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Systematischer Review: Homöopathie zeigte bessere Ergebnisse als Placebo

Ein fundiertes Review widerlegt Kritik mit starken Beweisen für die Wirksamkeit der Homöopathie.

Seit 1997 wurden mehrere Meta-Analysen (MAs) zu placebo-kontrollierten Wirksamkeitsstudien der Homöopathie für verschiedene Indikationen veröffentlicht, die in Methoden, Ergebnissen und Schlussfolgerungen variierten. Eine formale Bewertung dieser MAs fehlte bislang. Ziel dieser systematischen Übersicht war es, die Wirksamkeit der homöopathischen Behandlung zu bewerten.

Der erste systemische Review aller sechs vorhandenen Meta-Analysen

Eingeschlossen wurden MAs von placebo-kontrollierten randomisierten Studien zur Homöopathie (PRETHAIs), unabhängig von Alter, Land, Einstellung oder Veröffentlichungssprache, publiziert zwischen dem 1. Januar 1990 und dem 30. April 2023. Ausgeschlossen wurden systematische Übersichten ohne MAs sowie MAs, die auf bestimmte Alters- oder Geschlechtsgruppen, spezifische Indikationen oder homöopathische Behandlungen beschränkt waren und solche, die die Wirksamkeit nicht bewerteten. Die Hauptergebnisse bezogen sich auf die Effektschätzung aller eingeschlossenen Studien in jeder MA und nach Einschränkung der Stichprobe auf Studien hoher methodischer Qualität gemäß vordefinierter Kriterien. Das Risiko von Verzerrungen (Bias) für jede MA wurde mit dem ROBIS-Tool bewertet, die Qualität der Evidenz nach dem GRADE-Rahmenwerk.

Die Ergebnisse sind deutlich 

 Diese systematische Übersichtsarbeit, die Meta-Analysen von randomisierten, placebokontrollierten Homöopathie-Studien für jegliche Indikationen untersucht, liefert wichtige Erkenntnisse zur Wirksamkeit der Homöopathie. In fünf der sechs einbezogenen Meta-Analysen wurde eine Effektschätzung für alle eingeschlossenen Studien vorgenommen, wobei alle fünf signifikant positive Effekte der Homöopathie im Vergleich zu einem Placebo zeigten. Dies deutet darauf hin, dass Homöopathie über den Placeboeffekt hinaus positive Auswirkungen haben kann.

Darüber hinaus wurde in vier Meta-Analysen eine Effektschätzung nach Einschränkung auf Studien mit höherer methodischer Qualität durchgeführt. In drei dieser Analysen blieben die signifikanten positiven Effekte der Homöopathie erhalten, was die Stärke der Evidenz für die Wirksamkeit der Homöopathie unterstreicht. Nur in einer Analyse wurde der positive Effekt als nicht signifikant eingestuft, was die Notwendigkeit einer weiteren Untersuchung der methodischen Qualität und deren Einfluss auf die Effekte der Homöopathie hervorhebt.

Ein bemerkenswerter Aspekt dieser Übersichtsarbeit ist, dass die methodische Qualität der Homöopathiestudien ähnlich zu der anderer klinischer Studien mit dem gleichen Design aus einem vergleichbaren Zeitraum und bewertet nach denselben Kriterien war. Dies unterstreicht, dass Homöopathie-Studien mit einer methodischen Strenge durchgeführt werden, die mit konventionellen klinischen Studien vergleichbar ist.

Schließlich wurde die Qualität der Gesamtevidenz für die Wirksamkeit der Homöopathie in dieser Übersichtsarbeit ähnlich hoch eingestuft wie in systematischen Reviews zu anderen medizinischen Interventionen aus dem gleichen Zeitraum, basierend auf dem GRADE-Bewertungsinstrument. Dies legt nahe, dass die Evidenz für die Wirksamkeit der Homöopathie, gemessen an den Standards der evidenzbasierten Medizin, robust ist und eine solide Grundlage für die weitere Forschung und Diskussion über die Rolle der Homöopathie in der Gesundheitsversorgung bietet.

Widerlegung der Kritik durch fundierte Forschung

Trotz der anerkannt detaillierten und qualitativ hochwertigen Arbeit, versucht das Informationsnetzwerk Homöopathie (INH) mit unbegründeter Kritik einmal mehr lautstark dagegenzuhalten. Doch die nicht fundierte Kritik ließen die Forscher nicht auf sich sitzen und widerlegten auf höchstem wissenschaftlichem Niveau jedes der von INH vorgebrachten Argumente sachlich und zeigen auf, dass deren Kritikpunkte auf einem Mangel an Verständnis für die Methodik des Reviews basieren.

Die Autoren konzentrierten sich auf Meta-Analysen von Placebo-kontrollierten, randomisierten Studien zur Homöopathie und folgten strengen Aufnahmekriterien, um eine zuverlässige Datensynthese zu gewährleisten. Der Systematischer Review hebt die methodische Qualität und die signifikante Überlegenheit der Homöopathie gegenüber Placebo in den analysierten Studien hervor. Es folgt den heutigen wissenschaftlichen Standards, einschließlich des PRISMA-Protokolls, und bietet eine umfassende Bewertung der Qualität der Gesamtevidenz.

Trotz der polemischen Kritik des INH bestätigt die fundierte Analyse der Forscher die Wirksamkeit der Homöopathie und stellt die Zuverlässigkeit der von INH verbreiteten Informationen in Frage. Dieses Review setzt neue Maßstäbe für die Beurteilung homöopathischer Forschung und unterstreicht die Notwendigkeit einer sachlichen Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Daten.

Hier können Sie den gesamten Text lesen.

Ist eine homöopathische Behandlung kosteneffizient?

Die gesundheitsökonomische Forschung zielt darauf ab, eine wissenschaftliche Grundlage für eine effiziente Verteilung der begrenzten Gesundheits- und Finanzressourcen zu schaffen und gleichzeitig eine gleichbleibend hochwertige Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Die gesundheitsökonomischen Methoden, die zur Bewertung der Kostenwirksamkeit konventioneller medizinischer Behandlungen verwendet werden, können auch auf die Homöopathie angewendet werden.

Ein im Jahr 2024 veröffentlichter Systematic Review gibt einen Überblick über Studien zur Kosten-Effizienz der Homöopathie1. In allen 21 in den Review einbezogenen Studien zeigte die Homöopathie eine ähnliche oder bessere klinische Wirksamkeit im Vergleich zu den Kontrollgruppen, wobei ein klarer positiver Trend bei der Kosten-Effizienz und eine statistisch signifikante Zunahme der Studienqualität im Laufe der Jahre zu verzeichnen war.

