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Homöopathische Sandkastenfibel

 

Homöopathische Sandkastenfibel, Michael Teut / Christian LucaeHomöopathische Sandkastenfibel

Michael Teut und Christian Lucae
KVC Verlag -Natur und Medizin e.V., 2014
Softcover, 96 Seiten
ISBN 978-3-945150-07-8

Die beiden erfahrenen Ärzte Dr. Lucae und Dr. Teut geben in diesem Ratgeber für Eltern wertvolle Tipps zur homöopathischen Selbsthilfe leichter Beschwerden von Säuglingen und Kleinkindern wie Blähungen, Zahnungsbeschwerden, Erkältungen und Verletzungen. Die wichtigsten Arzneien zum jeweiligen Beschwerdebild werden kurz und prägnant vorgestellt und Tipps zur Dosierung gegeben. Die tabellarische Darstellung erleichtert dabei den Überblick. Es wird dabei aber auch aufgezeigt, ab wann die Grenzen der Selbstbehandlung erreicht sind und es ratsam ist, die professionelle Hilfe eines Arztes in Anspruch zu nehmen. Praktische Tipps zur Prophylaxe und begleitenden Maßnahmen machen dieses Büchlein zu einem wertvollen Ratgeber und Einstiegshilfe in die Homöopathie.

Die homöopathische Taschenapotheke C30

 

Die homöopathische Taschenapotheke C30

Angela Failing-Striebel
Satz und Gestaltung: Michael C. Thumm;
Druck und Herstellung: CPI Ebner und Spiegel GmbH
1. Auflage 2022; 231 Seiten
ISBN 978-3-00-070305-8

In diesem Buch werden ca. 70 homöopathische Arzneien in C30 vorgestellt, die Beschreibungen zeigen eine Übersicht den Besonderheiten der einzelnen Arzneimittel und deren spezifischen Einsatzbereichen. Der Text ist gut verständlich geschrieben, die Leitsymptome der einzelnen Arzneien werden gleich am Beginn übersichtlich zusammengefasst. Ein vorangestelltes Kapitel über die Grundlagen sowie zu den wichtigsten Indikationen und den dafür in Frage kommenden Arzneien runden das Werk ab.

Verletzungen homöopathisch behandeln

Verletzungen homöopathisch behandeln

Verletzungen homöopathisch behandeln

Mohinder Singh Jus
Homöosana, SHI Homöopathie AG, Zug
1. Auflage 2007; Hardcover, 372 Seiten
ISBN-13: 978-3-906407-09-9

 

Ein ausführlicher und praxisbezogener Ratgeber, der übersichtlich in folgende Abschnitte gegliedert ist:
1. Grundlagen
2. Homöopathische Therapeutika (Arten von Verletzungen sind nach klinischen Gesichtspunkten wie z.B. Kopfverletzung, Muskelriss, Verbrennung, Quetschwunden, usw. geordnet)
3. Materia Medica (Arzneimittellehre): 30 häufig bei Verletzungen angewandte Arzneimittel werden hier näher beschrieben
4. Repertorium der Verletzungen: ein übersichtliches Indikationenverzeichnis
5. Verzeichnis der Indikationen und Arzneimittel

Cuprum metallicum – das Arzneimittelbild

Cuprum metallicum ist ein bewährtes homöopathisches Arzneimittel, das aus dem Edelmetall Kupfer (Cu) gewonnen wird. Kupfer, seit über 10.000 Jahren von Menschen verwendet, findet sich im Periodensystem der Elemente und wurde in der Antike vornehmlich auf der Insel Zypern abgebaut. Dieses Metall spielt eine essenzielle Rolle in vielen physiologischen Prozessen des menschlichen Körpers, einschließlich Nervenreizleitung und Energieproduktion in Zellen. Cuprum metallicum wird vor allem zur Behandlung von Krampfzuständen und Verhaltensstörungen eingesetzt.

Anwendungsbereiche von Cuprum metallicum

Bei welchen Beschwerden?

