Der Schmerz schießt wie aus dem heiteren Himmel im Rücken ein und strahlt mitunter bis in die Beine aus, vor allem, wenn der Ischiasnerv betroffen ist. Schonhaltung, Bewegungseinschränkungen und eine verhärtete, angespannte Rückenmuskulatur sind weitere Symptome.

Ein sehr effektives homöopathisches Arzneimittel ist hier Toxicodendron quercifolium (früher: Rhus toxicodenron). Dieses ist nicht nur bei Schmerzen oder Verletzungen der Gelenke, Bänder oder Muskeln (auch durch Überanstrengung), sondern auch bei Hexenschuss und Ischiasschmerz, der mit großer motorischer Unruhe (man möchte sich ständig bewegen, dehnen, strecken oder herumgehen) und einem Gefühl der Steifigkeit im Rücken sehr hilfreich. Die Symptome sind meist links stärker und werden nachts und bei feucht-nasser Kälte schlimmer. Bewegung, Wärme (heiße Badewanne) verbessern die Schmerzen.

Bei diesem Beschwerdebild – heftige reißende und ziehende Schmerzen, jede kleinste Bewegung verstärkt die Schmerzen und wird vermieden, die Rückenmuskel fühlen sich dabei hart und steif an – kann man sofort an das Arzneimittelbild von Bryonia alba denken. Betroffene wollen in Ruhe gelassen werden, eine gewisse Linderung bringt Druck auf den Rücken wie das Liegen auf einer harten Unterlage.

Strahlen die schneidenden und stechenden Nervenschmerzen vom Rücken her über das Gesäß und das Bein bis in die Fußzehen aus, kommt die Arznei Gnaphalium (früher: Gnaphalium polycephalum) zur Anwendung. Zusätzlich können ein Taubheitsgefühl und Ameisenlaufen im Bein auftreten, es fühlt sich an wie eingeschlafen, es kommt zu diesem typischen „Verkürzungsgefühl“ Schmerzhafte Muskelkrämpfe sind ebenfalls ein erwähntes Begleitsymptom bei dieser Arznei. Eine Linderung der Schmerzen bringt das Sitzen und Anbeugen (Hochziehen) des Beines. Bewegung, aber auch das Stehen oder Liegen verschlechtern die Beschwerden.

So werden die homöopathischen Arzneimittel eingenommen

Die vorgestellten Arzneien werden im Akutfall in der C 30 Potenz verabreicht, fünf Globuli in 1/8 l Wasser auflösen und davon viertelstündlich ein Schluck nehmen. Beim richtigen Mittel sollten sich nach spätestens vier Einnahmen die Beschwerden bessern. Dann die Abstände zwischen den Gaben verlängern. Bis zum Abklingen der Beschwerden ein- bis dreimal täglich fünf Globuli einnehmen.

Homöopathie verein(t): wir unterstützen Erdbebenopfer in der Türkei

Die Bilder und Berichte der furchtbaren Erdbeben in der Türkei und Syrien haben viele von uns tief erschüttert. So auch uns. Ende Februar hat uns die Bitte um Unterstützung von der Präsidentin des Homöopathievereins in der Türkei erreicht, der sich sehr für die Erdbebenopfer engagiert:

Als wichtige Erstmaßnahme wurde eine gratis Hotline eingerichtet, an die sich Hilfesuchende wenden können. Homöopathische Arzneien, die jetzt in der Akutsituation benötigt werden, werden vom Verein kostenfrei versendet. Damit die Hilfe vor Ort auch längerfristig aufrechterhalten kann, ist Unterstützung dringen notwendig, weshalb wir uns vom Verein Initiative „Homöopathie hilft!“ entschlossen haben, eine Spendenaktion ins Leben zu rufen, um die wichtige Arbeit unserer KollegInnen in der Türkei zu unterstützen.

