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Die Zukunft der Prävention: One-Health und Integrativmedizin vereint gegen AMR

Die globale Bedrohung durch Antibiotikaresistenzen stellt eine der größten Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit weltweit dar. Schätzungen der WHO zufolge führen antimikrobielle Resistenzen (AMR) jährlich zu 1,27 Millionen Todesfällen weltweit. Zusätzlich gibt es viele Fälle, in denen Antibiotikaresistenzen bei Todesfällen eine Rolle spielen, die primär anderen Ursachen zugeschrieben werden. Die Studie „Global burden of bacterial antimicrobial resistance in 2019: a systematic analysis”, veröffentlicht im Journal „The Lancet”, schätzte, dass im Jahr 2019 insgesamt etwa 4,95 Millionen Todesfälle mit bakteriellen Antibiotikaresistenzen in Verbindung standen, einschließlich der Fälle, bei denen diese Resistenzen nicht die primäre Todesursache waren. Die Aussichten auf eine Verbesserung dieser Situation sind düster, da Prognosen für das Jahr 2050 von über 10 Millionen Todesfällen ausgehen. Es ist dringend Handlungsbedarf geboten.

One Health ist zukunftsweisend

Die WHO setzt auf die One-Health-Strategie, um die Behandlungseffizienz von Infektionskrankheiten zu verbessern, Behandlungskosten zu senken, Krankenhausaufenthalte zu verkürzen und den Einsatz von Breitbandantibiotika zu reduzieren, was wiederum die Resistenzproblematik entschärfen und die Zahl der Todesfälle verringern soll. Initiativen wie der Global Action Plan on Antimicrobial Resistance (2015) zur Sensibilisierung und Förderung des angemessenen Einsatzes antimikrobieller Mittel, das Global Antimicrobial Resistance Surveillance System (GLASS) für eine bessere Datenlage und aktualisierte Leitlinien zur Antibiotikaanwendung sowie die Förderung von Forschung und Entwicklung neuer Therapien sind entscheidende Schritte, um der abnehmenden Anzahl neuer Antibiotika entgegenzuwirken.

Der One-Health-Ansatz wird von der WHO als zukunftsweisend in der Bekämpfung von AMR betrachtet, da er die komplexen Wechselwirkungen zwischen der Gesundheit von Menschen, Tieren und unserer Umwelt erkennt und integriert. Diese Perspektive ist entscheidend, denn AMR macht nicht an Grenzen halt und kann durch verschiedene Kanäle zwischen Tieren, Menschen und der Umwelt übertragen werden. Durch die Förderung einer ganzheitlichen Betrachtungsweise ermöglicht der One-Health-Ansatz effektivere Präventions- und Kontrollstrategien, die über traditionelle, sektorspezifische Ansätze hinausgehen. Die multidisziplinäre, besser gesagt interdisziplinäre Zusammenarbeit, ist daher essenziell für eine nachhaltige Reduzierung von AMR.

Integrativmedizin als Schlüsselstrategie

Eine umfassende Gesundheitsfürsorge, die alle Faktoren berücksichtigt, muss das oberste Ziel sein. Der zukunftsorientierte, multidisziplinäre Ansatz erweist sich als zunehmend entscheidend im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen. Die Notwendigkeit eines solchen Ansatzes, der auch die Komplementärmedizin einbezieht, wird immer offensichtlicher, insbesondere angesichts des Umfangs und der Dringlichkeit des globalen Problems der Antibiotikaresistenz und der oft unzureichenden bestehenden Strategien zur Minimierung des Antibiotikagebrauchs. Die Komplementärmedizin bietet potente Lösungen, die den Gebrauch von Antibiotika sowohl in der Prävention als auch in der Behandlung von Infektionen in der Human- und Veterinärmedizin reduzieren können, wie viele Studien mittlerweile zeigen.

Beispielsweise untersuchte die EPI3-Kohortenstudie in Frankreich die Behandlung von oberen Atemwegsinfektionen durch 825 niedergelassene praktische Ärzte und Ärztinnen und deren Verbrauch von Antibiotika in der Primärversorgung im Laufe eine Jahres.. Patienten in der Gruppe der homöopathisch zertifizierten Allgemeinmediziner zeigten einen signifikant geringeren Verbrauch von Antibiotika und antipyretischen/entzündungshemmenden Medikamenten, ohne eine Verschlechterung der Symptome zu erleben. Dies hebt die homöopathische Praxis als mögliche Strategie zur Reduzierung des Antibiotikaverbrauchs hervor.

Eine weitere Studie, „Antimicrobial mechanisms of traditional Chinese medicine and reversal of drug resistance: a narrative review“, verdeutlicht das Potenzial der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) in der Bekämpfung arzneimittelresistenter Bakterien durch Mechanismen wie die Veränderung der Membranpermeabilität, die Hemmung der Protein- und Nukleinsäuresynthese, die Unterdrückung der Enzymaktivität und die Kontrolle der Pathogenität. Zudem scheint TCM die Antibiotikaresistenz durch die Eliminierung resistenter Plasmide, die Hemmung von β-Laktamasen, die Inhibition der Biofilmbildung und die Unterdrückung von Effluxpumpenaktivitäten zu reduzieren. Diese Erkenntnisse untermauern die Bedeutung der TCM als Quelle für neue antimikrobielle Ansätze und die Umkehrung von Resistenzmechanismen, was für die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien gegen resistente Bakterienstämme von hoher Relevanz ist.

In einer randomisierten, placebokontrollierten, doppelblinden Studie aus dem Jahr 2010, durchgeführt von Dr. Irene Camerlink an der Wageningen University, wurde die Wirkung einer homöopathischen Behandlung mit Coli 30K-Nosode zur Vorbeugung von E. coli-bedingtem Durchfall bei neugeborenen Ferkeln untersucht. Die Studie zeigte, dass Ferkel von mit der Nosode behandelten Sauen deutlich seltener und weniger schwer an E. coli-Durchfall erkrankten im Vergleich zu einer Placebogruppe. Die Ergebnisse, welche einen sechsfachen Unterschied in der Erkrankungsrate und eine tendenziell kürzere Durchfalldauer in der homöopathisch behandelten Gruppe aufzeigten, unterstreichen die potenzielle Wirksamkeit der Homöopathie als Alternative zu Antibiotika in der Vorbeugung dieser häufigen Krankheit bei Ferkeln. Diese Studie liefert damit einen bedeutenden Beitrag zum wissenschaftlichen Diskurs über die Anwendbarkeit und Effektivität homöopathischer Behandlungen in der Tiermedizin und adressiert zugleich das globale Problem der Antibiotikaresistenz. Die Studie wurde von Döhring und Sundrum sowie von Mathie und Clausen als hochqualitativ eingestuft.

One-Health & Integrativmedizin: Die unschlagbare Allianz im globalen Kampf gegen AMR

Inzwischen gibt es auch verschiedene Initiativen in Österreich, die sich dieser Problematik annehmen. So konzentrierte sich das Symposium zum 16. Europäischen Antibiotikatag 2023, veranstaltet vom Gesundheitsministerium in Zusammenarbeit mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien, der Medizinischen Universität Wien, der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit sowie dem Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern Elisabethinen, auf das Konzept von One Health, das die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt integriert betrachtet. Unter anderem wurden Möglichkeiten des Einsatzes von Phagen diskutiert.

Ebenso war der traditionelle Tag der Integrativen Methoden, ausgerichtet in Kooperation der Österreichischen Gesellschaft für Veterinärmedizinische Homöopathie (ÖGVH) und der ÖGT Sektion Ganzheitsmedizin an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, in diesem Jahr auf das Thema One Health fokussieren. Für diese Hybrid-Veranstaltung am 25. April 2024 gab es nach einem Keynote-Vortrag von Univ.-Prof. Dr. med. vet. Annemarie Käsbohrer Vorträge von Dr.med.vet. Werner Hagmüller, Prof. Mag. Dr.med.vet. Robert Stodulka, Mag.med.vet. Michael Ridler, Dr.med.vet. Petra Weiermayer, Dr.med.vet. Marcus Kasper und Dr.med.vet. Elisabeth Binder.