Dieser Systematic Review1 von Prof. Thomas Ostermann (Universität Witten/Herdecke, Deutschland) umfasste 15 Studien, die in einem früheren Systematic Review2 aus dem Jahr 2014 untersucht wurden, sowie 6 zusätzliche Studien. Die Ergebnisse dieser 21 Studien zeigten einen klaren positiven Trend, der im Folgenden zusammengefasst wird:


(*zwei dieser Studien erwiesen sich durch inkrementale Kosten-Effektivitäts-Analysen als kosteneffektiv).

Zwei unabhängige Forscher bewerteten die Qualität der Studien anhand der CHEC-Liste, die speziell für die Verwendung bei wirtschaftlichen Bewertungen entwickelt wurde. Die CHEC-Bewertungen reichten von 2 bis 16 (bei einer maximalen Punktzahl von 19): Studien, die vor 2009 veröffentlicht wurden, hatten eine niedrigere Durchschnittspunktzahl (6,7 ± 3,4) als solche, die in oder nach 2009 veröffentlicht wurden (9,4 ± 4,3).

Es ist erwähnenswert, dass die beiden zuletzt veröffentlichten Studien, die in den Review einbezogen wurden3,4, zu den Studien mit der besten Qualitätsbewertung gehören. Neben einem gut gewählten Studiendesign wurden in beiden Studien ökonomische Evaluierungen auf dem neuesten Stand der Technik durchgeführt. Die Autoren des aktualisierten Systematic Reviews betonen, wie wichtig es ist, dieses hohe Niveau bei künftigen wirtschaftlichen Bewertungen der Homöopathie beizubehalten.

Die qualitativ hochwertigste einzelne Kosten-Effizienez-Studie4 (CHEC-Liste: 89 %) bewertete die Auswirkungen eines „rezeptfreien” homöopathischen Arzneimittels, SilAtro-5-90. Eine klinische Studie aus dem Jahr 2017 ergab, dass die Anwendung von SilAtro-5-90 zusammen mit konventionellen Arzneimitteln das Wiederauftreten akuter Mandelentzündungen verringerte5; die anschließende wirtschaftliche Bewertung ergab, dass SilAtro-5-90 im Vergleich zur alleinigen Behandlung mit konventionellen Arzneimitteln auch die Kosten reduzierte (insbesondere wenn eine Operation vermieden wurde).4

In einer pragmatischen randomisierten klinischen Studie wurden 256 Kinder und Erwachsene (im Alter von 6 bis 60 Jahren), bei denen eine mäßig rezidivierende Tonsillitis diagnostiziert wurde, zwei Jahre lang beobachtet. Die zusätzliche Behandlung mit SilAtro-5-90 erwies sich als klinisch wirksam und verringerte nicht nur die Zahl der akuten Halsinfektionen, sondern auch die Tonsillitis-spezifischen Symptome und den Bedarf an Antibiotika im Vergleich zur alleinigen konventionellen Behandlung.5 Eine anschließende modellgestützte wirtschaftliche Bewertung der zusätzlichen Kosten* pro akuter Halsinfektion ergab Folgendes:4

  • bei Kindern unter 12 Jahren ist eine zusätzliche Behandlung mit SilAtro-5-90 immer kosteneffektiv (unabhängig vom Schweregrad der rezidivierenden Mandelentzündung), da sie die Zahl der akuten Halsinfektionen zu geringeren Kosten reduziert als die alleinige herkömmliche Behandlung
  • bei Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren mit „schwerer” rezidivierender Tonsillitis (mehr als drei akute Halsinfektionen pro Jahr) konnte durch SilAtro-5-90 eine teure chirurgische Tonsillektomie vermieden werden.

Weitere qualitativ hochwertige Forschungsarbeiten zu diesem Thema sind eindeutig gerechtfertigt: Auf der Grundlage dieser ermutigenden Ergebnisse wird sich eindeutiger feststellen lassen, ob die Homöopathie in Zukunft eine Rolle bei der Bewältigung der Gesundheitskosten spielen kann und dabei ein mit den bestehenden Behandlungen vergleichbares Niveau der klinischen Wirksamkeit beibehält.

Lästige Warzen: So kann die Homöopathie helfen

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Warzen stellen für viele Menschen ein lästiges und unangenehmes Hautproblem dar. Oftmals erweisen sie sich als hartnäckig und schwer zu entfernen, und die traditionellen Methoden wie Vereisen, Verätzen oder chirurgisches Entfernen können nicht nur schmerzhaft, sondern auch belastend für die Haut sein. Sie bekämpfen meist nur die Symptome, nicht aber die Ursache, was zu einem erneuten Auftreten führen kann. Eine sehr gute Methode bietet die Homöopathie, die auf sanfte Weise helfen kann, Warzen effektiv zu behandeln.

Bewährte Hausmittel gegen Warzen

Neben der Homöopathie gibt es auch einige bewährte Hausmittel, die sich bei der äußerlichen Anwendung gegen Warzen bewährt haben:

  • Schöllkraut (Chelidonium majus): Die Urtinktur kann punktgenau auf die Warze aufgetragen werden und wirkt natürlich gegen das Hautproblem.
  • Thuja-Tinktur: Ebenfalls für die äußerliche Anwendung empfohlen, hat sich Thuja bei der Behandlung von Warzen als effektiv erwiesen.
  • Fußbäder mit Basensalz, Emsersalz oder Meersalz: Bei Dornwarzen können solche Bäder in Kombination mit einer sanften Bearbeitung der Warze mit einem Bimsstein Linderung verschaffen.

Homöopathische Arzneimittel zur Warzenbehandlung

Für eine zielgerichtete Behandlung je nach Art und Beschaffenheit der Warzen empfehlen sich verschiedene homöopathische Mittel:

  • Causticum / Causticum hahnemanni: Ideal für zahlreiche, kleine Warzen, besonders um die Fingernägel oder im Gesicht, die hart, hornig oder weich und gestielt sein können.
  • Calcium Carbonicum: Für viele kleine, verhornte und juckende Warzen, die sich leicht entzünden.
  • Solanum dulcamara: Wirksam bei großen, fleischigen und glatten Warzen an den Händen.
  • Natrium Muriaticum: Geeignet für druckempfindliche Warzen an Handinnenflächen und Füßen.
  • Staphysagria: Bei stark juckenden, berührungsempfindlichen Warzen, die zu Blutungen neigen.
  • Antimon crudum: Für hornige Warzen an den Fußsohlen, wobei bei Schmerzen auch Silicea oder Thuja nützlich sein können.
  • Acidum silicicum: Empfohlen für Personen, die schnell frieren und zu schwitzenden Händen und Füßen neigen.
  • Nitricum acidum: Für reizbare Personen mit leicht blutenden, schmerzenden Warzen.