Verein Initiative „Homöopathie hilft!“

Jede Art von moralischer, aber auch finanzielle Unterstützung ist willkommen: So werden z.B. PsychiaterInnen und PsychologInnen gesucht, die z.B. via Zoom-Webinar fachliche Unterstützung und Schulungen und Motivation für die ehrenamtlichen HelferInnen vor Ort übermitteln. Aufgrund der Zollbestimmungen ist es leider kaum möglich ist, Arzneimittel selbst zu senden.

 Da bei jeder Überweisung in die Türkei Bankspesen in Höhe von ca. 14,-€ anfallen, möchten wir seitens unseres Vereins die Möglichkeit anbieten, etwaige Spenden über unser österreichisches Vereinskonto zu sammeln und dann den Betrag gesamt zu überweisen:

Bankverbindung: Marchfelder Bank, Inhaber: Verein Initiative „Homöopathie hilft!“

IBAN: AT90 4211 0559 6135 0000        

BIC: MVOGAT22

Verwendungszweck“ Spende Erdbeben Türkei“
Bitte unbedingt angeben, damit die Gelder korrekt zugeordnet und an den türkischen Verein überwiesen werden können!

Nachfolgend dürfen wir Ihnen die persönliche Nachricht von Frau Elif Alın, Präsidentin des Homöopathievereins übermitteln

Liebe Kolleginnen und Kollegen, 

Nach dem jüngsten Erdbeben in der Türkei hat der Homöopathie-Verein eine kostenlose homöopathische Unterstützungslinie gestartet, um Erdbebenüberlebenden zu helfen. 

Nach dem Erdbeben haben schätzungsweise über hunderttausend Menschen ihr Leben verloren, das verheerende Trauma hatte erhebliche Auswirkungen auf das ganze Land und verursachte Chaos und eine psychologische Krise. Wir arbeiten daran, Überlebende des Erdbebens dabei zu unterstützen, sich wieder mit dem Leben zu verbinden und ihre Lebenskräfte von den Auswirkungen dieses Traumas als Homöopathen zu befreien.

Wir werden eine langfristige und koordinierte Arbeit mit unseren freiwilligen Homöopathen für das Projekt durchführen.

Als Homöopathie-Verein arbeiten wir seit 2008 für die Homöopathie in der Türkei. Der rechtliche Rahmen für die Homöopathie in der Türkei ist seit 2014 geschaffen. Als Verein setzen wir unsere Bemühungen fort, die Qualität der Ausbildung und der klinischen Studien für die Entwicklung und das Wachstum der Homöopathie in der Türkei zu verbessern. Wir haben 7 internationale Homöopathie-Konferenzen in Istanbul abgehalten. Wir haben mit dem Gesundheitsministerium und staatlichen Institutionen zusammengearbeitet und fortgeschrittene Kurse mit Meisterhomöopathen organisiert. Wir haben auch viele Projekte unterzeichnet, wie z.B. kostenlose Support-Linien, während der Pandemiezeit. 

Bei unserem Videotelefonat mit Barbara und Ilknur aus Wien, die uns von ganzem Herzen unterstützt haben, erfuhren wir, dass es Homöopathen gibt, die das Projekt unterstützen möchten. Zum Beispiel kann es Kollegen geben, die ihre homöopathischen Erfahrungen mit chronischer PTBS mit uns teilen möchten usw. 

Mit der finanziellen Unterstützung, die Sie als „Spende“ leisten, können Sie zu den kostenlosen Heilungskosten, Versandkosten und zusätzlichen Repertoireprogrammen beitragen, die wir für unsere Support Line erwerben möchten. Auf diese Weise tragen auch Sie zur Nachhaltigkeit des Projekts bei. 

Wir danken unseren Kolleginnen und Kollegen in Wien für ihre Sensibilität, Solidarität und herzliche Unterstützung. 

HOMEOPATHİ DERNEĞİ 

So kann das Gänseblümchen bei Verletzungen helfen

Gänseblümchen sind jedem Kind als hübsche Wiesenblume bekannt. Doch das zarte Pflänzchen ist als Bellis perennis ein wirksames homöopathisches Arzneimittel – das sich in der Homöopathie vor allem als Verletzungs-, Blutungs- und Wundheilungsmittel einen Namen gemacht hat.