Eine weitere Veranstaltung in Oberösterreich widmete sich ebenso dem Thema „Our Health”. Unter dem Titel: „Fakt oder Fake? Wie geht es mit dem Green Deal weiter?“ laden die beiden Organisatoren Dr. med. Bernhard Zauner und Mag. Lukas Hader am 15. Mai renommierte Expert:innen aus dem Bereich Human- und Veterinärmedizin und Landwirtschaft ein.

Angesichts der drängenden globalen Bedrohung durch AMR müssen konventionelle und komplementäre Medizin sowie der One-Health-Ansatz heute, nicht morgen, Hand in Hand gehen. Es ist an der Zeit, dass wir im Interesse aller – unserer Gemeinschaften und unserer Patienten – zusammenarbeiten, anstatt uns in Widerständen zu verlieren. Die Bewältigung dieser Krise erfordert unsere vereinte Aktion!

Stark bis ins hohe Alter: Osteoporose effektiv bekämpfen

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Osteoporose ist eine chronische Knochenerkrankung, die durch den Verlust an Knochenmasse und die Verschlechterung der Knochenstruktur gekennzeichnet ist. Sie betrifft weltweit Millionen Menschen, allein in Österreich sind etwa 700.000 bis 800.000 Menschen von Osteoporose betroffen, insbesondere ältere und postmenopausale Frauen. Die Krankheit erhöht die Anfälligkeit für Knochenbrüche, die insbesondere an den Wirbeln, der Hüfte und den Handgelenken auftreten. Obwohl Osteoporose eine stille Krankheit ist und oft erst durch einen Bruch erkannt wird, gibt es Möglichkeiten, ihre Entwicklung zu verlangsamen und das Risiko von Frakturen zu reduzieren.

Ursachen und Risikofaktoren

Osteoporose entwickelt sich aufgrund eines Ungleichgewichts im Knochenstoffwechsel, bei dem der Abbau der Knochen schneller erfolgt als der Aufbau. Zu den Hauptrisikofaktoren gehören das Alter, das Geschlecht (Frauen nach der Menopause sind besonders gefährdet), genetische Veranlagung, ein Mangel an Kalzium und Vitamin D sowie ein ungesunder Lebensstil (Rauchen, Bewegungsmangel, übermäßiger Alkoholkonsum). Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder die langfristige Einnahme von Kortikosteroiden können ebenfalls das Risiko erhöhen.

Die Symptome

Osteoporose verläuft oft symptomlos, bis es zu einem Bruch kommt. Doch es gibt Anzeichen, die auf ein erhöhtes Risiko hindeuten können:

  • Knochenschmerzen oder Schmerzen in den Gelenken.
  • Verstärkte Brüchigkeit der Knochen, vor allem bei minimaler Belastung.
  • Höhenverlust und eine krumme Haltung, bedingt durch Wirbelbrüche.
  • Eingeschränkte Beweglichkeit nach einem Bruch, verbunden mit chronischen Schmerzen.

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine Knochendichtemessung (DEXA-Scan), Laboruntersuchungen und eine Frakturrisikobewertung. Die Behandlung zielt darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Knochendichte zu verbessern. Neben Medikamenten wie Bisphosphonaten und Hormontherapien sind Lebensstiländerungen essenziell. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und Sturzprävention sind wichtige Maßnahmen, um die Knochen zu stärken und das Frakturrisiko zu verringern.

Homöopathische Unterstützung bei Osteoporose

Homöopathische Arzneimittel können begleitend zur konventionellen Therapie eingesetzt werden, um die Knochengesundheit zu unterstützen, bestimmte Symptome zu lindern und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern. Hier sind einige homöopathische Arzneimittel, die bei Osteoporose in Erwägung gezogen werden können:

  • Calcarea phosphorica: Dieses Mittel kann bei Knochenschwäche unterstützend wirken, besonders bei Menschen, deren Knochendichte durch hormonelle Veränderungen beeinträchtigt ist. Bekannt für seine unterstützende Wirkung bei der Heilung von Knochenbrüchen und zur Verbesserung der Knochendichte.
  • Silicea: Silicea wird oft verwendet, um die allgemeine Knochenstruktur zu stärken.
  • Symphytum (Beinwell): Bekannt für seine unterstützende Wirkung bei der Heilung von Knochenbrüchen und zur Verbesserung der Knochendichte.
    Phosphorus: Wird bei brüchigen Knochen und einer Tendenz zu Frakturen eingesetzt.
  • Ruta graveolens: Kann helfen, Schmerzen und Entzündungen nach Knochenbrüchen zu lindern.

Selbstverständlich gilt es, das passende homöopathische Arzneimittel immer in Absprache mit einem homöopathisch arbeitenden Arzt/Ärztin einzusetzen, um eine individuelle Therapie zu gewährleisten.

Prävention durch einen gesunden Lebensstil

Natürlich spielt auch der Lebensstil eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung von Osteoporose. Hier sind einige Tipps zur Stärkung der Knochengesundheit:

  • Kalzium- und Vitamin-D-reiche Ernährung: Milchprodukte, grünes Blattgemüse und kalziumreiche Nahrungsmittel sind essenziell. Vitamin D kann durch Sonnenlicht und fettreiche Fische wie Lachs oder Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden.
  • Regelmäßige Bewegung: Gewichtstragende Übungen wie Gehen, Joggen und Krafttraining fördern die Knochendichte.
  • Rauchentwöhnung: Rauchen schwächt die Knochen und erhöht das Osteoporoserisiko.
  • Sturzprävention: Eine sichere Umgebung zu Hause, das Tragen rutschfester Schuhe und das Vermeiden von Stolperfallen (Teppiche entfernen) können helfen, Knochenbrüche zu vermeiden.

Sprechen Sie mit ihrem Arzt / mit ihrer Ärztin

Osteoporose ist eine ernsthafte Erkrankung, die das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. Durch eine kluge Kombination aus integrativmedizinischer Behandlung und einem gesunden Lebensstil kann das Risiko von Knochenbrüchen reduziert und die Lebensqualität erhalten werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ärztin über die beste Vorgehensweise zur Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose und berücksichtigen Sie dabei auch die vielen Möglichkeiten, die die Homöopathie bieten kann.

Ärztliche Homöopathie – die Fakten

Die Homöopathie, eine seit über 200 Jahren angewandte Behandlungsmethode, erfreut sich in Österreich großer Beliebtheit. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung greift auf homöopathische Arzneimittel zurück, und dieser Trend wächst stetig.

Dennoch gibt es immer wieder Stimmen, die versuchen, die Homöopathie mit falschen, unzureichenden oder aus dem Zusammenhang gerissenen Behauptungen in Misskredit zu bringen. Doch wem soll man glauben? Worauf kann man vertrauen? Und wie sieht die wissenschaftliche Grundlage der Homöopathie tatsächlich aus?

Um die Diskussion auf eine fundierte, wissenschaftliche Basis zu stellen, haben wir gemeinsam mit den Expert:innen der drei österreichischen Gesellschaften – die ÖGHM, die ÄKH und die ÖGVH – ein übersichtliches Faktenblatt mit allen wesentlichen Erkenntnissen zusammengestellt.

Dieses Faktenblatt stellt Ihnen fundierte, wissenschaftlich geprüfte Informationen zur Verfügung. Die Homöopathie erfüllt die Kriterien der evidenzbasierten Medizin (EbM), welche auf drei gleichwertigen Säulen ruht: der ärztlichen Erfahrung, der Präferenz der Patientinnen und Patienten sowie der externen Evidenz klinischer Studien. Studien belegen nicht nur die Wirksamkeit der Homöopathie, sondern auch deren hohe Sicherheit und Nachhaltigkeit. Zudem zeigt die Forschung, dass Homöopathie durch den verringerten Einsatz herkömmlicher Medikamente einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsökonomie und zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen leistet.

Mit diesem Faktenblatt möchten wir Ihnen eine fundierte wissenschaftliche Grundlage bieten, um die Homöopathie als wirksame und sichere Therapieform besser zu verstehen – und Ihnen die Möglichkeit geben, in Diskussionen mit Fakten zu argumentieren.