Die Homöopathie bietet eine effektive Behandlungsoption zu aggressiven Behandlungsmethoden und setzt auf die Selbstheilungskräfte des Körpers. Durch die Auswahl des passenden Arzneimittels, angepasst an die spezifischen Symptome und Charakteristika der Warzen, kann eine effektive und nachhaltige Behandlung erreicht werden. Es ist jedoch ratsam, sich vor der Anwendung homöopathischer Arzneimittel von einem Arzt oder Ärztin beraten zu lassen, um die optimale Wirkung zu erzielen und die Gesundheit der Haut zu fördern.

Bindehautentzündung: Homöopathische Arzneimittel für klare und gesunde Augen

Bindehautentzündungen, auch Konjunktivitis genannt, zählen zu den verbreitetsten Augenerkrankungen. Sie können in jeder Jahreszeit auftreten, doch besonders in den Wintermonaten und während der Grippesaison sind sie eine häufige Erscheinung. Die Entzündung der Bindehaut – der durchsichtigen Schleimhaut, die das Weiße des Auges und das Innere der Augenlider überzieht – kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden, wobei Viren und Bakterien die Hauptverursacher sind.

Symptome einer Bindehautentzündung

Die klassischen Symptome einer Bindehautentzündung umfassen:

  • Rötungen des Auges
  • Tränenfluss
  • Juckreiz
  • In manchen Fällen die Bildung einer eitrigen Absonderung

Diese Beschwerden können nicht nur unangenehm sein, sondern auch die täglichen Aktivitäten erheblich beeinträchtigen.

Homöopathische Behandlung bei Bindehautentzündung

Homöopathische Arzneimittel haben sich bei der Behandlung von Bindehautentzündungen als wirksam erwiesen, sowohl zur Linderung der Symptome als auch zur Beeinflussung der zugrunde liegenden Infektion. Ein häufig verwendetes Mittel ist Euphrasia (Augentrost), zum Beispiel in der Potenz D 6. Euphrasia wird bei Symptomen wie brennenden und scharfen Tränen, häufigem Blinzeln und Lichtscheu empfohlen. Patienten berichten zudem oft über die Empfindung, als ob ein Haar über dem Auge liegen würde, was zu verstärktem Reiben des Auges führt. Begleiterscheinungen können ein reichlicher Schnupfen und schleimiger Husten sein, wobei sich die Beschwerden in warmen Räumen verschlimmern und an frischer Luft verbessern.

In den Anfangsstadien einer Infektion kann Aconitum napellus (Eisenhut) (z.B. in der Potenz C30) helfen, insbesondere wenn die ersten Symptome nach dem Einfluss von starker, trockener Kälte und plötzliche Anzeichen eines fieberhaften Infekts auftreten. Das Arzneimittel ist angezeigt, wenn die Augen zu Tränen beginnen und eine Infektion im Anmarsch scheint.

Atropa belladonna (Tollkirsche) wird empfohlen, wenn die Bindehautentzündung plötzlich beginnt, möglicherweise nach Einwirkung von feuchter Kälte oder Hitze bzw. Sonnenexposition. Typisch für Belladonna sind stark gerötete Augen mit heftigem Stechen und Brennen.

Diese Beispiele zur homöopathischen Behandlung von Bindehautentzündungen zeigt, wie individuell angepasste Therapien zur Linderung spezifischer Symptome beitragen können. Die angeführten Arzneien sind nur drei von zahlreichen Weiteren, die zur Therapie einer Konjunktivitis in Frage kommen können. Die Anwendung solcher Arzneimittel kann eine wirksame Methode sein, um die Heilung zu unterstützen und die Beschwerden von Bindehautentzündungen zu reduzieren.

Bei der Auswahl eines Homöopathikums ist es wichtig, die Symptome genau zu betrachten und ein Arzneimittel zu wählen, das zu diesen passt.  Bei Anzeichen einer Konjunktivitis sollte ein Arzt zurate gezogen werden; sollten die Beschwerden anhalten oder schlimmer werden, bitte sofort einen Augenarzt konsultieren.

Pferdepraxis: Mauke – wenn die Fesselbeuge leidet

Die Mauke ist eine heimtückische Gesellin: Sie kommt oftmals scheinbar über Nacht, um dann mit ziemlicher Standfestigkeit zu bleiben. Doch keine Angst: Gewusst wie, können homöopathiekundige Tierärzte die Dermatitis superficialis in der Fesselbeuge des Pferdes relativ rasch und nachhaltig behandeln.

Der Begriff Mauke leitet sich von dem Norddeutschen Synonym für „stinkende Käsefüße“ oder auch „fauler Gestank“ („Es maukt hier wie die Pest!“) ab und beschreibt damit das letzte Stadium der Erkrankung. Am Beginn der Erkrankung ist die Haut etwas empfindlich, gerötet und leicht geschwollen, daraus entwickeln sich relativ bald die typischen Hautrisse mit Krustenbildung und blutigem Schorf – ist es dann einmal so weit, entwickelt die Infektion rasch Eiter und üblen Geruch. Treffen kann es alle Pferde, aber vor allem jene Tiere mit hohem Blutanteil (Vollblüter und Traber), denn diese haben eine besonders dünne Haut im Fesselbereich.

Die zwei Gesichter der Mauke

Die Erkrankung wird grob in zwei Arten eingeteilt. Die primäre Form tritt nach einer Hautverletzung der Fesselbeuge auf. Es kommt zu tiefen und auch schmerzhaften Hautrissen, die bluten und schließlich eine Kruste entstehen lassen. Im weiteren Verlauf können Keime (z.B. Staphylokokken) durch die verletzte Haut eindringen, wodurch eine sekundäre bakterielle Infektion entsteht, gepaart mit Eiterbildung und schmierigen Belägen.
Doch die sekundäre Form, also die primär durch bakterielle Prozesse und/oder Infektionen bedingte Mauke kann auch durch viele weitere Faktoren ausgelöst werden.

Ein häufiger Auslöser ist Strahlfäule, wodurch sich Keime entwickeln, die eine Mauke begünstigen. Weitere Ursachen betreffen die Haltung oder die Fütterung des Pferdes: Feuchte, matschige Böden in Ausläufen und Koppeln der Tiere und unhygienische Aufstallung mit erhöhter Ammoniakbelastung schädigen die ohnehin empfindliche Haut der Fesselbeuge. Auch die oft nicht vermeidbare Insektenbelastung bei Weidehaltung stellt durch Keimübertragung ebenfalls ein Risiko dar, vor allem von bereits erkrankten zu gesunden Tieren. Eiweißreiches oder zu gehaltvolles Kraftfutter auf Kosten von ausreichender Rauhfuttergabe kann sich ebenfalls ungünstig auf die Hautbarriere auswirken und so das Eintreten von Keimen erleichtern.