Cuprum metallicum wird vor allem bei starken Krampfbereitschaften eingesetzt, die oft in den Extremitäten beginnen und sich über den ganzen Körper ausbreiten können. Dies macht es zu einem wichtigen Mittel in der Behandlung von Epilepsie und anderen krampfartigen Zuständen. Dazu gehört auch krampfhafter Husten mit Atemnot.

Wirkungsbereiche

Das Mittel hat primär Einfluss auf das Nervensystem und die Muskulatur, kann aber auch bei Beschwerden des Verdauungstraktes und der Atemorgane Linderung bringen. Es ist bekannt für seine krampflösenden Eigenschaften.

Spezifische Symptome und Konditionen

Geist und Gemüt: Emotionale und geistige Verkrampfungen: Patienten zeigen eine starke innere Anspannung und Reizbarkeit.

Verhaltensauffälligkeiten: Kinder können periodische Wutanfälle erleben, die sich durch Schreien, Beißen und Spucken äußern.

Migräne: Kopfschmerzen, die sich durch eine starke Intensität auszeichnen und häufig an der Nasenwurzel beginnen.
Schwindel: Vor allem bei schnellen Kopfbewegungen oder Blick nach oben.
Gesicht bzw. Gesichtskrämpfe: Verzerrungen des Gesichtsausdrucks, Grimassieren und Tics.
Zyanose: Eine bläuliche Verfärbung des Gesichts während der Konvulsionen oder Atemnot.
Asthmatische Beschwerden: Krampfhafte Asthmaanfälle, die besonders um 3 Uhr morgens intensivieren.
Husten: Krampfartiger Husten, der sich durch kalte Getränke verbessern kann; Keuchhusten
Bauchkrämpfe: Kolikartige Schmerzen, die durch die Einnahme von kaltem Wasser gelindert werden können. Manchmal begleitet mit einem metallischen Geschmack im Mund
Durchfall und Erbrechen: Krampfhafte Magenschmerzen, die zu Übelkeit und Erbrechen führen.
Krämpfe in Muskeln: Besonders in Fingern, Händen und Beinen. Die Krämpfe können während des Schlafs oder bei körperlicher Aktivität auftreten.

Dosierung und Einnahme

Cuprum metallicum bietet eine homöopathische Behandlungsoption für eine Vielzahl von Beschwerden, vor allem wenn diese mit Krämpfen oder verhaltensbedingten Herausforderungen verbunden sind. Wie bei allen homöopathischen Arzneimittel sind die richtige Anwendung und Dosierung für eine erfolgreiche Behandlung entscheidend. Sicherheit und Effektivität stehen dabei im Vordergrund, unterstützt durch fachkundige medizinische Beratung. Homöopathische Arzneimittel wie Cuprum metallicum sind für ihre gute Verträglichkeit bekannt und können in verschiedenen Potenzen verwendet werden. Die Wahl der Potenz und die Häufigkeit der Anwendung sollten idealerweise mit einem erfahrenen Homöopathen abgesprochen werden.

Patienten, für die Cuprum metallicum in Frage kommt, leiden unter großer Krampfbereitschaft. Diese Krämpfe beginnen meist an den Fingern und Zehen und breiten sich auf den gesamten Körper aus und können zum Teil lebensgefährlich sein. Aus diesem Grund gehören Betroffene und Patienten IMMER sofort in die Obhut eines erfahrenen Arztes. An sich ist Cuprum metallicum für alle Altersgruppen geeignet.

Cuprum Metallicum ist nicht zur Selbstbehandlung schwerer oder lebensbedrohlicher Zustände geeignet. Eine professionelle medizinische Beratung ist bei der Anwendung dieses Mittels unerlässlich, insbesondere bei schweren Krampfleiden und akuten Notfällen.