 

Hier können Sie sich das Faktenblatt als PDF downloaden.

Unsere Veranstaltungshighlights im Herbst


Der Sommer und die Urlaubszeit sind vorbei- und wir starten wieder mit unseren Veranstaltungen voll durch.

Freuen Sie sich auf ein spannendes und abwechslungsreiches Vortragsprogramm Online und in Präsenz!

Im Vortragsmonat November bieten wir ein vielfältiges Programm:

Auch der Dezember wird spannend …

Sie haben Interesse an unseren Webinaren, aber zum Termin keine Zeit oder auch ein spannendes Webinar verpasst? Kein Problem, für unsere Mitglieder sind die Aufzeichnungen der Webinare im Nachhinein verfügbar!

Noch kein Mitglied der Initiative „Homöopathie hilft!“?
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Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung und wünschen spannende Unterhaltung bei unseren Veranstaltungen!

Sie haben noch Fragen zu unseren Vorträgen? Schreiben Sie uns gerne ein Email: event@homoeopathiehilft.at 

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Schmerzen an der Ferse – und wie Homöopathie unterstützen kann

Fersenschmerzen sind weit verbreitete Fußbeschwerden. Die häufigste Form ist der Schmerz an der Unterseite der Ferse. Er tritt oft ohne ersichtlichen Grund auf und ist oft schlimmer, wenn man das erste Mal Gewicht auf den Fuß legt. Patienten klagen oft über Schmerzen am Morgen oder nach dem Aufstehen nach längerem Sitzen.
Die Schmerzen können scharf und stechend sein oder sich wie ein reißendes Gefühl an der Unterseite der Ferse anfühlen. Im fortgeschrittenen Stadium können pochende Schmerzen auftreten, die bis in den Rücken des Beins ausstrahlen. Schmerzen können auch in das Fußgewölbe ausstrahlen.

Plantarfaszie: Anatomie und Ursache der Schmerzen

Um die Ursache der Schmerzen zu verstehen, muss man die Anatomie des Fußes und die grundlegenden Mechaniken seiner Funktion kennen. Ein dickes Band, genannt Plantarfaszie, ist an der Unterseite der Ferse befestigt und breitet sich bis zum Fußballen aus, wo es an der Basis der Zehen anhaftet. Die Plantarfaszie besteht aus dichtem, faserigem Bindegewebe, das sich kaum dehnt. Sie fungiert wie ein Stoßdämpfer.
Mit jedem Schritt, den der Fuß auf den Boden drückt, flacht er ab, wodurch der Fuß länger wird und die Plantarfaszie sich leicht dehnt. Wenn die Ferse den Boden verlässt, wird die Spannung auf das Band gelöst. Schmerzen können auftreten, wenn diese Gewebe gereizt oder entzündet werden oder wenn kleine Sporne am Fersenbein wachsen. Erwachsene entwickeln am häufigsten Fersenschmerzen, unabhängig von Beruf oder Aktivitätsniveau; Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

 

Ursachen für Schmerzen an der Ferse

Wie meist, sind die Ursachen für eine schmerzende Plantarfaszie sehr vielfältig und meist nicht an einem Auslöser dingfest zu machen. Als Hauptursachen gelten wiederholte Fehlbelastung z.B. durch intensives Lauftraining, Sportarten, die häufige Stopps und Sprünge verlangen, wie Fußball und Tennis, langes Stehen oder Gehen, Fehlstellungen des Fußgewölbes, Fehlstellungen im Kniegelenk, Übergewicht, Frakturen, Zysten, Infektionen, Schuhe mit schlechter Fußbettung, Arthritis, Kollagenerkrankungen, Überlastung und Nervenkompressionen, Durchblutungsstörungen und Diabetes.
Viele Fersenschmerzen können aber auch auf schlechtes Gehen (z.B. Fersengang, falsches Abrollen des Fußes), Hornhaut, hohe Absätze und Arthritis zurückgeführt werden. Zudem sind auch schlechte Fußstellungen beim Schlafen oder auch langen Fahrten eine Ursache für Schmerzen. Und schließlich können Infektionen bzw. Reaktionen auf Infektionen, rheumatoide Arthritis, rheumatische Erkrankungen, poröse Knochen, die durch hormonelle Mangelerscheinungen im Alter häufig auftreten, ebenfalls eine Rolle spielen.

Die verschiedenen Arten von Fersenschmerzen

  1. Plantarfasziitis Die Plantarfasziitis, auch bekannt als Fersenschmerzsyndrom, ist eine Entzündung der Plantarfaszie an der Unterseite des Fußes. Die Entzündung der Plantarfaszie an ihrem Ursprung am Fersenbein verursacht die klassischen Symptome von Schmerzen an der Unter- und Seite der Ferse. Im Laufe der Infektion und Entzündung wird die Plantarfaszie als natürlicher Schutzmechanismus angespannt, um Bewegung und damit Schmerzen zu vermeiden. Wenn sie gegen die natürliche Spannung gedehnt wird, schmerzt sie.
  2. Fersensporn (Kalziumsporn; Kalkanealsporn) Als Fersensporn werden kleine, dornförmige, knöcherne Zubildungen an der Ferse bezeichnet, die durch eine Verknöcherung des Sehnenansatzes an der Ferse entstehen. Diese können an unterschiedlichen Stellen auftreten, wobei der untere (plantare) Kalkanealsporn am häufigsten auftritt und Folge einer chronischen Entzündung der Plantarfaszie sein kann: Abnormer Stress an der Befestigung der Plantarfaszie an der Ferse verursacht in der Regel Schmerzen, Entzündungen und Schwellungen. Wenn dieser Prozess anhält, reißt die Plantarfaszie teilweise von der Ferse ab. Der Körper füllt diesen Bereich mit Kalzium und entwickelt ihn zu einem Knochen. Typische Symptome des Fersensporns sind stechende Schmerzen beim Auftreten auf die Ferse (messerstichartig, wie von einem Nagel), vor allem als Anlaufschmerzen nach einer Ruhepause, die zu einem humpelnden Gang führen und nach einiger Zeit wieder nachlassen. Unter längerer Belastung nehmen die Schmerzen allerdings wieder zu.
    Seltener ist der hintere (dorsale) Fersensporn, der eine Verknöcherung des unteren Ansatzes der Achillessehne zum Ursprung hat. Die sogenannte Haglund Exostose befindet sich an der hinteren oberen Kante des Fersenbeins und geht zumeist mit einer schmerzhaften Entzündung des Schleimbeutels einher.
  3. Achillessehnenentzündung Ein weiteres Fersenproblem, das hauptsächlich bei Sportlern auftritt, ist die Achillessehnenentzündung. Überdehnung der Achillessehne verursacht ein brennendes Gefühl hinter der Ferse. Die Achillessehnen sind das größte, robuste Gewebe in den Unterschenkeln und verbinden die Wadenmuskeln mit der Ferse.
  4. Pronation und Supination Pronation kann die Plantarfaszie übermäßig dehnen und entzünden. Bei der Pronation knickt der Knöchel nach innen, was den inneren Teil des Schuhs abbaut, das Fußgewölbe übermäßig abflacht und eine abnormale Dehnung der relativ unflexiblen Plantarfaszie verursacht. Bei der Supination hingegen rollt der Fuß beim Gehen mehr an der Außenkante ab, was ebenfalls zu einer ungünstigen Dehnung der Plantarfaszie führt.

