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Damals und heute: Homöopathie im Wandel der Zeit

Die Homöopathie entstand zu einer Zeit, als die Medizin nur Aderlässe, Brechmittel und Quecksilber kannte. Der Arzt Samuel Hahnemann, welcher später als Begründer der Homöopathie bekannt wurde, erkannte, dass die alte Schulmedizin wenig heilte und viele Kranke nur noch kränker machte. In diesem Beitrag erfahrt ihr, wie sich die Homöopathie im Wandel der Zeit ausbreitete und veränderte.

Entdeckung der Homöopathie durch Samuel Hahnemann

Samuel Hahnemann hatte an den besten Universitäten in Wien, Erlangen und Leipzig studiert. Er suchte nach einer Untersuchungsmethode, Arzneiwirkungen genau zu erforschen. Bei einem Selbstversuch mit Chinarinde entdeckte er 1790 das Wirkprinzip der Homöopathie: Arzneimittel zeigen an gesunden Menschen Wirkungen, die sie an Kranken heilen können. Ein Beispiel hierfür stellt Kamille dar: Manche Menschen bekommen auf Kamillentee Magenschmerzen. Kamille heilt jedoch auch ähnliche Magenschmerzen an Kranken. Dieses Naturprinzip war in der Medizin schon seit Hippokrates (460 – 370 v.Chr.) bekannt und Hahnemann entwickelte daraus die Homöopathie.

Verbreitung der Homöopathie in Europa

Militärärzte verbreiteten die Homöopathie anschließend in Europa. Während der Cholera um 1830 rettete die Homöopathie viele Menschenleben. Bald wurde die homöopathische Medizin in Nord- und Südamerika, Indien und Russland angewandt. Doch die schnellen Erfolge der Schulmedizin verdrängten die Homöopathie. Homöopathische Mittel werden für jeden einzelnen Kranken individuell ausgewählt. Chemische Medikamente können rasch verordnet werden. Das führte zuerst zu einem Aufschwung der Schulmedizin, ab den 1970er-Jahren kam es jedoch wieder zu einem Aufschwung der Homöopathie. Die ökologische Bewegung und die Sehnsucht nach einer ganzheitlichen und nebenwirkungsarmen Medizin führten zu einer Renaissance der Homöopathie.

Homöopathie als Therapieform der Komplementärmedizin

Während die Schulmedizin störende Körperfunktionen chemisch ausschaltet, verbessert oder wegoperiert, regen Homöopathie, Akkupunktur, Phytotherapie und andere komplementäre Methoden die natürliche Selbstheilung an. Das Interesse an Komplementärmedizin hat auch in der wissenschaftlichen Forschung einen Boom ausgelöst: Über 4000 Studien und Experimente untersuchen die Homöopathie. Ihre Wirksamkeit wurde 2006 durch ein großes Studienprogramm der Schweizer Regierung nachgewiesen und 2016 ihr therapeutischer Nutzen in Deutschland wissenschaftlich bestätigt.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO fördert Homöopathie und Komplementärmedizin, weil sie als „Traditionelle Medizin“ unverzichtbare Beiträge zur Gesundheitsversorgung erbringen. Die Europäische Kommission hat 2001 homöopathische Mittel offiziell als Arzneimittel zur Anwendung am Menschen anerkannt und an deutschen Universitäten ist die Homöopathie seit 1993 im Gegenstandskatalog der ärztlichen Prüfung enthalten. In der Schweiz ist die Homöopathie seit 2017 in der Grundversorgung – gleichberechtigt neben der Schulmedizin – verankert und wird daher von den Krankenkassen bezahlt.

Homöopathie im Wandel der Zeit - © Aris Suwanmalee/stock.adobe.com
© Aris Suwanmalee/stock.adobe.com

Homöopathie im Wandel sowie im Hier und Jetzt

In der Europäischen Union wenden bereits 45.000 Ärzte Homöopathie an: entweder als alleinige Therapie aber auch in Kombination mit der konventionellen Medizin, z.B. in der Krebstherapie. Hebammen unterstützen werdende Mütter während der Schwangerschaft und bei der Geburt mit Homöopathie. Apotheker beraten hilfesuchende Patienten in der Homöopathie und bei homöopathischen Komplexmittel, wenn es sich um unkomplizierte, akute Erkrankungen handelt. Lang andauernde, chronische Erkrankungen können nur von gut ausgebildeten Homöopathen therapiert werden. In der Pharmaindustrie sind Pharmazeuten, Laboranten und Analytiker täglich damit beschäftigt, homöopathische Arzneimittel nach internationalen Qualitätsstandards herzustellen. Mediziner, Biologen und Physiker arbeiten zusammen, um die Wirkungsweise der Homöopathie zu erforschen.