Klinische Materia Medica

Klinische Materia Medica, Gebundene Ausgabe von Robin Murphy, Narayana, 978-3-939931-14-0Klinische Materia Medica

Robin Murphy
Narayana Verlag
4. Auflage 2020, Hardcover, 2400 Seiten
ISBN 978-3-939931-14-0

Die über 1400 enthaltenen Arzneimittelbilder basieren auf Arzneimittelprüfungen, historischen und klinischen Anwendungen und der Toxikologie. Neben den traditionellen Arzneien finden auch zahlreiche moderne Arzneien wie Milchmittel, Pilze und Nosoden Einzug in dieses Werk.  Dabei werden die Symptome (wie in der klinischen Materia Media von Murphy) in alphabetischer Reihenfolge dargestellt. Ein umfassendes und ausführliches Nachschlagewerk, das für jede Praxis empfehlenswert ist!

Homöopathische Haus- und Reiseapotheke

 

Homöopathische Haus- und ReiseapothekeHomöopathische Haus- und Reiseapotheke

Ingeborg Stadelmann
Stadelmann- Verlag; 4. Auflage 2023
Softcover im Taschenformat; 144 Seiten
ISBN 978-3-943793-80-2

Ingeborg Stadelmann, freiberufliche Hebamme mit langjähriger Erfahrung in Homöopathie und Phytotherapie fast 60 Arzneien in kurzer und prägnanter Form zusammen. Ein ausführliches Register zu zahlreichen alltäglichen Beschwerden von Kindern und Erwachsenen macht diesen Ratgeber zu einer wertvollen Ergänzung jeder homöopathischen Hausapotheke- aufgrund des handlichen Formates auch für unterwegs.

Auch erhältlich als E-Book sowie als App für IOS https://apps.apple.com/de/app/hom%C3%B6opathie-reiseapotheke/id1574167579  bzw. Android Homöopathie Haus/Reiseapotheke – Apps bei Google Play

Handbuch der homöopathischen Materia medica

 

Handbuch der homöopathischen Materia Medica - Sonderausgabe, William BoerickeHandbuch der homöopathischen Materia medica

William Boericke
Haugverlag, 2. Augabe 2014
Sonderausgabe; Hardcover, 896 Seiten
ISBN: 978-3-8304-7873-7

Ein Klassiker der Arzneimittellehren, die trotz des inhaltlichen Umfangs noch handlich geblieben ist und daher zu den empfohlenen Standardwerken homöopathischer ÄrztInnen zählt. Mehrere hundert Arzneimittelbilder werden prägnant dargestellt; ein Glossar nicht mehr verwendeter medizinischer Begriffe sowie ein therapeutischer Index sowie ein Register der gebräuchlichen deutschen und der lateinischen Bezeichnungen runden dieses Werk ab.

Homöopathie – Medizin der feinen Unterschiede

 

978-3-99052-188-5 HomöopathieHomöopathie
Medizin der feinen Unterschiede

Erfried Pichler (Hg)
Verlagshaus der Ärzte;
2. Auflage, 2019, 216 Seiten; Softcover
ISBN: 978-3-99052-188-5

10 österreichische Ärzte geben in diesem Werk einen Einblick in ihre tägliche Praxis. Nicht nur die Arbeitsweise, sondern auch der Verlauf homöopathischer Behandlungen und deren Erfolge wird anhand von zahlreichen Krankengeschichten eindrucksvoll dargestellt. Ob Schulangst, Kopfschmerzen, Schwangerschaftsübelkeit oder Erkrankungen der oberen Atemwege- hier zeigt sich, dass Homöopathie bei verschiedenen Indikationen erfolgreich eingesetzt werden kann. Die Autoren schildern dabei ihre Herangehensweise anschaulich bei akuten und chronischen Krankheiten. Die Grundlagen der Methoden werden ebenfalls leicht verständlich erklärt; darüber hinaus beschäftigt sich ein Kapitel auch mit der Wissenschaftlichkeit und Studien in der Homöopathie.

 

 

Safran: Arzneipflanze des Jahres 2024 – Ein Juwel in Küche und Homöopathie

Alljährlich wählen die Wissenschaftler:innen der Herbal Medicinal Products Platform Austria (HMPPA) die Arzneipflanze des Jahres. Heuer ist ihre Wahl auf Safran gefallen. Diese Auszeichnung unterstreicht nicht nur die kulturelle und historische Bedeutung des Safrans, sondern vor allem seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in der Medizin, insbesondere in der Homöopathie.