So weit verbreitet wie das Gänseblümchen wächst, so viele Namen trägt es auch: Maßliebchen, Marienblümchen, Tausendschön  – und auch Wundwurz und Beulenwurz, was auf auch gleich seine volksmedizinische Anwendung hinweist. Der wissenschaftliche Name, der auch in der Homöopathie verwendet wird, ist Bellis perennis – dieser setzt sich aus den Wörtern „bellis“ für „hübsch, schön“ und „perennis“ für „ausdauernd, mehrjährig“ zusammen. In der Homöopathie gilt das Gänseblümchen als eines der der besten Verletzungs-, Blutungs- und Wundheilungsmittel.

Gänseblümchen, der erste Frühlingsbote

Als „schöne Ausdauernde“ war das Gänseblümchen eine heilige germanische Kulturpflanze und der Göttin Freya/Holla und in der nordischen Mythologie war es der Frühlingsgöttin Ostara geweiht. In der christlichen Mythologie ist sie der Jungfrau Maria zugeordnet und soll der Legende nach aus den Tränen der Jungfrau Maria auf der Flucht nach Ägypten entsprossen sein.
Heute ist das Gänseblümchen der ersten Frühlingsboten und eng mit dem Brauchtum zur Osterzeit verbunden. Wenn man sieben Blüten mit seinem Fuß bedecken kann, ist der Frühling da, heißt es. Wer die drei ersten Gänseblümchen im Frühjahr isst, soll nach volkstümlichen Überlieferungen das ganze Jahr von Augenbeschwerden, Zahnschmerzen und Fieber verschont bleiben. Und nicht zuletzt ist das Gänseblümchen auch die vielleicht beliebteste Liebesorakelpflanze: die Blütenblätter werden einzeln abgezupft, dabei abwechselnd „er/sie liebt mich“ und „er/sie liebt mich nicht“ gesagt.

In ganz Europa beheimatet

So zart das Blümchen ist, so ausdauernd ist es: Gemeinsam mit den Pflanzen wie Arnika, Calendula und Scharfgabe gehört es zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und blüht auf allen Kontinente der gemäßigten Klimazonen, mitunter auch im Winter. Es bildet eine mehrjährige Blattrosette mit spatelförmigen, gekerbten und haarlosen Blättern. Aus diesen entspringt ein 5-10 cm langer, blattloser Blütenstängel mit einer einzelnen Blüte. Die oft zweireihigen Zungenblüten sind weiß und häufig an den Spitzen rosa überlaufen. Das mittige Blütenkörbchen besteht aus gelben Röhrenblüten.
Die Blüten sind bei Sonnenschein weit geöffnet, schließen sich nachts und bei feuchter Witterung und senken dann leicht den Kopf. Obwohl das Gänseblümchen bis auf die Dauerfrostmonate ganzjährig blüht, ist die Hauptblütezeit im April und Mai. Dann bildet es ganze Blumenteppiche auf Wiesen, Feldrainen, Wegrändern und macht selbst vor dem englischen Rasen nicht Halt.