So kann man die Mauke schnell ausheilen

Die primäre Form der Mauke ist – wenn man früh genug behandelt – mit speziellen Cremen, Salben oder Tinkturen relativ schnell in den Griff zu bekommen. Als Erste Hilfe Maßnahme empfehlen wir Umschläge mit Calendula Urtinktur – diese kann man auf eine Wundauflage träufeln und mit einem Verband auf der erkrankten Region fixieren. Auch ein Calendula-Fußbad (Urtinktur 1:100 mit Wasser verdünnt) oder das Eincremen mit Calendula Salbe kann schnelle Linderung bringen. Bitte niemals die Blutkruste abkratzen oder eine andere Manipulation an der verletzten Haut vornehmen – das führt unweigerlich zur Verschlechterung der Mauke.
Viel schwieriger ist die sekundäre Form der Mauke zu therapieren, da die Ursache nicht oberflächlich liegt, sondern der entzündliche Prozess irgendwo im Körperinneren liegt. Daher muss die Therapie hier immer ganzheitlich erfolgen, da bei ausschließlicher Symptom-Behandlung der oberflächlichen Hautläsionen sehr schnell eine chronische Mauke entstehen kann. Es sollte daher der tiefliegende Infektionsherd analysiert und eliminiert werden, damit es zu einem dauerhaften Therapieerfolg kommen kann.

Da es sich bei der Mauke um eine äußerst schmerzhafte Erkrankung handelt, die in schweren Fällen bis zur Lahmheit oder orthopädischen Folgeerkrankungen führen kann, ist es notwendig den Tierarzt des Vertrauens hinzuziehen. Es stehen eine Reihe guter Therapeutika zur Verfügung, vor allem aber sollen dem Pferd, wenn angezeigt, entsprechende Medikamente gegen den Schmerz verabreicht werden (Entzündungshemmer und/oder Schmerzmittel). Dem homöopathisch arbeitenden Tierarzt steht unter vielen anderen homöopathischen Arzneien auch die Maukenosode zur Verfügung. Bei dieser Nosode handelt es sich um ein vom Pharmazeuten gemäß österreichischem Arzneibuch aufbereitetes Maukematerial, das nach dem Ähnlichkeitsprinzip der Homöopathie wirkt und die Mauke meist sehr rasch ausheilen lässt.
In der Akutphase der Erkrankung darf das Pferd nicht geritten werden und sollte möglichst sauber und trocken in nicht zu tiefen Boden stehen. Auch bei dieser sekundären Form kann ein Hufbad mit Calendula Urtinktur den Heilungsverlauf positiv beeinflussen, da die Durchblutung gefördert wird. Aber auch bei Mauke gilt einmal mehr unser Grundsatz: Die beste Prävention gegen Krankheiten ist eine tiergerechte Haltung, gesunde Fütterung und korrekter Hufbeschlag oder Barhufpflege.

Autoren: Dr. vet. med. Petra Weiermayer, Dr. vet. med. Erich Scherr

 

Homöopathie für Babys

In der Regel kommen Kinder gesund und voll Lebenskraft auf die Welt. Mit erstaunlicher Energie und Neugier wachsen sie heran, lernen ihre Umgebung kennen und entdecken die Welt auf ihrem Weg zum Erwachsenen.

Dabei durchlaufen sie verschiedene Entwicklungs- und Reifungsprozesse, sowohl auf körperlicher wie auf seelischer Ebene. Der kleine Organismus muss sich von der „RundumVersorgung“ im Mutterleib langsam auf „Selbstversorgung“ umstellen. Manchmal ist da schon in den ersten Monaten eine Unterstützung notwendig; diese sollte liebevoll und begleitend sein und so wenig wie möglich in den natürlichen Entwicklungsprozess eingreifen.

Geeignete homöopathische Arzneimittel für Babys

Die starke Lebenskraft eines Kindes macht es möglich, dass der kleine Körper über eine hohe Regulationsfähigkeit und damit über starke Selbstheilungskräfte verfügt. Daher sind sanfte, die Regulationsfähigkeit unterstützende Therapien wie die Homöopathie schon für Babys sehr gut geeignet. Die nach den individuellen Bedürfnissen des Kindes ausgesuchten homöopathischen Arzneimittel geben dem kindlichen Organismus heilende Impulse und fördern so seine Entwicklung.

Im Folgenden werden einige bewährte Arzneimittel zur Linderung von typischen Beschwerden im Säuglingsalter besprochen. Bei ernsthaften Beschwerden sollten Sie mit der/dem (homöopathisch behandelnden) Kinderärztin/ Kinderarzt oder Hebamme Rücksprache halten. Bei Fortbestand oder gar Verschlechterung der Beschwerden ist in jedem Fall eine Ärztin oder ein Arzt aufzusuchen!

Dreimonatskoliken

Das sensible, noch nicht ganz ausgereifte Verdauungssystem ist in den ersten Lebensmonaten besonders anfällig für Störungen. Oft sind zu hastiges Trinken und Luftschlucken Ursache der Bauchschmerzen: Die Luft ist im Milchschaum gebunden und kann nicht aufgestoßen werden.

Eine weitere Herausforderung für das Bäuchlein ist die Verdauung der Milch, vor allem, wenn das dafür notwendige Mikrobiom im Darm noch nicht ausreichend etabliert ist. Die Kleinen bekommen gleich nach dem Trinken oder auch etwas später wellenartige Darmkoliken; mit herzzerreißendem Weinen, Geschrei und Gestrampel teilen sie unüberhörbar ihre Bauchschmerzen der Umgebung mit.

Im Alter von drei bis vier Monaten hört der Spuk meistens auf. Bei heftigen Bauchschmerzen mit zornigem Schreien kann Chamomilla (Matricaria recutita) hilfreich sein. Das Baby überstreckt sich vor Schmerzen nach hinten, das Köpfchen ist heiß und verschwitzt. Gehen Blähungen ab, riechen sie nach verfaulten Eiern. Kommt noch Durchfall dazu, so ist dieser gelb-grün, säuerlich und ebenfalls übelriechend. Diese Form der Bauchschmerzen können auch während der Zahnung wieder auftreten. Das Umhertragen oder sanfte Schaukeln des Babys kann kurz beruhigen.

Anders ist das Bild, wenn Lycopodium clavatum die passende Arznei ist. Die schmerzhaften Blähungen treten schon während des Trinkens oder unmittelbar danach auf. Der Bauch ist regelrecht aufgetrieben und man kann gurgelnde Darmgeräusche hören. Das Baby trinkt rasch, hastig und ist schnell satt, aber auch bald wieder hungrig. Eine Verschlechterung kann nachmittags, in den frühen Abendstunden beobachtet werden.