Safran hat eine lange und farbenfrohe Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Bereits bei den Ägyptern, Griechen und Römern wurde Safran nicht nur als Gewürz und Färbemittel geschätzt, sondern auch für seine medizinischen Eigenschaften. Im Mittelalter war Safran in Europa extrem wertvoll, nicht zuletzt wegen seiner Seltenheit und der aufwendigen Gewinnung. Die orangeroten Narbenfäden des Safrankrokus (Crocus sativus) müssen mühsam von Hand geerntet werden, was Safran teurer als Gold machte. Über Jahrhunderte hinweg wurde Safran in religiösen Zeremonien verwendet, als Farbstoff in der königlichen Kleidung und als Mittel in der traditionellen Medizin.

Safran in der Küche und seine gesundheitlichen Vorteile

Mit einer jährlichen Erntemenge von rund 200 Tonnen spielt der Iran die Hauptrolle im Anbau von Safran, gefolgt von Spanien, Griechenland und anderen Ländern. Die Kostbarkeit von Safran ist historisch belegt, und bereits im Mittelalter galt er als Luxusgut, teurer sogar als Pfeffer.
Safran ist weltweit für seine Verwendung in der Küche bekannt, von der berühmten spanischen Paella bis zum italienischen Risotto Milanese und zahlreichen Gerichten der persischen Küche. Safran verleiht Speisen nicht nur eine leuchtend gelbe Farbe und ein unverwechselbares Aroma, sondern bringt auch gesundheitliche Vorteile mit. Safran enthält Antioxidantien, die schädliche freie Radikale bekämpfen und entzündungshemmende Eigenschaften haben. Studien deuten darauf hin, dass der regelmäßige Verzehr von Safran das Sehvermögen verbessern, das Gedächtnis stärken und das Wohlbefinden fördern kann.

Safrans Heilwirkung im Laufe der Geschichte

Seit Jahrtausenden wird Safran in verschiedenen Kulturen sowohl als Gewürz als auch als Medizin geschätzt. Bereits in der Antike, im Mittelalter und in den Schriften von Hildegard von Bingen wurde Safran wegen seiner heilenden Eigenschaften eingesetzt. Die traditionelle Medizin, einschließlich der Ayurveda und der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), nutzt Safran zur Behandlung verschiedener Beschwerden.
Safran erschien zum ersten Mal in historischen Schriften des „Ebers Papyrus“ (1500 v. Chr.) aus Ägypten als Mittel gegen Nierenprobleme und ist außerdem sehr gut in der ayurvedischen Bibel „Bhavprakash Nikhantu“ als Mittel gegen eine Vielzahl von Krankheiten beschrieben worden. Im 14. Jahrhundert wird eine medizinische Anwendung des goldgelben Gewürzes erstmals in einem medizinischen Lehrbuch (Konrad von Megenberg beruft sich auf Dioskurides und Pilinus, wenn er Safran gegen Augen- und Magenschmerzen empfiehlt) erwähnt. Laut Hildegard von Bingen kann Safran dazu beitragen, das Herz zu stärken, die Stimmung zu heben und depressive Verstimmungen zu lindern. Sie empfahl Safran auch für seine positiven Effekte auf die Verdauung und als Unterstützung bei der Behandlung von Atemwegserkrankungen.

Safran in der Medizin

Moderne Studien bestätigen seine antidepressiven Effekte, die Förderung der Herzgesundheit, Verbesserungen beim Sehvermögen, potenzielle krebsbekämpfende Eigenschaften sowie seine antioxidativen und entzündungshemmenden Wirkungen. Safran findet zudem Anwendung bei der Linderung von Menstruationsbeschwerden und Symptomen des prämenstruellen Syndroms. Trotz seiner vielen gesundheitlichen Vorteile ist bei der Einnahme in höheren Dosen Vorsicht geboten, da Safran in großen Mengen toxisch wirken kann.