Gänseblümchen – vielfältig zu verwenden, nicht „nur” in der Homöopathie

Das Gänseblümchen wird nicht nur in der Küche – unser Tipp: frische Gänseblümchen als Brotbelag, im Salat oder die Knospen als Kapernersatz sauer eingelegt – sondern auch in der Volksheilkunde gerne verwendet. Bereits in Heilbüchern aus dem Mittelalter und der Renaissance findet man die Empfehlung. So führte Leonhart Fuchs das Gänseblümchen in seinem „New Kreuterbuch” von 1543 als „Maßliebchen” auf und nennt noch heute gültige Indikationen: „Das klein Massliebchen ist ein recht wundkraut, heylet allerlei bläterlin und die zerbrochenen hirnschalen. Sein Safft getruncken ist gut denen so verwundt seind. Die bletter grün zerstossen / unnd auff die hitzigen wunden gelegt / heylet dieselben”.
Der Schweizer Kräuterpfarrer Johann Künzle (1857 – 1945) schätzte das Maßliebchen ebenfalls sehr. Er verordnete den Aufguss von Kraut und Blüten bei Brustfell- und Lungenentzündung, innerer Hitze, Ausschlägen, Durchfall und generell bei Kindern, die nicht recht gedeihen wollen. Äußerlich verwendete er die frischen, zerquetschten Blätter als Wundkraut, bei Ausschlägen, Krätze, Entzündungen der Haut und zur Schmerzlinderung bei gichtischen Gelenken.
Die Pflanze enthält Saponine, ätherisches Öl, Bitterstoffe und Gerbstoffe. Diese sind unter anderem für eine antimikrobielle Wirkung verantwortlich. Traditionell wird das Gänseblümchen bei Hauterkrankungen, Husten, Frauenleiden und Schlaflosigkeit eingesetzt. Die getrockneten Blüten sind oft Bestandteil von Kräutertees.

Das Gänseblümchen in der Homöopathie

In der Symbolik steht die Pflanze für Reinheit und Unschuld. Unverwüstlich richten sich die Blüten nach Niedertreten wieder auf, Rasenmähen stimuliert die Pflanze zu verstärkter Blütenbildung. Das kleine, zarte Gänseblümchen steht daher für Robustheit, Vitalität und Kraft. Übertragen auf den Menschen ergeben sich damit Heilanzeigen bei Stürzen, Verletzungen oder Schlägen sowohl auf körperlicher als auch emotionaler Ebene.
Die homöopathische Arznei wird aus der ganzen frischen, blühenden Pflanze hergestellt. Das Gänseblümchen wird in der Homöopathie Bellis perennis genannt und wurde vom englischen Arzt James Compton Burnett (1840 – 1901) geprüft und in die Homöopathie eingeführt. Die Arznei hat einen Bezug zu den Blutgefäßen, vor allem zu den feinen Kapillargefäßen, der Muskulatur, den Nerven und den weiblichen Geschlechtsorganen.

Leitsymptome von Bellis perennis

  • wunder Schmerz, wie zerschlagen
  • Gefühl wie ein Zusammenziehen im verletzten Bereich
  • Bauchdeckenschmerz in der Schwangerschaft
  • Gefühl als ob die Gebärmutter herausgedrückt wird
  • nach Verletzungen bleibende Knoten und Verhärtungen
  • Muskelkater, will massiert werden oder sich bewegen, obwohl es schmerzt
  • Zusammenschnürungsgefühl am Handgelenk, wie von einem elastischen Band Schmerz an der Vorderseite der Oberschenkel herabziehend

Modalitäten von Bellis perennis

Schlimmer:

  • durch körperliche Überanstrengung
  • kaltes und heißes Baden
  • Verkühlung nach Erhitzung
  • kalter Wind
  • fette Speisen und Eiscreme

Besser:

  • durch Reiben
  • Massage
  • fortgesetzte Bewegung

Bei folgenden Problemen kann das homöopathische Arzneimittel Bellis perennis helfen

Stumpfes Trauma und Sportverletzungen

Bellis perennis ist das erste Mittel bei stumpfen Verletzungen der tieferen Gewebe nach Unfällen, Sturz und/oder Schläge mit und ohne sichtbaren Blutergüssen. An der verletzen Stelle bildet sich eine schmerzhafte, berührungsempfindliche Schwellung (Einblutungen ins Gewebe!). Ähnlich wie bei Arnika fühlt sich die verletzte Stelle wie gequetscht, wund und zerschlagen an, die Muskeln sind schlaff und wie gelähmt. Auch nach Operationen, wenn Nerven verletzt wurden, sich große Schmerzen einstellen und kalte Anwendungen absolut nicht vertragen werden, kann Bellis perennis gut helfen. Ebenso kommt es bei stark blutenden Wunden und Blutungsneigung zum Gebrauch. Bellis perennis ist übrigens auch einer der 14 Wirkstoffe, die in der beliebten Traumeel enthalten sind.