Krümmt sich das Baby vor Schmerzen zusammen und zieht die Beinchen zum Bauch hoch, dann ist an Magnesium phosphoricum zu denken. Bei diesen Bauchschmerzen bringen auch sanfte Massagen mit wärmenden Windöl, ein warmes Bad oder eine Wärmflasche wohltuende Entspannung.

Windeldermatitis

Die zarte Babyhaut ist noch sehr empfindlich und kann vor allem im Windelbereich schnell gereizt sein. Einerseits sind Urin und Stuhl/Durchfall dafür verantwortlich, der Wärmestau und auch der Luftabschluss unter der Windel begünstigen die Reizung. In leichten Fällen ist die Haut nur gerötet, in schweren Fällen kommt es zu Papeln, Bläschen und offenen Hautstellen. Manchmal siedeln sich Candida albicans (Windelsoor) oder Bakterien an.
Wichtig ist daher öfters Wickeln und das Baby zwischendurch mit nacktem Po an der frischen Luft liegen lassen, damit die Haut „durchatmen“ kann.

In leichten Fällen kann man auch Muttermilch auftupfen oder die Haut mit einer Ringelblumencreme pflegen. Ist der Po hochrot und entzündet, das Baby lässt sich nicht wickeln und wirft sich zornig schreiend herum, kommt wieder Chamomilla (Matricaria recutita) zum Einsatz. Oftmals haben die Kleinen gleichzeitig einen gelb-grünlichen, säuerlichen Durchfall und übelriechende Blähungen. Während der Zahnung kann die Haut auch empfindlicher sein und diese Form der Windeldermatitis auftreten.

Riecht der Stuhl sehr sauer und ruft einen wunden Po hervor, ist Calcium carbonicum eine passende Arznei. Das Baby schwitzt leicht, vor allem am Kopf beim Trinken und Schlafen und auch der Schweiß riecht säuerlich. Ansonsten isst das Kind gut und ist eigentlich ein zufriedenes Baby.

Zahnen

Die Zähne sind schon von Geburt an im Kiefer des Babys angelegt, der erste Zahn bricht durchschnittlich im 6. Lebensmonat durch. Beschwerden im Zusammenhang mit dem Zahndurchbruch können aber schon früher auftreten. Diese Zeit ist für viele Kinder (und ihre Eltern) sehr unangenehm – das Zahnfleisch ist an der Stelle des Durchbrechens geschwollen, gerötet und schmerzhaft. Die Kinder sind in dieser Zeit infektanfällig, unruhig, schlafen schlecht und leiden unter Fieber, Durchfall, Schnupfen, Husten oder Ohrenschmerzen. Manchmal wird ein Beißring als angenehm empfunden, manchmal bringt ein Stück hartes Brot Linderung.

Auf die betroffene Kieferstelle kann auch Salbeitee aufgetupft oder einmassiert werden. Eine wichtige Arznei ist auch hier wieder Chamomilla.

Das Kind schreit und tobt vor Schmerzen und lässt sich kaum beruhigen. Überempfindlich reagiert das Kind zornig bei Berührung im Mund oder im Gesicht. Oft ist das Zahnen von stinkendem, gelb-grünen Durchfall, Fieber und/oder Ohrenschmerzen begleitet.

Treten die Schmerzen plötzlich auf und ist das Zahnfleisch knallrot und geschwollen wird Atropa belladonna (früher Belladonna) hilfreich sein. Das Kind ist unruhig, auffallend sind der rote, heiße Kopf und kalte Hände und/oder Füße. Auch bei diesem Bild sind die Kinder sehr berührungsempfindlich und lassen sich kaum untersuchen.

Schreit das Baby nicht, sondern ist quengelig, weinerlich und wimmert mehr anstatt zu schreien, ist das ein Hinweis auf Pulsatilla pratensis. Dabei ist der Mund des Babys eher trocken, trotzdem hat das Kleine kaum Durst. Oft tritt in dieser Zeit ein milchig-weißlicher Schnupfen und Ohrenschmerzen auf. Besser geht es dem Baby an der frischen Luft oder im gut gelüfteten Zimmer, Trost bessert.

Die wichtigste Arznei sei noch erwähnt: Die Liebe und Zuwendung von Seiten der Eltern und der Familie. Sie wirkt ebenfalls schmerzlindernd und ist ausgesprochen heilungsfördernd.

Homöopathie in Österreich- eine Chronik

Homöopathie in Österreich – eine ChronikHomöopathie in Österreich- eine Chronik
Ärztinnen und Ärzte berichten über 4 Jahrzehnte

Jutta Gnaiger-Rathmanner (Hg.)
Verlag Bibliothek der Provinz, 1. Auflage, 2022
Hardcover, 352 Seiten
ISBN 978-3-99126-081-3

Erfahren Sie mehr über die Entwicklung der Homöopathie in Österreich seit Entstehung der „Wiener Schule“ von Prof.Dr. Mathias Dorcsi. Im ersten Teil werden geschichtlichen Zusammenhänge chronologisch geordnet, im zweiten Teil zeigen 20 Interviews und 11 biographisch orientierte Berichte auf, wie Homöopathie in Österreich gelebt wird, welche Netzwerke sich entwickelt haben und welche Herausforderungen es damals und heute gab bzw. gibt.

COPD: Mit Homöopathie schneller von der Beatmung loskommen

In Österreich gilt die COPD als „Volkskrankheit“: Schätzungen zufolge leiden zwischen 400.000-800.000 Menschen an der Atemwegserkrankung. Somit ist fast jede(r) Zehnte über 40 Jahren von der im Volksmund als „Raucherlunge“ bezeichneten Krankheit betroffen.

In den Industriestaaten ist COPD die vierthäufigste Todesursache. COPD wird meistens durch Rauchen verursacht und Husten ist eines der vorherrschenden Symptome. Verschlechtert sich die COPD akut, husten die Patienten mehr zähen Schleim aus, leiden vermehrt unter Atemnot und müssen möglicherweise beatmet werden. In den Vereinigten Staaten werden pro Jahr rund 500000 Patienten mit COPD wegen einer akuten Verschlechterung ihrer Erkrankung ins Spital aufgenommen.

Müssen die Patienten wegen ihrer Luftnot beatmet werden, ist es nicht einfach, sie später wieder vom Beatmungsgerät zu entwöhnen. Bei anderen Krankheiten gelingt das rascher. Das liegt unter anderem daran, weil Patienten mit COPD viel zähen Schleim in der Luftröhre bilden.