Behandlung – ein Blumenstrauß aus Massnahmen

Grundsätzlich gilt, dass jede Behandlung nicht nur den Schmerz lindern, sondern auch ein Wiederauftreten verhindern soll. Und hier führt meist nur ein „Blumenstrauß“ aus therapeutischen Maßnahmen, Medikamenten und Selbstpflege zum Erfolg. Wir stellen Ihnen Maßnahmen vor, die Sie selbst ergreifen können, um die konventionelle Behandlung durch Ärzte und Physiotherapeuten zu unterstützen:

  1. Maßnahmen bei akuten Beschwerden Vermeiden Sie Sport und andere anstrengende Aktivitäten während der Heilung. Vermeiden Sie unebene Gehflächen oder das Treten auf Steine so weit wie möglich. Beginnen Sie langsam mit Übungsprogrammen; gehen Sie nicht zu weit oder zu schnell.
    Dehnen der Wadenmuskulatur: Bei vielen Menschen ist die Wadenmuskulatur chronisch verkrampft und die Sehnen sind verkürzt. Die folgende Übung kann hier erfahrungsgemäß nach spätestens zwei Wochen bereits deutliche Erfolge erzielen:
    Stellen Sie sich auf eine Treppenstufe und stellen sie den betroffenen Fuß so auf, dass die hintere Hälfte in der Luft schwebt. Lassen Sie nun die Ferse so weit es geht nach unten sinken. Bleiben Sie dabei mit dem Oberkörper in aufrechter Position (am Geländer festhalten). Sie werden ein Ziehen in der Wade und wahrscheinlich einen leichten Schmerz im Bereich des Fersensporns spüren. Gehen Sie nur so weit mit der Ferse nach unten, dass die Übung für Sie erträglich ist.
    Halten Sie die Übung anfangs 20 Sekunden, im Laufe des Trainings bis zu 1 – 2 Minuten lang. Bringen Sie Ihren Fuß anschließend wieder in die Waagerechte, wo er entspannen kann. Dann die Ferse nacheinander jeweils ein Stück nach links und rechts ausrichten und erneut die Ferse nach unten kippen lassen und die Dehnung für 20 Sekunden bis 2 Minuten halten usw. Üben Sie auf diese Weise täglich 5 bis 10 Minuten. Gehen Sie es jedoch langsam an. Dehnen Sie besser weniger stark, aber halten die Dehnung länger.
    Sanfte Massage mit warmem Öl, wie z.B. Johanniskrautöl (entzündungshemmend) oder Rosmarinöl (durchblutungsfördernd), hilft, das Gewebe und die Muskulatur zu entspannen.
  2. Selbstpflege beinhaltet Polsterung und Schmierung. Die Behandlung muss darauf abzielen, den Fuß während des Gangzyklus neu auszurichten und die abnormen Effekte von Pronation und Supination auf die Plantarfaszie und die Ferse umzukehren. Auch die Massage mit Faszienrollen oder Tennisbällen kann schnell Erleichterung bringen, bitte sprechen Sie hier unbedingt mit einem fachkundigen Orthopäden oder Orthopädin.
    Bei hartnäckigen Beschwerden lohnt es sich auch einen Podologen/Podologin zu konsultieren. Das sind PhysiotherapeutInnen, die auf die Behandlung von Fußfehlstellungen spezialisiert sind. Dazu gehören: physiotherapeutische Diagnostik von Fuß- und Körperfehlstellungen, Ganganalyse, Schuhberatung und Anpassung von Schuheinlagen, sowie Übungen zur Besserung von Haltung und Gangbild. Besonders empfehlenswert, wenn Beschwerden bereits länger bestehen, oder die Füße täglich besonderen Belastungen (Beruf, Leistungssport, starkes Übergewicht, ausgeprägte Fehlstellungen) ausgesetzt sind.
  3. Tragen Sie Schuhe mit weichen Gummisohlen anstelle von Ledersohlen und wechseln Sie diese regelmäßig. Die Auswahl des richtigen Schuhwerks spielt eine wichtige Rolle bei der Linderung von Beschwerden.
  4. Gewichtsreduktion Durch die Verringerung des Körpergewichts kann der Druck auf die Ferse (und den gesamten Bewegungsapparat) deutlich reduziert werden.
  5. Ernährung Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkorn- und Milchprodukten, Eiern (unbedingt aus Freilandhaltung), sowie hochwertigen pflanzlichen Ölen (z.B. Olivenöl, Leinöl, Weizenkeimöl), Nüssen, Gewürzen und Kräutern, stellt eine gute Basis dar und hilft Übergewicht, Entzündungen und vorzeitigen Alterungsprozessen vorzubeugen. Fleisch und Fisch aus biologischer Haltung bzw. nachhaltigem Fischfang je 2-mal pro Woche. Wer sich vegetarisch oder vegan ernähren möchte, findet hochwertige Eiweißquellen in Sojaprodukten, Hülsenfrüchten und Getreide. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr in Form von Wasser, Kräutertees, grünem Tee und verdünnten Fruchtsäften ist mindestens ebenso wichtig.
    Fertiggerichte sollten möglichst nicht und Süßigkeiten und Alkohol nur in geringen Mengen zum Einsatz kommen.
  6. Medikamente In der konventionellen Medizin wird Fersenschmerz mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt. Diese Medikamente belasten bei längerer Anwendung den Magen und müssen daher mit einem sogenannten Magenschutz kombiniert werden. Auf die Dauer ist beides nicht gesund für den Organismus.
  7. Nahrungsergänzungsmittel Chronische Erkrankungen, erhöhter Bedarf (Wachstum, Schule, Arbeit, Sport, Schwangerschaft, Stillzeit, Alter) und Mangel an Nährstoffen (heutzutage ist dies durch minderwertige Lebensmittel aufgrund ausgelaugter Böden und neuer Züchtungen die Regel) erfordern oft den Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln. Diese sollten individuell abgestimmt werden.
    Bei Entzündungen gilt es, den Organismus mit natürlichen Bausteinen für die Heilung zu unterstützen: Omega-3- Fettsäuren, Vitamin E und C wirken antioxidativ und entzündungshemmend. Vitamin D und K2, sowie Calcium fördern die Regeneration von Knochen und Bindegewebe. Magnesium trägt zur Entspannung der Muskulatur bei.
    Alle genannten Stoffe haben darüber hinaus noch viele andere wichtige Funktionen im Körper und sind wichtige Energielieferanten und unverzichtbare Säulen des Immunsystems.
    Darüber hinaus gibt es noch pflanzliche Arzneimittel, wie Kurkuma und Teufelskralle und Arzneimittel pflanzlichen Ursprungs, die sogenannte proteolytische Enzyme (z.B. Bromelain) enthalten, die den Abbau von Schlackenstoffen im entzündeten Areal fördern.

So kann die Homöopathie unterstützen

Die Homöopathie bietet viele Arzneimittel, die bei Fersenschmerzen aller Art unterstützen können. Jedes dieser Arzneimittel sollten immer in Absprache und unter Anleitung und Diagnose eines homöopathisch arbeitenden Arztes oder Ärztin eingenommen werden, um die bestmögliche Unterstützung zu erzielen und die Schmerzen dauerhaft zu lindern. Gut zu wissen: Die passenden homöopathischen Arzneimittel lindern nicht nur die Schmerzen, sondern behandeln auch die zugrunde liegende Ursache dauerhaft.

Folgende homöopathische Arzneimittel können zum Einsatz kommen

Cyclamen purpurascens: bei brennenden, bohrenden Schmerzen in den Fersen, besser durch Bewegung, Massage und Wärme.

Valeriana: Dieses homöopathische Arzneimittel ist bei stechenden Schmerzen in den Fersen beim Sitzen, plötzlichen Schmerzen beim Gehen hilfreich. Ständiges Zucken, Schmerz von der Wade bis in die Ferse. Besser durch Lagewechsel und Bewegung, Verschlechterung durch Ruhe und Stehen.

Ranunculus Bulbosus: Bei akuten Schmerzen in den Fersen, pulsierende Stiche im linken Absatz beim Stehen, Gehen und Ruhen. Schlechter bei Kälte und Temperaturwechsel.

Lathyrus Sativus: Wenn die Fersen den Boden beim Gehen wegen Schmerzen nicht berühren; der Patient geht auf dem Vorderteil des Fußes, Krämpfe in den Beinen, Verschlimmerung in der Nacht.