Schmerzende Muskel und Muskelkater

Auslöser von Bellis perennis Erkrankungen können neben Verletzung auch Überanstrengung beziehungsweise zu kalte Anwendungen bei Überhitzung sein (z.B. kaltes Trinken, kaltes Wasser, kalter Wind oder kaltes Wetter nach dem Sport oder anstrengenden Gartenarbeiten). Dabei können sich schmerzhafter, lähmender Muskelkater, Hals- und Rückenschmerzen (ähnlich einer beginnenden Grippe) einstellen. Es hilft fortgesetzte Bewegung, aber heiße Bäder oder Bettwärme verschlechtern bei Bellis perennis den Zustand.

Bellis perennis für Frauen

Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet von Bellis perennis ist der Bereich Frauenleiden, Schwangerschaft und Geburt. Das homöopathische Arzneimittel wird deshalb auch „Arnika der Gebärmutter“ genannt: der Uterus fühlt sich schmerzhaft, wie gequetscht an, es kommt zu starken, dunklen Blutungen. Das kann nach einer Geburt sein, aber auch bei der monatlichen Regelblutung und Menstruationsbeschwerden mit krampfartigen, wehenartigen Schmerzen, die nach unten ziehen und mit starker, dunkler Blutung begleitet sind; dazu Kreuzschmerzen und gereizte Stimmung. Als Modalitäten sind hier zu nennen: Verschlechterung bei Berührung; durch heißes oder auch kühles Bad; Bettwärme; Abkühlung nach Überhitzung; kaltes Wetter, kalte Getränke Besserung durch kühle Umschläge. Vor allem im Liegen tritt Besserung ein.

Bellis Perennis für Tiere

Auch bei Tieren kann Bellis Perennis als homöopathisches Arzneimittel eingesetzt werden. Hilfreich ist es vor allem bei Quetschungen im tiefliegenden Gewebe. Es unterstützt den Heilungsverlauf nach einem chirurgischen Eingriff, nach einer Geburt, oder zur Genesung nach einer Operation an den Weichteilen, auch nach einer Kastration. Bei Verletzungen gilt: Die Tiere, die Bellis benötigen, wollen wegen ihrer Schmerzen nicht berührt werden.


 

Homöopathie für Frauen

Dr. Rosemarie Brunnthaler-Tscherteu, Präsidentin der ÖGHM, gibt Einblicke in ihre Erfahrungen rund um Homöopathie für Frauen. Lesen Sie hier, welche homöopathischen Arzneimittel bei Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit, Kinderwunsch, aber auch in den Wechseljahren helfen können.

Aufgrund meiner zehnjährigen Tätigkeit in der 1. Homöopathie-Ambulanz in Oberösterreich am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder von 2004 bis 2014 und meiner Erfahrungen in über 30 Jahren in meiner Praxis hat sich ein Schwerpunkt in der Behandlung von Frauen rund um Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit sowie bei Kinderwunsch, in den Wechseljahren und anderen gynäkologischen Beschwerden herauskristallisiert.

Bei allen Beschwerden wird die beste Wirkung erzielt, wenn die Gesamtheit der Symptome – sowohl körperlich als auch seelisch – erfasst und in die individuelle Mittelwahl einbezogen werden. Dies ist besonders dann sehr wichtig, wenn es sich um schwerwiegende Probleme, wie z.B. wiederholte Fehlgeburten, schwere Zyklusprobleme, heftige Schwangerschaftsbeschwerden und dergleichen handelt. Hier empfiehlt sich unbedingt, eine gut ausgebildete homöopathische Ärztin/Arzt aufzusuchen, die/der in einer ausführlichen Anamnese die gesamte Krankheitsgeschichte aufnimmt und daraufhin die individuelle Arznei verordnet.