Safran in der Phytotherapie

In der Phytotherapie wird Safran wegen seiner vielfältigen gesundheitlichen Vorteile geschätzt. Forschungen zeigen, dass Safran antidepressive Eigenschaften besitzt, möglicherweise aufgrund seiner Inhaltsstoffe wie Crocin und Safranal, die auf die Neurotransmitter im Gehirn wirken. Safran wird auch für seine potenzielle Rolle bei der Verbesserung der Herzgesundheit, bei der Regulierung des Blutdrucks und als Antioxidans geschätzt. In der traditionellen Medizin wird Safran bei Verdauungsbeschwerden, zur Linderung von Menstruationsschmerzen und als allgemeines Stärkungsmittel verwendet.

Homöopathische Anwendungen von Safran

In der Homöopathie wird Safran, bekannt als Crocus sativus, bei einer Reihe von Zuständen eingesetzt, insbesondere bei emotionalen (z.B. Stimmungsschwankungen) und menstruellen Beschwerden. Safran wird geschätzt für seine Fähigkeit, Stimmungsschwankungen auszugleichen und bei Menstruationsbeschwerden zu helfen. Die Modalitäten in der Homöopathie zeigen, dass Safran besonders bei Symptomen, die sich in warmen Räumen verschlechtern und durch frische Luft verbessern, wirksam ist.

Crocus wird in der Homöopathie bei Beschwerden angewendet, bei denen fadenziehende Absonderungen (es erinnert an die verwendeten Narbenfäden der Pflanze) auftreten. Das hochgehustete Sekret aus den Bronchien ist schaumig und besteht aus Fäden. Zwischenblutungen bei Frauen und Nasenbluten sind ebenfalls gekennzeichnet durch dunkles, fadenziehendes und klumpiges Blut. Auffällig sind die starken Stimmungsschwankungen bei allen Beschwerden. Die Patienten sind abwechselnd hysterisch und depressiv und neigen zur Distanzlosigkeit

Leitsymptome

• Erschöpfung
• Unschlüssigkeit
• Nasenbluten mit dunklem, fadenziehendem Blut
• Knacken in den Knien
• Stimmungsschwankungen

Hauptanwendungsgebiete von Crocus sativus

Menstruationsbeschwerden: Safran wird bei unregelmäßigen, schmerzhaften oder besonders starken Menstruationsblutungen eingesetzt. Es kann bei Stimmungsschwankungen helfen, die häufig mit dem Menstruationszyklus verbunden sind.

Emotionale Verstimmungen: Crocus sativus findet Anwendung bei emotionalen Schwankungen, einschließlich depressiver Verstimmungen und plötzlicher Stimmungswechsel, von Traurigkeit zu ausgelassener Freude.

Schwangerschaftsbeschwerden: Safran kann in der Homöopathie auch bei bestimmten Schwangerschaftsbeschwerden eingesetzt werden, wobei stets Vorsicht geboten und eine professionelle Begleitung erforderlich ist.

Modalitäten:

Verbesserung: In der frischen Luft und Ruhe. Bewegung in der Natur
Verschlechterung: In warmen Räumen, während der Ruhephasen oder in emotional belastenden Situationen

Dr. Peithner Preis: Leitlinien für qualitativ hochwertige Homöopathie-Forschung

Anfang April 2024 wurde der mit 4.000 Euro dotierte Dr. Peithner-Preis für herausragende Forschung in der Homöopathie an ein achtköpfiges Autor:innen-Team verliehen. Prämiert wurden zwei Guidelines zur Integration von spezifischen Homöopathie-Aspekten in Forschungsstandards der konventionellen Medizin. Diese Leitlinien sollen dazu beitragen, die Qualität von Homöopathie-Studien zu verbessern und ihre Ergebnisse international vergleichbar zu machen.