Causticum hahnemanni: Krämpfe in den Füßen, Schmerzen im Spann, in den Knöchelknochen, in den Fußsohlen und in den Zehen beim Gehen. Rheumatisches Reißen in den Gliedern; unruhige Beine nachts. Neuralgische Schmerzen in den Fußsohlen. Kontraktion im Spann, mit spannenden Schmerzen beim Auftreten. Kältegefühl in den Füßen. Schwellung der Füße. Schmerzen in den Krampfadern. Kribbeln in den Fußsohlen. Eiternde Bläschen und Geschwüre an den Fersen. Geeignet für Personen mit steifem Gewebe; schwach, mit übermäßig gelber, fahler Gesichtsfarbe; anfällig für Erkrankungen der Atemwege und Harnwege.

Hecla lava: starker Bezug zu den Knochen (v.a. Kieferknochen) mit verschiedensten Beschwerden wie Deformationen und Zubildungen durch Kalkablagerungen, wie Knochensporn, sowie zu den Zähnen (Abszesse, Karies). Anhaltender Schmerz der Beine, Geschwollene Schenkel, Krampfadern, Gichtknoten v.a. an Fingern und Zehen. Verschlechterung der Beschwerden durch Berührung, Druck, zu Beginn der Bewegung sowie in Ruhe.

Pulsatilla pratensis: Schmerzhaftes Taubheitsgefühl in den Fußsohlen und den Ballen der Zehen. Rot-heiße Schwellung der Füße, die bis zur Wade reicht, mit stechenden Schmerzen. Schwellung des Fußrückens. Ödematöse Schwellung der Füße, schlimmer abends. Stechende Schmerzen und scharfe Schmerzen in den Fersen (gegen Abend). Stechende Schmerzen in den Fußsohlen und den Zehenspitzen. Die Beschwerden verschlimmern sich, wenn man die Füße hängen lässt. Geeignet für Personen mit unentschlossenem, langsamem, phlegmatischem Temperament; leicht zu Lachen oder Tränen gerührt; liebevolles, mildes, sanftes, ängstliches, nachgiebiges Wesen.

Acidum sulfuricum: Stechende Schmerzen in den Füßen. Kalte Füße, besonders abends im Bett, oder brennendes Gefühl, hauptsächlich in den Fußsohlen. Brennende Füße, möchte einen kühlen Platz für sie finden, streckt sie aus dem Bett, um sie abzukühlen. Brennende Fußsohlen beim Aufstehen nach längerem Sitzen, und Juckreiz, besonders beim Gehen; möchte sie unbedeckt haben. Krämpfe in den Fußsohlen bei jedem Schritt. Kalte und schwitzende Fußsohlen. Schweiß am rechten Fuß. Schwellung der Füße und besonders der Knöchel. Nagende Bläschen auf den Fußsohlen. Geschwüre auf dem Spann. Geeignet für Personen mit nervösem Temperament, schnellen Bewegungen, schnell aufbrausend; Haut übermäßig empfindlich auf atmosphärische Veränderungen. Für schlanke, gebückt gehende Personen, die wie alte Männer gehen und sitzen. Stehen ist die schlimmste Position für Sulfur-Patienten; sie können nicht stehen; jede stehende Position ist unbequem.

Zincum met: Steifheit des Fußgelenks nach längerem Sitzen. Zerrende Schmerzen in den Gelenken der Füße und Zehen. Brennendes Gefühl in den Füßen. Entzündliche Schwellung der Füße. Schwäche und Zittern der Füße. Schwitzige und schmerzende Zehen, übelriechender, unterdrückter Fußschweiß mit starker nervöser Erregung. Kältegefühl in den Füßen nachts. Nervöse, unruhige Bewegungen der Füße nach dem Zubettgehen und im Schlaf. Zerreißende Schmerzen am Rand des rechten Fußes. Ulzerative, bohrende Schmerzen in den Fersen, schlimmer beim Gehen als beim Sitzen. Starker Fußschweiß. Geeignet für Personen mit zerebraler und nervöser Erschöpfung; mangelnde Vitalität; mangelnde Gehirn- oder Nervenstärke; zu schwach, um Exantheme oder Menstruation zu entwickeln, um Auswurf zu fördern, um zu urinieren; zu begreifen, zu memorieren. Unaufhörliches und heftiges nervöses Zappeln in den Füßen oder unteren Gliedmaßen; muss sie ständig bewegen.

Homöopathie für unterwegs

Homöopathie für unterwegs, Taschenbuch von Norbert Enders, Homöopathie + Symbol, 978-3-937095-17-2Homöopathie für unterwegs

Alltag- Freizeit- Reise
Schnell und sicher zum richtigen Mittel
Dr.med. Norbert Enders
Verlag Homöopathie+ Symbol
3. Auflage 2011; Taschenbuch, 128 Seiten
ISBN: 978-3-937095-17-2

Homöopathie hilft überall- auch unterwegs! Ob Freizeitverletzung, Reiseübelkeit, Insektenstiche, Sonnenbrand oder Durchfall – die wichtigsten akuten Beschwerden, die gerne mal unterwegs auftreten, finden sich hier von A bis Z übersichtlich aufgelistet. Die wichtigsten charakteristischen Merkmale der Arzneien werden kurz und prägnant zusammengefasst.
Das Büchlein ist auch durch das praktische Manteltaschenformat ist ein idealer Begleiter für unterwegs!

Systematischer Review: Homöopathie zeigte bessere Ergebnisse als Placebo

Seit 1997 wurden mehrere Indikations-übergreifende Meta-Analysen (MAs) zu Placebo- kontrollierten Wirksamkeitsstudien der Homöopathie. Eine formale Bewertung dieser MAs fehlte bislang. Ziel dieser systematischen Übersicht war es, die Wirksamkeit der homöopathischen Behandlung zu bewerten.

Der erste systemische Review aller sechs vorhandenen Meta-Analysen zu Placebo-kontrollierten Studien
Eingeschlossen wurden MAs von Placebo- kontrollierten randomisierten Studien zur Homöopathie (PRETHAIs), unabhängig von Alter, Land, Einstellung oder Veröffentlichungssprache, publiziert zwischen dem 1. Januar 1990 und dem 30. April 2023. Ausgeschlossen wurden systematische Übersichten ohne MAs sowie MAs, die auf bestimmte Alters- oder Geschlechtsgruppen, spezifische Indikationen oder homöopathische Behandlungen beschränkt waren und solche, die die Wirksamkeit nicht bewerteten. Die Hauptergebnisse bezogen sich auf die Effektschätzung aller eingeschlossenen Studien in jeder MA und nach Einschränkung der Stichprobe auf Studien hoher methodischer Qualität gemäß vordefinierter Kriterien. Das Risiko von Verzerrungen (Bias) für jede MA wurde mit dem ROBIS-Tool bewertet, die Qualität der Evidenz nach dem GRADE-Rahmenwerk.

Die Ergebnisse sind deutlich

Diese systematische Übersichtsarbeit, die Meta-Analysen von randomisierten, Placebo-kontrollierten Homöopathie-Studien für jegliche Indikationen untersucht, liefert wichtige Erkenntnisse zur Wirksamkeit der Homöopathie. In fünf der sechs einbezogenen Meta-Analysen wurde eine Effektschätzung für alle eingeschlossenen Studien vorgenommen, wobei alle fünf signifikant positive Effekte der Homöopathie im Vergleich zu Placebo zeigten.

Darüber hinaus wurde in vier Meta-Analysen eine Effektschätzung nach Einschränkung auf Studien mit höherer methodischer Qualität durchgeführt. In drei dieser Analysen blieben die signifikanten positiven Effekte der Homöopathie erhalten, was die Stärke der Evidenz für die Wirksamkeit der Homöopathie unterstreicht. Nur in einer Analyse wurde der positive Effekt als nicht signifikant eingestuft.

Ein bemerkenswerter Aspekt dieser Übersichtsarbeit ist, dass die methodische Qualität der Homöopathiestudien ähnlich zu der anderer klinischer Studien mit dem gleichen Design aus einem vergleichbaren Zeitraum und bewertet nach denselben Kriterien war. Dies unterstreicht, dass Homöopathie-Studien mit einer methodischen Strenge durchgeführt werden, die mit konventionellen klinischen Studien vergleichbar ist.