Homöopathie während der Schwangerschaft

Gerade in der Schwangerschaft, wo viele Medikamente plazentagängig sind (d.h., das Kind wird zwangsläufig mit behandelt), sind homöopathische Arzneien eine wirkungsvolle und bei richtiger Anwendung nebenwirkungsarme Therapie. In der ersten Phase der Schwangerschaft kämpfen viele Frauen mit Übelkeit.

Häufig verordnete Arzneien sind hier:

Sepia (Tintenfisch) passt besonders für überanstrengte und frostige Frauen mit starker Geruchsempfindlichkeit, die immer eine Kleinigkeit essen müssen, damit die Übelkeit vergeht. Häufige andere Beschwerden sind wiederkehrende Harnwegsinfekte, Scheidenpilz, Ödeme sowie Verstopfung und Hämorrhoiden.

Bei Nux vomica (Brechnuss), die vom Typus ähnlich wie Sepia sind, ist die Übelkeit besonders morgens sehr schlimm und verschlechtert sich durch Essen. Nux vomica ist auch eine gute Arznei gegen Sodbrennen, Magenschmerzen und Verstopfung in der Schwangerschaft.

Pulsatilla (Kuhschelle) benötigen Frauen, die sehr viel Unterstützung und Nähe brauchen, die durstlos sind und deren Übelkeit sich in warmen Räumen verschlechtert.

Auch Phosphor braucht viel Zuwendung, hat aber viel Durst, eventuell auch brennende Magenschmerzen, sowie Schlafprobleme.

Bei Symphoricarpus besteht schwerste Übelkeit mit Erbrechen und starke Geruchsempfindlichkeit, wobei sich alles bei Liegen auf dem Rücken bessert.

Auch andere Beschwerden in der Schwangerschaft, wie Rückenschmerzen, Darmträgheit, Blasenbeschwerden, Scheidenpilz, Venenprobleme, Hämorrhoiden, Ödeme und vorzeitige Wehen können homöopathisch gut beeinflusst werden.

Bei der Symptomentrias: Verstopfung, Hämorrhoiden und Varizen eignet sich Collinsonia D4 dreimal täglich.

Auch bei akuten Infekten (wie Husten, Halsschmerzen…) in der Schwangerschaft ist Homöopathie eine nebenwirkungsfreie Behandlungsmöglichkeit. Bei Frauen, die nach traumatischen Entbindungen oder wiederkehrenden Fehlgeburten sehr viele Ängste haben, kann die individuelle homöopathische Arznei diese Ängste reduzieren, ebenso wie depressive Verstimmungen oder Schlaflosigkeit verbessert werden können.

Geburt mit homöopathischer Unterstützung

Auch zur Geburtsvorbereitung eignen sich individuell gewählte homöopathische Arzneien, wie auch ein natürlicher und schmerzarmer Geburtsverlauf dadurch ermöglicht wird, sowie der Einsatz von Schmerzmitteln vermieden werden kann.

Wenn Frauen vor der ersten Entbindung sehr viel Lampenfieber und Erwartungsängste haben, ist Gelsemium (gelber Jasmin) eine sehr brauchbare Arznei, um diese zu reduzieren. Ich habe öfter erlebt, wie durch Gelsemium bei Frauen, deren Geburtseinleitung durch Ängste blockiert war, die Wehen normal einsetzten. Natürlich können auch Geburtswehen homöopathisch gelindert sowie die Öffnung des Muttermundes erleichtert werden. Ideal ist es, wenn homöopathisch ausgebildete Hebammen die Gebärenden unterstützen können.

Cimicifuga racemosa (amerikanisches Wanzenkraut) bewährt sich bei Wehenschwäche mit viel Angst, nervösem Schaudern und verkrampftem Muttermund.

Auch Caulophyllum (Frauenwurzel) ist eine häufige Arznei, wenn der Muttermund sich nur zögernd öffnet und Wehenschwäche mit herumziehenden, ineffektiven Wehen vorhanden ist.