Kalium-Dichromat wird normalerweise in der Homöopathie angewendet, um starke Verschleimungen in der Luftröhre zu lösen, etwa im Falle einer akuten Nasennebenhöhlen-Entzündung. Es wird in Form von Globuli genommen. Das Mittel könnte gemäss Autoren der Studie helfen Patienten mit COPD besser vom Beatmungsgerät abzulösen.

Ziel der Studie

Das Ziel der Studie (Erstautor & Veröffentlichung: M. Frass, März 2005) war es herauszufinden, ob Kalium-Dichromat den Schleim in der Luftröhre bei COPD-Patienten reduziert und die Betroffenen so schneller vom Beatmungsgerät entwöhnt und rascher von der Intensivstation entlassen werden können.

Ablauf der Studie

An der Studie nahmen 55 Personen mit COPD teil, bei welchen das Beatmungsgerät aufgrund von zu viel Schleim nicht entfernt werden konnte. Sie waren im Schnitt 69 Jahre alt und drei Viertel waren Männer. Die Studienteilnehmer wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Die Behandlungsgruppe erhielt zweimal täglich fünf Globuli Kalium-Dichromat, die Vergleichsgruppe erhielt ein Placebo.

Um die Wirksamkeit der Behandlung zu beurteilen, wurden folgende Kriterien gemessen:

  • die Menge an Schleim in der Luftröhre,
  • die Zeit, bis das Beatmungsgerät entfernt werden konnte und
  • die Zeit auf der Intensivstation.

Die Menge an Schleim teilten die Forscher je nach Milliliter- Menge in drei Grade ein (0-5 Milliliter = Grad-1, 5-10 Milliliter = Grad-2, 10-15 Milliliter = Grad-3).

Ergebnisse der COPD-Studie

• Patienten mit Kalium-Dichromat hatten im Schnitt eine geringere Schleimmenge, also Grad-1 bis -2, als Patienten mit Placebo, welche häufiger Grad-2 bis -3 Mengen bildeten.

  • Patienten mit Kalium-Dichromat wurden im Schnitt nach 2,9 Tagen extubiert und nach 4,2 Tagen auf die Normalstation verlegt, diejenigen mit Placebo nach 6,1 Tagen beziehungsweise nach 7,7 Tagen. Diese Unterschiede waren statistisch bedeutsam.
  • Die Variabilität innerhalb der Gruppen war gross: Patienten mit Kalium-Dichromat konnten zwischen einem und sechs Tage wieder selbstständig atmen und wurden nach zwei bis acht Tagen auf die Normalstation verlegt. Auch bei Patienten mit Placebo atmeten einige nach wenigen Tagen wieder alleine, während andere bis zu 14 Tagen brauchten. Patienten mit Placebo waren zwischen vier und 17 Tagen auf der Intensivstation.

Fachlicher Kommentar

Warum das homöopathische Arzneimittel diese Effekte zeigte, ist unklar. Die Autoren erklären es sich damit, dass der Körper mit Hilfe des homöopathischen Mittels seine eigenen physikalischen Vorgänge wieder regulieren kann. Abzuwarten ist, ob sich die Effekte in grösseren Studien bestätigen.

Wichtig wäre auch zu wissen, ob Kalium-Dichromat Nebenwirkungen verursacht. Das haben die Forscher nicht erfasst. In der Packungsbeilage von Kalium-Dichromat steht, dass das Mittel Hautreaktionen hervorrufen kann. Abgesehen davon wäre es interessant zu wissen, ob Kalium- Dichromat besser wirkt als andere Strategien, beispielsweise andere Beatmungstechniken oder Medikamente. Und ob es bestimmte Patienten gibt, die eher von dem Mittel profitieren als andere. Darauf weist möglicherweise hin, dass manche Patienten auch mit Kalium-Dichromat länger brauchten, bis sie wieder selbstständig atmen konnten.

Bewährt sich Kalium-Dichromat in grösseren Studien und sind die Nebenwirkungen vertretbar, könnte das homöopathische Mittel helfen, dass Patienten mit COPD nach einem akuten Erkrankungsschub rascher gesund werden. Eine kurze künstliche Beatmungsdauer hat den Vorteil, dass sich die Lunge weniger an die Unterstützung gewöhnt und sich die Patienten anschliessend schneller erholen. Das homöopathische Mittel ist eine kostengünstige und einfach anzuwendende Behandlung.

Stärken und Schwächen der Studie

Eine Stärke der Studie ist, dass es sich um eine randomisierte Placebo-kontrollierte Doppelblindstudie, kurz RCT, handelt. Dieses Studiendesign ist der aktuelle Goldstandart, um die Wirkung von einem Medikament zu untersuchen. Weder die Teilnehmer noch das Studienteam wussten, in welcher Behandlungsgruppe die Patienten waren. Die Autoren reduzierten weitere Störfaktoren, in dem sie die Untersuchung in einer kontrollierten Umgebung, nämlich im Spital, durchführten. Auch verwendeten sie objektive Kriterien. Diese können nicht bewusst vom Patienten beeinflusst werden.

Eine Schwäche der Studie ist, dass es sich um eine kleine Studie handelt. Somit lassen sich die Ergebnisse nicht auf alle Patienten mit COPD übertragen. Zur Beurteilung der Menge an Schleim wurde der Durchschnittswert aller Messungen verwendet. Es ist also unklar, wie sich die Schleimbildung über die Zeit verändert und wann sich mögliche Verbesserung mit Kalium-Dichromat einstellen. Offen bleibt auch, welche Nebenwirkungen und Risiken das Mittel Kalium-Dichromat möglicherweise verursacht.

Fazit

Die vorliegende Studie zeigt, dass das homöopathische Mittel Kalium-Dichromat die Zeit der künstlichen Beatmung bei Patienten mit COPD verkürzt. Weitere Untersuchungen zur Wirksamkeit und Nebenwirkungen des Mittels könnten einen Einsatz in der intensivmedizinischen Behandlung ermöglichen und damit die Versorgung von Patienten mit COPD verbessern.

Zusammenfassung auf einen Blick

  • Die chronische Atemwegserkrankung COPD ist sehr häufig.
  • Bei Verschlechterung der Krankheit müssen Patienten wegen Atemnot auf der Intensivstation beatmet werden.
  • Weil die Patienten viel Schleim in den Atemwegen bilden, ist es nicht einfach, sie vom Beatmungsgerät entwöhnen.
  • Mit dem homöopathischen Mittel Kalium-Dichromat bildeten beatmete COPD-Patienten in einer kleinen Studie weniger Schleim, sie konnten rascher wieder allein atmen und früher auf die Normalstation verlegt werden.
  • Offen bleibt, welche Nebenwirkungen Kalium-Dichromat verursacht, ob das Mittel besser ist als andere Strategien und ob sich die Ergebnisse in grösseren Studien bestätigen lassen.