Schließlich wurde die Qualität der Gesamtevidenz für die Wirksamkeit der Homöopathie in dieser Übersichtsarbeit ähnlich hoch eingestuft wie in systematischen Reviews zu anderen medizinischen Interventionen aus dem gleichen Zeitraum, basierend auf dem GRADE-Bewertungsinstrument. Dies legt nahe, dass die Evidenz für die Wirksamkeit der Homöopathie, gemessen an den Standards der evidenzbasierten Medizin, robust ist und eine solide Grundlage für die weitere Forschung und Diskussion über die Rolle der Homöopathie in der Gesundheitsversorgung bietet.

Widerlegung der Kritik durch fundierte Forschung

Trotz der anerkannt detaillierten und qualitativ hochwertigen Arbeit, versucht das Informationsnetzwerk Homöopathie (INH) mit unbegründeter Kritik einmal mehr lautstark dagegenzuhalten. Doch die nicht fundierte Kritik ließen die Forscher nicht auf sich sitzen und widerlegten auf höchstem wissenschaftlichem Niveau jedes der vom INH vorgebrachten Argumente sachlich und zeigen auf, dass deren Kritikpunkte auf einem Mangel an Verständnis für die Methodik des Reviews basieren.

Die Autoren konzentrierten sich auf Meta-Analysen von Placebo-kontrollierten, randomisierten Studien zur Homöopathie und folgten strengen Aufnahmekriterien, um eine zuverlässige Datensynthese zu gewährleisten. Das Systemischer Review hebt die methodische Qualität und die signifikante Überlegenheit der Homöopathie gegenüber Placebo in den analysierten Studien hervor. Es folgt den heutigen wissenschaftlichen Standards, einschließlich des PRISMA-Protokolls, und bietet eine umfassende Bewertung der Qualität der Gesamtevidenz anhand der GRADE Kriterien.

Trotz der polemischen Kritik des INH bestätigt die fundierte Analyse der Forscher die Wirksamkeit der Homöopathie und stellt die Zuverlässigkeit der vom INH verbreiteten Informationen in Frage. Dieses systematische Review setzt neue Maßstäbe für die Beurteilung homöopathischer Forschung und unterstreicht die Notwendigkeit einer sachlichen Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Daten.

Homöopathie bei Hämorrhoiden: Natürliche Linderung für ein tabuisiertes Leiden

Hämorrhoiden, ein verbreitetes, doch oft verschwiegenes Leiden, betrifft fast die Hälfte aller Erwachsenen. Verursacht durch Druck im Analbereich, führen sie zu Symptomen wie Jucken und Schmerzen. Lesen Sie hier, wie homöopathische Arzneimittel gezielt zur Linderung beitragen können.

Fast jeder zweite Erwachsene kämpft irgendwann mit Hämorrhoiden, doch trotz ihrer Verbreitung bleibt das Thema oft hinter einem Schleier des Schweigens verborgen. Hämorrhoiden – geschwollene Venen und Arterien am Enddarm – können durch erhöhten Druck im Analbereich entstehen, was zu unangenehmen Symptomen wie Jucken, Brennen und Schmerzen führt. Eine Anpassung des Lebensstils und der Ernährung stellen grundlegende Schritte zur Linderung dar, die Homöopathie bietet zusätzliche, individuell angepasste Behandlungsmöglichkeiten.

Ursachen und Entstehung von Hämorrhoiden

Hämorrhoiden entwickeln sich, wenn die venösen Gefäßpolster, die sich am Übergang vom Mastdarm zum After befinden und eine wichtige Rolle bei der Feinabdichtung des Afters spielen, durch verschiedene Faktoren überlastet werden. Diese Überlastung führt zu einer Stauung und anschließenden Schwellung der Gefäße. Auslöser hierfür können eine chronische Verstopfung mit hartem Stuhl und daraus resultierendem vermehrten Pressen beim Stuhlgang sein, aber auch eine ballaststoffarme Ernährung, langes Sitzen und mangelnde körperliche Bewegung tragen zur Entstehung bei. Zudem können genetische Faktoren wie eine Bindegewebsschwäche das Risiko für Hämorrhoiden erhöhen. Schwangerschaft und Geburt sind bei Frauen zusätzliche Risikofaktoren, da auch der erhöhte Druck im Beckenbereich die Bildung von Hämorrhoiden begünstigen kann. Verstärkt werden können die Beschwerden durch Übergewicht, das den Druck im Bauchraum weiter erhöht, und durch bestimmte Lebensgewohnheiten wie übermäßigen Alkoholkonsum. Das Verständnis dieser Ursachen ist entscheidend, um gezielte Maßnahmen zur Prävention und Behandlung ergreifen zu können.

Individuelle Symptombehandlung mit Homöopathie

Die Selbstbehandlung von Hämorrhoiden mit homöopathischen Mitteln orientiert sich an den spezifischen Symptomen jedes Einzelnen. Dabei sind niedrige Potenzen wie D12 oder C12 zu empfehlen. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass bei anhaltenden Beschwerden in jedem Fall professionelle Hilfe durch einen homöopathisch arbeitenden Arzt oder eine homöopathisch arbeitende Ärztin empfohlen wird.

Ausgewählte homöopathische Arzneimittel

Aesculus hippocastanum: innen liegende Hämorrhoiden mit scharfen, schießenden Schmerzen, den Rücken hinauf, schlimmer im Klimakterium. Trockener, harter Stuhl, starker Schmerz nach dem Stuhl, Anus rau und wund, Gefühl, wie von Stiften gefüllt.
Hamamelis virginiana: Bei blutenden Hämorrhoiden und Schmerzen, die nach der Blutung auftreten und auch nach dem Stuhlgang anhalten. Eine gute Wahl auch nach der Entbindung. Oft treten gleichzeitig Krampfadern auf. Eventuell Neigung zu Nasenbluten. Hämorrhoiden, die schon bei jungen Menschen auftreten (sensibel, mitfühlend, versucht ihren/seinen Platz in der Welt zu finden, fühlt sich nicht genügend respektiert.)
Acidum nitricum: Für starke Schmerzen, die sich wie Risse anfühlen, sowie bei Analfissuren und dünnem, scharfem Stuhlgang. Wirkt besonders bei eher schlanken Personen vom dunklen Hauttyp.
Hepar sulfuris: Geeignet für sehr empfindliche, leicht fröstelnde Menschen mit schleimig bedeckten Hämorrhoiden und Splitterschmerzen. Die entzündeten Stellen schmerzen bei der leichtesten Berührung. Lehmfarbiger, übelriechender Stuhl. Selbst weicher Stuhl kann schwer entleert werden. Neigung zu unreiner Haut.
Paeonia officinais: Bei starken Schmerzen, Brennen und Juckreiz, besonders während und kurz nach dem Stuhlgang. Hämorrhoiden schmerzen so sehr, dass man beim Sitzen die Pobacken auseinanderziehen muss. Hämorrhoiden in der Schwangerschaft. Generell hitzeempfindlich und empfindlich auf geschlossene Räume.
Strychnos nux-vomica: Hilfreich bei Schwierigkeiten beim Stuhlgang und dem Gefühl, nie vollständig entleert zu sein, oft nach übermäßigem Essen oder Alkoholkonsum. Hektische Lebensweise, ehrgeizig, verkrampft und bei Beschwerden grantig. Braucht Ruhe und Wärme, lokal hilft kurze Anwendung von Kälte.

Pulsatilla pratensis: Für ein Wundheitsgefühl und stechende Schmerzen, verschlimmert durch Wärme und während der Menstruation. Nachgiebige Persönlichkeit, schluckt den Ärger herunter.
Acidum sulfuricum: Die Analregion sowie alle anderen Körperöffnungen sind hier meist rot. Verstopfung wechselt sich mit Durchfall ab. Sulfur kann auch unterstützend nach einer Hämorrhoiden-Operation sowie -Verödung eingesetzt werden.

Dosierungsempfehlungen
Für akute Fälle werden 5 Globuli der Potenz D12 oder C12 empfohlen, bis zu 3-5 mal täglich. Bei starken Beschwerden anfangs bis zu 3x hintereinander stündlich. Bei einer Verbesserung der Symptome soll die Häufigkeit der Einnahme reduziert werden.