Am Samstag, den 6. April, wurde der Dr. Peithner Preis für Forschung in der Homöopathie vergeben. Der Preis wird seit 2003 für herausragende wissenschaftliche Arbeiten rund um die Homöopathie verliehen. Er prämiert Einreichungen, die im Vorjahr veröffentlicht wurden. Vergeben wird der bisher auf 3.000 Euro dotiere Preis vom heimischen Unternehmen Schwabe Austria. Da diesmal gleich acht Autor:innen prämiert wurden, erklärte sich Dr. Fritz Gamerith, Geschäftsführer von Schwabe Austria, dazu bereit, die Summe auf 4.000 Euro zu erhöhen. Die Verleihung fand im Rahmen des Frühlingsfestes der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM) als hybride Veranstaltung statt. Dr. Gamerith äußerte sich dabei erfreut über die Einreichungen und betonte die Bedeutung der Förderung wissenschaftlicher Forschung in der Homöopathie.

Individualität und Standardisierung wissenschaftlich verbinden

„Der Homöopathie wird vorgeworfen, sie sei nicht wissenschaftlich und könne nicht durch gute Studien belegt werden, da es keine hochwertige Forschung zu dieser Therapieform gäbe“, sagt dazu Dr. Gamerith. „Die Kritiker:innen übersehen hier aber, dass es ernstzunehmende Forschende gibt, die sich sehr intensiv um hochwertige Studien zur Homöopathie bemühen.“ Das sei insbesondere in der homöopathischen Medizin eine große Herausforderung, da es sich um eine stark individualisierte Medizin handelt. Unter hunderten homöopathischen Arzneimitteln wird ein einziges ausgewählt, das den individuellen Eigenschaften und Bedürfnissen von Patient:innen entspricht und spezifisch zu deren charakteristischen Symptomen passt.

Neue Forschungsstandards für individualisierte Therapie in der Homöopathie

Genau diese individuelle Arzneistrategie in der Homöopathie ist mit dem Goldstandard der konventionellen Medizin nur schwierig abzubilden: der randomisiert, kontrollierten Studie. Denn in solch experimentellen Studien wird ein einziger bestimmter Wirkstoff an einer möglichst einheitlichen Proband:innen-Gruppe bei einem speziellen Beschwerdebild getestet. Die Preistragenden des Dr. Peithner Preises 2023 haben sich genau diesem Umstand angenommen und mit ihrer Leitlinie die Möglichkeiten aufgezeigt, die Schere zwischen individueller therapeutischer Strategie und standardisiertem Studiendesign zu schließen. „Das Autor:innen-Team hat viel Arbeit darin investiert, allgemein gültige Forschungsstandards für die individualisierte Homöopathie zu entwickeln. Mit den eingereichten Guidelines haben sie einen bemerkenswerten wissenschaftlichen Schritt gemacht, der unbedingt anerkannt werden sollte“, so Dr. Gamerith.

Die acht Preistragenden

Dr. Rosemarie Brunnthaler-Tscherteu, Präsidentin der ÖGHM, stellte im Zuge der Verleihung alle  Preisträger:innen vor. Insgesamt wurden acht Wissenschaftler:innen prämiert, die im Rahmen der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Homöopathie (WissHom) Guidelines und Empfehlungen für eine qualitativ hochwertige Homöopathie-Forschung entwickelt haben:

Dr. Klaus von Ammon, langjähriger Leiter der klinischen Forschung am Institut für Komplementäre und Integrative Medizin (IKIM) der Universität Bern und Forschender in der Homöopathie.

Dr. Katharina Gaertner, die ein einzigartiges Bewertungstool für klinische Studien entwickelt hat, das interne, externe und Modellvalidität gleichermaßen erfasst.

Dr. Susanne Ulbrich-Zuerni, die das Guideline-Projekt von WissHom mitbegründet hat und zweite Vorsitzende von WissHom war.

Dr. Martin Frei-Erb, der als Internist sowie Hausarzt ebenso am IKIM tätig war, und sich wissenschaftlich mit der Homöopathie beschäftigt.

Dr. Philippa Fibert, die in London im Bereich nicht pharmazeutischer Behandlungen forscht und zuletzt eine Arbeit über die Effektivität von homöopathischen Arzneimitteln bei Covid mitverfasste.