Arzneimittelbild: Chamomilla Recutita – die echte Kamille

Kaum eine Arzneipflanze ist so beliebt und bekannt wie die Echte Kamille. In der Homöopathie hat sie als Kindermittel einen festen Platz. Doch auch für Erwachsene wird diese Arznei öfters benötigt.

Diese vielseitige Pflanze gehört zur Familie der Korbblütler und ist somit ein direkter Verwandter von Gänseblümchen, Arnika, Löwenzahn, Ringelblume, Kopfsalat, Topinambur, Schwarzwurzel und vieler anderer Heil- und Nutzpflanzen. Die Echte Kamille ist eine einjährige, bis zu 60 cm hohe krautige Pflanze. Die Blätter sind wechselständig und fiederspaltig, die aufrechten und kahlen Stängel sind stark verzweigt und tragen bis zu 120 einzelstehende Blütenköpfchen pro Pflanze. Die weißen Zungenblüten umranden die goldgelben Röhrenblüten. Die Blütezeit ist in unseren Breiten von Mai bis September. Der Blütenboden ist bei der Echten Kamille gewölbt und hohl, so kann man sie leicht von der Römischen Kamille oder anderen Kamillenarten unterscheiden. Ursprünglich wuchs die Echte Kamille in Süd- und Osteuropa. Durch den Menschen verbreitet ist sie heute in ganz Europa, Nordamerika und Australien anzutreffen. Meist wächst sie wild entlang von Wegrändern oder Äckern, zum Leidwesen der Bauern. Auf landwirtschaftlichen Flächen gilt die Kamille als Unkraut, obwohl sie positiv auf andere Pflanzen in ihrer Umgebung wirkt und das Wachstum fördern soll. Um den enormen Bedarf an Echter Kamille in der Pharmazie und Kosmetikindustrie zu decken, wird die Pflanze in großen Kulturen und Plantagen angebaut.

Anwendung der echten Kamille

Verwendet werden die oberirdischen Pflanzenteile, vor allem die Blüten. Beim Zerreiben der Blüten entsteht der starke, aromatische und charakteristische Kamillengeruch. In der Volksheilkunde und Pflanzenheilkunde wird die Echte Kamille schon seit dem Altertum verwendet. Sie wirkt entzündungshemmend, krampflösend, blähungslindernd, wundheilungsfördernd, leicht beruhigend und schlaffördernd. Ob als Tee, Tinktur oder Öl – mit der Kamille wird gegurgelt, inhaliert, gespült, ein Umschlag gemacht, gebadet und natürlich wird sie auch als Tee getrunken. Eine Besonderheit ist das Kamillenöl, das mittels Wasserdampfdestillation aus den Blüten gewonnen wird. Das Öl ist nicht wie von den meisten Pflanzen gelb oder grün, sondern wegen des Gehalts an Azulen tiefblau. Es wird wie alle anderen Zubereitungen der Kamille und in der Aromatherapie verwendet.

Chamomilla in der Homöopathie

Die Urtinktur wird aus der frischen, zur Blütezeit gesammelten Echten Kamille hergestellt. Samuel Hahnemann führte selbst die erste ausführliche Prüfung durch. Die Arznei hat ihren hauptsächlichen Bezug zu den Nerven, den Schleimhäuten und der Psyche.

Überempfindlichkeit

Chamomilla-Persönlichkeiten empfinden alles stärker, heftiger als andere Personen. Ob Schmerz, Berührung, Widerspruch, alles erschüttert sie tief, verletzt sie (Verletzung ist ein großes Thema bei allen Korbblütlern). Diesen auf sie hereinstürmenden Reizen sind sie ungeschützt ausgeliefert, sie können sich nicht dagegen wehren oder abschirmen. Die ständige Reizüberflutung macht Chamomilla-Personen „überreizt“, sie sind völlig überfordert und verzweifelt. Als Reaktion darauf werden sie mürrisch, ungeduldig, zornig und wütend. Ein Chamomilla-Kind tobt nicht aus Boshaftigkeit, sondern weil es sich nicht mehr anders zu helfen weiß.

Unzufriedenheit

Weil sie selber nicht wissen, was sie eigentlich wollen, sind Chamomilla-Persönlichkeiten ständig unzufrieden. Nichts kann man ihnen recht machen, eine Herausforderung für Eltern und Partner. Diktatorisch wird eine Sache verlangt, gleich darauf wütend zurückgewiesen – es war wieder das Falsche. Kinder schmeißen das Spielzeug wieder weg und weinen und schreien weiter; Erwachsene beschimpfen, beleidigen und streiten mit den Menschen, die ihnen helfen wollen. Vehement wird die Aufmerksamkeit eingefordert, man soll sich doch gefälligst endlich um die armen Chamomilla-Personen kümmern, aber nichts ist recht, was immer man auch macht oder anbietet. Selbst Anschauen oder Ansprechen steigert noch die Wut und Verzweiflung bei den Betroffenen und verschlimmert Beschwerden.

Zorn

Chamomilla-Kranke können aus geringstem Anlass sehr wütend werden. Selbst Trost und Zuspruch wird heftig abgelehnt. Schlagen, Beißen oder Treten können dann bei einem Tobsuchtsanfall durchaus vorkommen. Eigensinnig und jähzornig wollen sie ihren Willen durchsetzen – wenn sie doch nur wüssten, was sie wollen! Man bekommt den Eindruck Chamomilla-Personen sind aus Prinzip dagegen.

Kinder und Kamille

Chamomilla gilt als ein großes Kindermittel. Die Kinder schreien wie am Spieß vor Zorn und Schmerzen, sind mit nichts zu beruhigen. Sie wollen auf keinen Fall angefasst oder berührt werden, eine körperliche Untersuchung beim Arzt wird zur Zerreißprobe für die Nerven aller Beteiligten. Abends und nachts werden die Beschwerden schier unerträglich und hält die Kleinen, obwohl sie todmüde sind vom Schlafen ab – und mit ihnen Eltern oder Betreuungspersonen. Nach Mitternacht fallen sie dann endlich erschöpft in den Schlaf. Der Schlaf ist aber auch nicht ungestört. Wimmern und Weinen unterbricht oft die Nachtruhe von Groß und Klein. Einzig sanftes Schaukeln oder Herumtragen kann (kurzfristig) für etwas Entspannung sorgen.