Homöopathie als Teil eines ganzheitlichen Ansatzes

Es ist wichtig zu betonen, dass die homöopathische Behandlung von Hämorrhoiden nur Teil eines ganzheitlichen Ansatzes sein sollte, der auch diätetische Anpassungen und eine Erhöhung der körperlichen Aktivität umfasst. Bei Blut im Stuhl oder anhaltenden Beschwerden ist zudem eine ärztliche Abklärung unerlässlich.
Dieser Beitrag soll das Bewusstsein für die Möglichkeiten der Homöopathie in der Behandlung von Hämorrhoiden schärfen und dazu ermutigen, über ein oft stigmatisiertes Thema offen zu sprechen. Die Auswahl und Anwendung homöopathischer Arzneimittel sollte jedoch immer in Absprache mit einem qualifizierten Homöopathen/Homöopathin erfolgen, um eine sichere und effektive Behandlung zu gewährleisten.

Arsenicum Album – das Arzneimittelbild

Das homöopathische Arzneimittel Arsenicum album, gewonnen aus dem toxischen weißen Arsenik, ist ein Paradebeispiel für die Komplexität und Effektivität der Homöopathie. Entdeckt von Dr. Samuel Hahnemann im 18. Jahrhundert, hat Arsenicum album einen festen Platz in der homöopathischen Medizin erlangt. Es wird insbesondere bei Verdauungsbeschwerden, grippalen Infekten sowie psychischen Symptomen wie Prüfungsangst und Lampenfieber eingesetzt.

Anwendungsbereiche von Arsenicum album

Arsenicum wird sowohl bei chronischen Krankheiten als auch bei akut auftretenden Gesundheitsproblemen angewandt. Bei gleichzeitig auftretendem Durchfall und Erbrechen listet die Homöopathie mehrere Arzneien auf. Sollten diese Symptome nach dem Verzehr von verdorbenen, kalten oder ungewöhnlichen Speisen eintreten, gilt Arsenicum als eines der Mittel der Wahl. Grundsätzliche gilt: Leitsymptome sind brennende Schmerzen, große Schwäche mit Ruhelosigkeit und Angst sowie ein Bedürfnis nach Wärme. Ein deutliches Anzeichen, dass Arsenicum album die passende Arznei sein könnte, ist, dass der/die Betroffene Wasser behalten kann, ohne es gleich wieder zu erbrechen (Gut zu wissen: Phosphor zeigt im Unterschied dazu Erbrechen kurz nach trinken von kaltem Wasser, sobald das Wasser im Magen warm geworden ist). Ein solcher „Arsenicum-Fall“ kann jeden treffen, weshalb Arsenicum ein essenzieller Bestandteil jeder Reise- und Hausapotheke sein sollte.

Arsenicum Album findet Anwendung bei einer Vielzahl von Beschwerden. Vor allem bei Problemen, die durch verdorbene Lebensmittel oder kontaminiertes Wasser entstehen, zeigt es seine Wirkung. Auch in der unterstützenden Behandlung von schweren Erkrankungen der Atemwege, des Verdauungstrakts und der Haut, einschließlich Lebensmittelvergiftungen und großflächigen Verbrennungen, wird es empfohlen. Seine psychischen Effekte bieten zudem Unterstützung bei Angstzuständen und in der Palliativmedizin.

Arsenicum Album kann helfen bei …

  • Magen-Darmstörungen durch Infektionen oder verdorbene Lebensmittel:
    Kein Appetit, Ekel vor dem Essen, heftiges und unaufhörliches Erbrechen, Erbrechen beim Geruch von Speisen, heftige brennende Magenschmerzen, starke schmerzhafte Blähungen, Durchfall, stinkender Durchfall, Brennen am After, nach dem Durchfall völlige Erschöpfung.
  • Erschöpfung / Schwäche:
    Starke Erschöpfung und Müdigkeit, Überforderung bei kleinsten Anstrengungen, Zittrigkeit, Blässe.
  • Ängste:
    Tiefsitzende Angst und Mutlosigkeit, Sorge um die Zukunft, vor allem Angst vor Krankheit und Tod, Einsamkeit und Armut.
  • Gürtelrose:
    Dunkelrote Bläschen, sehr heftige, brennende, schießende Schmerzen, nächtliche Schmerzverstärkung, Schwäche, Angst und Unruhe.
  • Hautausschlag / Ekzem:
    Trockene Ekzeme und Herpes, Hautausschläge mit starker Schuppung, brennendes Jucken, nächtliche Verschlimmerung, Verschlimmerung durch Bettwärme.
  • Lippenherpes:
    Heftig brennende Bläschen, häufig ausgelöst durch andere Erkrankungen, Verschlimmerung nachts und bei Kälte.
  • Kopfschmerzen:
    Allgemeines Hitzegefühl, Verschlimmerung durch Wärme, Geräusche, Licht, Besserung im Freien.
  • Schlafstörungen:
    Erwachen um Mitternacht oder um 3 Uhr, angstvolle Träume, plötzliches erschrecktes Auffahren, morgendliche Übellaunigkeit.
  • Schnupfen / allergischer Schnupfen:
    Scharfes, flüssiges Sekret, wunde Oberlippe, teilweise verstopfte Nase.
  • Grippaler Infekt:
    Husten durch Kitzeln im Kehlkopf, Heiserkeit, nächtliche Hustenanfälle, trockener Husten oder Husten mit dickem, gelb-grünem Auswurf.
  • Halsschmerzen:
    Brennend heißer und trockener Hals, Schluckbeschwerden, Gefühl eines Kloses im Hals.
  • Bindehautentzündung:
    Brennen der Augenlider, scharfe Tränen, geschwollene Augenlider, Lichtscheu.
  • Asthma:
    Asthma besonders nachts, Bedürfnis nach frischer Luft, begleitet von Angstgefühlen.
  • Verbrennungen:
    Brennende Schmerzen, Schwellung, starke Angst und große Unruhe.

Typische Symptome und Beschwerden, die auf Arsenicum album hinweisen können

  • allgemeine körperliche Schwäche, von der kleinsten Anstrengung erschöpft
  • ausgeprägte geistige und körperliche Unruhe
  • Ängste, dass sich der Zustand verschlimmern könnte
  • plötzlich auftretende Beschwerden mit schnellem Kräfteverfall
  • krankes Aussehen, eingefallenes Gesicht
  • brennende Schmerzen und brennende Ausscheidungen
  • starkes Frösteln, kalte Nasenspitze, Hände und Füße
  • großer Durst, aber immer nur auf ein kleines Schlückchen
  • starke Übelkeit, erbricht alles, was zu sich genommen wurde

Verbesserung:

  • durch Wärme und warme Anwendungen
  • durch warme Getränke und Speisen
  • in Gesellschaft
  • durch Bewegung

Verschlechterung

  • um oder nach Mitternacht
  • durch Kälte
  • durch kalte Speisen und Getränke
  • beim Alleinsein
  • durch nasses, kaltes Wetter
  • bei Anstrengung

Charakteristika des Arsenicum-album-Typs

Symptome, die Arsenicum zugeordnet werden, intensivieren sich typischerweise nach Mitternacht (insbesondere zwischen 1 und 2 Uhr) oder um die Mittagszeit (zwischen 13 und 14 Uhr). Bei Auftreten von Symptomen begleitet von Angst und Ruhelosigkeit in diesen Zeiten sollte Arsenicum in Betracht gezogen werden.

Die Schmerzen, die mit Arsenicum assoziiert werden, sind vorrangig von brennender Natur und können in bestimmten Zyklen erscheinen, beispielsweise täglich, wöchentlich, alle zwei Wochen oder jährlich.

Personen, die eine Affinität zu Arsenicum aufweisen, zeichnen sich häufig durch eine fehlende körperliche Wärme aus, neigen zu schneller Erkältung und zeigen selten emotionale Wärme. Ihre Kälteempfindlichkeit geht so weit, dass sie sogar bei brennenden Hautausschlägen warme oder heiße Behandlungen bevorzugen und dadurch Besserung finden. Ebenso zeichnen sie sich durch ausgeprägte Ängste, eine allgemeine körperliche Schwäche und eine Neigung zu psychischer sowie physischer Unruhe aus. Typische Symptome umfassen brennende Schmerzen, starkes Frösteln und einen großen, aber feinportionierten Durst.