Dr. Christien Klein-Laansma aus den Niederlanden, die langjährig als homöopathische Ärztin sowie als Homöopathie-Forschende tätig ist, und zahlreiche qualitativ hochwertige Studien veröffentlicht hat, welche in der Guideline zur Replikation empfohlen werden.

Stellvertretend für das gesamte Forschungsteam, das teils online an der Veranstaltung teilnahm, übernahmen die weiteren Preistragenden Dr. Petra Weiermayer und Univ. Prof. Dr. Michael Frass den Preis.

Die Veterinärmedizinerin mit Schwerpunkt auf individualisierter Homöopathie in der Pferdemedizin, Sprecherin der Sektion Forschung der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Homöopathie sowie Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Veterinärmedizinische Homöopathie (ÖGVH) forscht seit vielen Jahren intensiv an der Homöopathie.

Auch Frass ist international für seine Homöopathie-Forschung bekannt. Der emeritierte Universitätsprofessor der Medizinischen Universität Wien, Homöopath und Facharzt für Innere Medizin sowie Internistische Intensivmedizin ist Präsident des Österreichischen Dachverbands für Ärztliche Ganzheitsmedizin und Vorsitzender von WissHom.

Bedeutung der prämierten Homöopathie-Guidelines

Dr. Petra Weiermayer präsentierte die beiden prämierten Guidelines, die sich mit der Planung, Durchführung und Berichterstattung von Studien in der Homöopathie befassen. Sie betonte die Notwendigkeit einheitlicher Qualitätsstandards sowie der Integration von Homöopathie-Spezifika in die konventionelle Forschungsmethodik. Nur so könne die Qualität von Studien in der Homöopathie verbessert und ihre Ergebnisse international vergleichbar gemacht werden. „In diesem Guideline-Projekt geht es um die Einhaltung wissenschaftlicher Standards und folglich um die Unangreifbarkeit der Studienergebnisse und damit um die Sicherstellung der internationalen Vergleichbarkeit“, erklärt Dr. Weiermayer. „Wir wollen einerseits einen Überblick über Leitlinien geben, die bei der Planung, Durchführung und Berichterstattung von Beobachtungsstudien in der veterinärmedizinischen Homöopathie berücksichtigt werden sollten. Andererseits geht es darum, Qualitätsstandards von randomisierten, kontrollierten Studien (RCTs) zu sichern.“

Bezüglich der Beobachtungsstudien, mit denen erfasst wird, ob sich Medikamente unter Alltagsbedingungen bewähren, und mit deren Hilfe die sogenannten Real World Data kreiert werden, wurde von den Forschenden die COHERE-Leitlinie herangezogen. „Sie empfiehlt eine gleichberechtigte Integration von Mensch, Tier und Umwelt in Publikationen. Im Hinblick auf die Zukunft und den Ansatz ,Homöopathie goes One-Health’ wurde diese Leitlinie, die für Beobachtungsstudien in der humanmedizinischen Homöopathie bereits seit 2020 zur Verfügung steht, jetzt für die veterinärmedizinische Homöopathie angepasst. So können wir künftig einen großen Beitrag zur Evidenz in der integrativmedizinischen Gesundheitsversorgung leisten“, betont Dr. Weiermayer. „Bezüglich der RTCs können unsere Empfehlungen dazu dienen, sie in der Homöopathie besser zu planen, zu konzipieren, durchzuführen und zu berichten. Dabei müssen die spezifischen Herausforderungen der individualisierten Homöopathie besonders berücksichtigt werden, einschließlich der Möglichkeiten, die individualisierte Auswahl homöopathischer Arzneimittel zu reproduzieren, und die tägliche homöopathische Praxis zu reflektieren. Die Replikation von RCTs erhöht die Glaubwürdigkeit und die Anerkennung der Ergebnisse durch die wissenschaftliche Community. Das ermöglicht die Durchführung Indikations-spezifischer systematischer Reviews und Meta-Analysen. Und letztendlich die Aufnahme der Homöopathie in die klinischen Guidelines, wo sie hingehört.“