Die Wundheilung der Gebärmutter und des Dammes nach Dammschnitt oder -riss können Frauen durch das „Arnica der Gebärmutter“ Bellis perennis (Gänseblümchen) gut unterstützen.

Homöopathie für Frauen: Ausbildung für Hebammen

Gut zu wissen: Aus diesem Grund bietet die ÖGHM auch eine Ausbildung für Hebammen an – an vier Präsenzwochenenden und mit sieben zeitlich flexiblen e-learning-Einheiten erlernen Sie den fachkundigen Einsatz der Arzneien in der Schwangerschaft, während der Geburt, im Wochenbett, in der Stillzeit und bei Säuglingen (Informationen unter: https://praxis.homoeopathie.at/ausbildung-hebammen)

Wochenbett und Stillzeit mit Begleitung der Homöopathie

Wie in der Schwangerschaft, so sind auch in der Stillzeit herkömmliche Medikamente von den Müttern nicht erwünscht und auch oft nicht indiziert. Durch homöopathische Arzneien können individuell Stillprobleme oder psychische Beschwerden, wie z.B. der häufige Babyblues, aber auch schwerere depressive Verstimmungen oder Schlafprobleme nach der Geburt gelindert werden. Den Milcheinschuss fördert z.B. sehr gut Urtica urens C30 (Brennnessel) und bei schmerzhaften Milchknoten und dadurch vermindertem Milchfluss eignet sich oft Phytolacca (Kermesbeere) in D12. Phytolacca D4 kann am Ende der Stillzeit auch das Abstillen unterstützen.

Homöopathie und Kinderwunsch

Auch bei Frauen, die aus bestimmten (z.B. zyklusbedingten oder hormonellen) oder ungeklärten Gründen nicht schwanger werden oder kein Kind austragen können, bewährt sich eine homöopathische Behandlung, die auch z.B. die Beschwerden durch eine Hormonbehandlung bei künstlicher Befruchtung lindern kann. Sehr häufig kann bei Frauen, die wegen Kinderwunsch meine Praxis oder früher die Ambulanz aufsuchten, durch die individuell gewählte homöopathische Arznei der Wunsch nach einem oder auch mehr Kindern erfüllt werden.

Wechseljahre – gut gemeistert mit Homöopathie für Frauen

Körperliche und seelische Folgeerscheinungen des Klimakteriums können durch homöopathische Arzneien gut beeinflusst werden, wodurch sich häufig die Hormonersatztherapie, die nicht immer gut vertragen wird, erübrigt.

Sepia (Tintenfisch) ist geeignet für Frauen, die nach den Hitzewallungen stark frösteln, Venenprobleme haben und sich nach körperlicher Anstrengung besser fühlen, aber auch aufgrund von Überlastung sich zurückziehen wollen.

Enge am Hals wird nicht vertragen, ebenso wie bei Lachesis (Buschmeister), das aber eher hitzige und temperamentvolle Frauen brauchen.

Bei Sulfur (Schwefel) werden die Hitzewallungen durch die Bettwärme verschlimmert, mit brennend heißen Füßen, die herausgestreckt werden müssen.

Acidum sulfuricum (Schwefelsäure) passt für schwache Frauen. Hier folgen nach den Wallungen kalte, klebrige Schweiße sowie ein inneres Zittern.

Belladonna (Tollkirsche) passt gut für plötzliche Hitzewallungen, heiße Haut, roten Kopf und warme Schweiße vor allem an bedeckten Hautstellen und auch, wenn diese Beschwerden nach starker Erhitzung in der Sonne auftreten.

Dr. Rosemarie Brunnthaler-Tscherteu
Ärztin für Allgemeinmedizin und homöopathische Medizin in Linz
Praxis Dr. Brunnthaler-Tscherteu Industriezeile 4 /2, 4020 Linz
Tel.: 0732/77 70 15
E-Mail: praxis.brunnthaler@aon.at
Web: https://praxis-brunnthalertscherteu.stadtausstellung.at