Die Dosierung variiert je nach Potenz und Anwendungsgebiet, wobei höhere Potenzen wie C200 nur nach Anweisung eines Homöopathen angewendet werden sollten. Niedrigere Potenzen (D6, D12) eignen sich für körperliche Beschwerden, andere Potenzen werden bevorzugt bei psychischen Symptomen eingesetzt.

Obwohl homöopathische Arzneimittel generell als nebenwirkungsarm gelten, kann es bei auch Arsenicum album zu Erstreaktionen kommen, die ein Absetzen des Mittels erfordern. Bei Selbstmedikation sollte bei akuten Erkrankungen eine rasche Besserung der Symptome erwartet werden. Bei ausbleibender Verbesserung oder Verschlimmerung der Beschwerden ist immer ärztlicher Rat einzuholen.

Für Babys und Kinder

Arsenicum album kann auch bei Babys und Kindern zum Einsatz kommen. Besonders wenn Kinder in der Nacht von Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen, Schwierigkeiten beim Atmen oder Magen-Darm-Problemen geplagt werden, kann Arsenicum album Linderung verschaffen, vornehmlich in den Stunden zwischen Mitternacht und drei Uhr morgens.

Betroffene Kinder leiden unter intensiven brennenden Schmerzen, die sich über verschiedene Körperregionen wie Kopf, Hals, Magen, Blase oder Darm erstrecken können. Sollten dabei Körperflüssigkeiten ausgeschieden werden, zeichnen sich diese ebenfalls durch ein brennendes Gefühl aus.

Trotz eventuellen Fiebers empfinden die Kinder oft eine starke Kälte, bis hin zu dem Gefühl, als würden Eisströme durch ihre Adern fließen. Typisch sind zudem ein trockener Mund und ein ausgeprägter Durst, wobei die Kinder lediglich kleine Mengen zu sich nehmen möchten. Kalte Getränke tendieren dazu, die Symptome zu verschärfen.

Ein charakteristisches Merkmal eines Kindes, das Arsenicum album benötigt, ist eine tiefe Angst vor einer Verschlimmerung der Symptome. Diese Furcht führt zu erheblicher Unruhe. Jedoch ist das Kind durch eine signifikante Schwäche oft zu erschöpft, um Anstrengungen zu bewältigen. Dennoch besteht ein starker Wunsch nach Gesellschaft; das Kind verlangt nach ständiger Nähe und Unterstützung.

 

Neuropathie verstehen und wie Homöopathie helfen kann

Nervenfasern funktionieren ähnlich wie elektrische Kabel, indem sie Informationen als Reize ans Gehirn senden. Diese können angenehm sein oder als Warnsignal dienen, können aber auch unangenehme Empfindungen wie Schmerzen beinhalten. Bei einem neuropathischen Schmerz liegt die Störung direkt im Nerv selbst, der dann Schmerzen verursacht.

Neuropathie kennzeichnet sich als schmerzhafter, fortschreitender Zustand des Nervensystems. Neuropathische Schmerzen unterscheiden sich von anderen Schmerzen, da sie oft als Kribbeln, Brennen oder blitzartige Schmerzen empfunden werden, die sich wie Stromschläge oder Missempfindungen wie Ameisenlaufen anfühlen. Diese übersteigerten Empfindungen werden als Positivsymptomatik bezeichnet. Selbst leichte Berührungen können dabei extreme Schmerzen verursachen. Zudem führen Störungen der Nervenfunktion auch zu Negativsymptomen, wie reduzierte Empfindlichkeit, fehlende Schmerzwahrnehmung oder ein Gefühl der Taubheit.
Chronische neuropathische Schmerzen sind nicht nur physisch schmerzhaft, sondern auch psychisch sehr belastend und beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich. Fehlender Therapieerfolg kann zu einem Zyklus aus Hoffnungslosigkeit und Angst führen. Die emotionale Belastung kann die körperliche Schmerzempfindung verstärken und einen Teufelskreis auslösen, der auch das gesamte Umfeld der Betroffenen beeinträchtigt.

Neuropathie: Vielfältige Ursachen, breites Behandlungsspektrum

Neuropathien können schleichend beginnen und langsam fortschreiten. Über 200 Ursachen sind bekannt, und oft resultieren neuropathische Schmerzen aus Nervenkompressionen, wie bei chronischem Rückenschmerz, orthopädischen Erkrankungen wie Karpaltunnelsyndrom oder Bandscheibenvorfall. Auch nach einer Gürtelrose kann es in Form einer Post-Zoster-Neuralgie zu neuropathischen Schmerzen kommen.
Häufig werden auch Diabetes, Alkoholmissbrauch, Medikamente und Chemotherapie als Ursachen für Neuropathie genannt; andere Auslöser können Infektionen, Vergiftungen, Drogenkonsum oder Vitaminmangel sein. In etwa 20 Prozent der Fälle bleibt die Ursache jedoch unklar.
Ob die Ursprung bekannt oder nicht feststellbar ist, oftmals muss sich die Behandlung nahezu ausschließlich auf die Symptome konzentrieren. Die Behandlung ist oft schwierig. Herkömmliche Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen sind bei neuropathischen Schmerzen meist nicht wirksam. Stattdessen werden Medikamente wie Antidepressiva und Antiepileptika verwendet, die jedoch oft erhebliche Nebenwirkungen mit sich bringen können.

Homöopathische Behandlungsmöglichkeiten

Nicht nur daher wird eine interdisziplinäre Behandlung empfohlen, die konventionelle und komplementäre Medizin kombiniert, um Schmerzen effektiv zu reduzieren und eine Chronifizierung zu verhindern. Durch die Kombination verschiedener Therapieansätze können Patienten zudem lernen, individuell mit ihren Schmerzen umzugehen und ihre Lebensqualität signifikant zu verbessern.

Die Homöopathie bietet aufgrund der Symptomvielfalt eine große Auswahl an Arzneimitteln. Die Wahl des homöopathischen Arzneimittels basiert auf der spezifischen Schmerzqualität und -intensität, was eine sorgfältige Anamnese und Diagnose durch einen erfahrenen Homöopathen/Homöopathin erfordert. Die Behandlung kann langwierig sein, die Neuropathie zeigt sich oftmals lange Zeit „resistent” gegen jegliche Behandlungen. Aber meist zahlt es sich aus: In vielen Fällen konnte die Homöopathie den Betroffenen zumindest Erleichterung verschaffen und die schmerzhaften Symptome lindern.

Einige der möglichen homöopathischen Arzneimittel sind:

Aconitum napellus: Ist ein klassisches Schmerzmittel in der Homöopathie und hilft bei stechenden und brennenden Schmerzen.
Agaricus muscarius: kann bei Missempfindungen, Kribbeln und Taubheitsgefühlen für Linderung sorgen.
Spigelia anthelmia und Verbascum: Bei regelmäßig bzw. plötzlich auftretenden Nervenschmerzen.
Kalium phosphoricum, Magnesium phosphoricum und Zincum chloratum: Bekannt als die „biochemische Schmerztrias“, die das Nervensystem und die Muskulatur beruhigt.
Silicea und Graphites: Unterstützen das Bindegewebe und helfen bei der Ausscheidung von Schadstoffen, insbesondere bei diabetischer Polyneuropathie.
Arsenicum Album: Schafft vor allem bei scharfen, ziehenden und brennenden Schmerzen, die sich nachts verschlimmern, Erleichterung,
Colocynthis: bei Schmerzen, die besonders während Ruhephasen in die Beine schießen und mit Kribbeln und einem „Einschlafgefühl“ in den Füßen einher gehen.
Kalmia latifolia: Wenn sich die Schmerzen anfühlen, als ob die Füße verstaucht wären.
Gelsemium: Bei neuralgischen, rheumatischen Schmerzen in den Extremitäten.