Im Krankheitsfall sind die Kinder fiebrig heiß und verschwitzt. Der Kopf ist rot oder eine Wange ist rot, die andere blass. Wärme, Bettwärme, warme Getränke oder Speisen werden nicht vertragen. Äußere Reize wie Lärm oder Musik und Berührung verstärken ebenfalls die wütende Stimmung und die Beschwerden. Vor Schmerz oder Zorn machen sich die Kinder steif und biegen sich nach hinten durch. Blähungskoliken bei Säuglingen und Bauchschmerzen treten meist mit Durchfall auf. Der Durchfall ist schleimig, wundmachend und grünlich, als ob gehackter Spinat gegessen und nicht verdaut wurde. Eine Ohrentzündung ist bei Chamomilla mit heftigsten Schmerzen verbunden. Das Ohr ist rot und sehr berührungsempfindlich. Ursache der Ohrentzündung kann eine Erkältung, Zugluft oder Zahnung sein. Während der Zahnung hat sich Chamomilla schon oft bewährt.

Neben anhaltendem Schreien und schlaflosen Nächten kommt es auch zu grünlichem, stinkendem Durchfall oder einer Ohrentzündung bei jedem durchbrechendem Zahn.

Das homöopathische Arzneimittel Chamomilla für Erwachsene

Bei erwachsenen Chamomilla-Patienten fällt ebenfalls die cholerische, gereizte Stimmung und die extreme Empfindlichkeit auf. Die Schmerzen werden als unerträglich empfunden, Betroffene sind richtiggehend verzweifelt vor Schmerzen. Heftige Kopfschmerzen, (Gesichts-)Neuralgien, Ohrenschmerzen oder Zahnschmerzen entsprechen dem Chamomilla-Bild, wenn eine Wange rot und heiß, die andere Wange blass und kühl ist. Auch bei diesen Beschwerden wird Wärme und Hitze nicht vertragen, Kaffee kann die Kopfschmerzen verstärken.

Bei Erkrankungen der Verdauungsorgane, die mit heftigen Koliken, saurem, bitteren Aufstossen oder Erbrechen und grünlichem, sauren, fauligen Durchfall verbunden sind, lassen an Chamomilla denken. Verlangen besteht nach säuerlichen, kalten Getränken; warme Getränke und Kaffee werden nicht vertragen.

Beim Bewegungsapparat stehen heftige rheumatische Schmerzen, welche die Betroffenen nachts nicht schlafen lassen, im Arzneibild. Aufstehen und Herumgehen lindert die Beschwerden. Bei wehenartig schmerzhafter Menstruation, unerträglichen Wehen während oder starken Nachwehen nach einer Geburt hat Chamomilla schon oft geholfen. Die Blutung ist dunkel und klumpig und die betroffenen Frauen sind äußerst reizbar und weisen Hilfe oder Zuspruch zornig zurück.

Causa

Ursache für Beschwerden, die Chamomilla brauchen, sind Zorn und Ärger auf der psychischen Ebene. Körperlich kommen kalter Wind, Zugluft und Kaffee in Betracht. Ebenso sind Menstruation bei Frauen oder Zahnung bei Kleinkindern Auslöser für einen Chamomilla-Zustand.

Modalitäten

Verschlechterung abends und nachts; Wärme, Bettwärme, Zudecken, warme Speisen oder Getränke; Kälte, Wind, Zugluft; Berührung; Kaffee

Verbesserung feucht-warmes Wetter; Schwitzen; Bewegung, Herumgehen, Herumgetragen werden

Chamomilla in der Hausapotheke

Ohrenschmerzen

Unerträgliche, heftige, stechende Schmerzen, zornig und verzweifelt vor Schmerzen; heißes, rotes, geschwollenes Ohr, sehr berührungsempfindlich; rotes, schwitzendes Gesicht oder eine Gesichtsseite rot und heiß, andere blass und kühler Auslöser kalte Luft, kalter Wind, beginnende Erkältung,

Zahnschmerzen

Heftige, stechende Zahnschmerzen, die kaum ertragen werden; eine Wange ist rot und heiß, die andere blass und kühl; sehr berührungsempfindlich; dabei mürrisch und zornig Verschlechterung durch warme Getränke, Kaffee

Zahnung

Kind schreit und tobt vor Schmerzen, lässt sich kaum beruhigen; eine Wange ist rot, die andere blass; dabei überempfindlich und zornig bei Berührung; oftmals ist das Zahnen von stinkendem, grünlichen Durchfall, Fieber oder Ohrenschmerzen begleitet; sehr müde, kann trotzdem nicht schlafen

Blähungskoliken

Heftige Bauchschmerzen, Kind schreit und lässt sich nicht beruhigen; Kind biegt sich vor Schmerzen nach hinten durch; dabei schleimiger, grünlicher, übelriechender Durchfall; Blähungen und Durchfall riechen nach faulen Eiern; heißer, verschwitzter Kopf; überempfindlich bei Berührung Besserung durch lokale Wärme

Bauchschmerzen, Durchfall

Unerträgliche Bauchkrämpfe und aufgetriebender Bauch; mit grünlichem, nach faulen Eiern stinkenden Durchfall; dazu rotes, heißes, verschwitztes Gesicht; auch Folge von nervlicher Überlastung, Ärger Besserung durch lokale Wärme

Menstruationsschmerzen

Heftige, wehenartige Schmerzen während der Menstruation; dabei dunkle, klumpige Blutung; zusätzlich aufgetriebener Bauch, Durchfall; sehr gereizte und überempfindliche Stimmung Besserung durch lokale Wärmeanwendung

Schlafstörungen

Zornig und außer sich, kommt nicht zur Ruhe; sehr müde, kann aber trotzdem nicht schlafen; überempfindlich auf äußere Einflüsse und Schmerzen; neigt zu Wutanfällen; verträgt keinen Kaffee

Synthesis

Synthesis 2009 Frederik Schroyens - Bild 1 von 1Synthesis
Repertorium homoeopathicum syntheticum Edition 2009

Frederik Schroyens
Narayana Verlag 2009; korrigierter Nachdruck 2019
Lexikonformat mit Daumenregister, Leineneinband; 2560 Seiten

Eines der Standardwerke unter den Repertorien mit 180.400 Rubriken im Kopf zu Fuß Schema, am Ende des Buches ist ein Kapitel mit Veterinärsymptomen ergänzt. Erweitert wurde diese Ausgabe mit Korrekturen von Kent sowie  mehreren tausend Nachträgen u.a. von André Saine und Alfons Geukens. Das Daumenregister erleichtert das Auffinden der einzelnen Kapitel.
Auch als elektronische Version in zahlreichen Softwarelösungen wie z.B. Radar Opus® sowie als App unter Repertorium Synthesis erhältlich.
Grundkenntnisse der Homöopathie sowie über das Repertorisieren sind unbedingt erforderlich, um dieses Werk sinnvoll nutzen zu können, daher ausschließlich als Fachliteratur und nicht für den Laiengebrauch empfohlen.