Behandlung beim Homöopathen – Wie verläuft eine Anamnese?

Die Behandlung mit homöopathischen Arzneimitteln gilt in Österreich als anerkannte Heilmethode. Doch wie verläuft eigentlich eine Anamnese und wie sieht der Verlauf einer homöopathischen Behandlung eigentlich aus? Alle Schritte vom ersten Gespräch mit einem ausbildeten Homöopathen bis hin zur Linderung von Krankheiten und Schmerzen werden im folgenden Artikel näher erläutert.

Einsatz von Homöopathie – für wen ist sie geeignet?

Solange die körpereigenen Abwehrmechanismen eigenständig und aktiv arbeiten, ist die Anwendung von Homöopathie sinnvoll. Beispielsweise eignet sich der Einsatz bei Kopfschmerzen, Erkältungskrankheiten, psychischen Krankheiten und vielen mehr. Prinzipiell sprechen alle Altersgruppen gut auf homöopathische Arzneien an. Wichtig, zu beachten, ist hier allerdings die altersangepasste Dosierung.

Die Erstanamnese – was geschieht beim Arzt?

Zu Beginn sind die Patienten angehalten, ausführlich über ihre Beschwerden bzw. ihr Leiden zu berichten. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Patient. Der homöopathische Arzt hört hierbei genau zu, stellt gezielt Fragen und notiert sich die Angaben. Nach umfassender Analyse und klinischer Untersuchung wählt der Arzt das zum jeweiligen Patienten passende homöopathische Arzneimittel. Falls noch keine eindeutige Diagnose vorliegt, können noch weitere diagnostische Maßnahmen notwendig und vom behandelnden Homöopathen angeordnet werden. Je nach Verlauf findet nach ein paar Tagen oder Wochen ein weiterer Termin statt, wobei die Symptome dauerhaft genauestens verfolgt werden. Bei diesem Folgetermin werden die homöopathischen Arznei(-en) bzw. die Dosierung entsprechend der Entwicklung der Erkrankung angepasst.

Behandlung beim Homöopathen: Anamneseverlauf - © Billionphotos.com/stock.adobe.com
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Homöopathie in der Veterinärmedizin – wie verläuft die Anamnese beim Tier?

Genau wie bei der Behandlung am Menschen, steht auch hier das Individuum im Vordergrund. Die Art und Vorgehensweise unterscheidet sich kaum von jener einer klassisch homöopathischen Behandlung eines Kindes. Zu Beginn erfolgt ein umfassendes Erstgespräch mit dem Tierbesitzer über Probleme, Symptome und vergangene Krankheiten. Besonders wichtig ist die genaue Beachtung der Symptome und etwaigen Verhaltensänderungen, da Tiere ihre Schmerzen bzw. ihr Leiden nicht im selben Umfang wiedergeben können wie wir Menschen. Eine ausführliche, klinische Untersuchung ist Grundlage jeder homöopathischen Behandlung. Wichtig ist hierbei, die Aufmerksamkeit auf das Tier zu fokussieren, um zur Arznei führende Symptome erheben zu können. Das bedarf geschärfter Sinne, da oftmals während der Untersuchung und Beobachtung das Tier selbst noch wertvolle Informationen zur Auffindung des Similes liefert. Zur Diagnosenstellung können noch weiterführende, diagnostische Maßnahmen wie Blutuntersuchung, Röntgen, Ultraschall etc. nötig sein – eine klare Diagnose muss vorliegen, um entsprechend eine Prognose stellen zu können. Basierend auf diesen Informationen wird dann die individuelle homöopathische Arznei gewählt und direkt verabreicht bzw. dem Tierbesitzer zur weiteren Verabreichung mitgegeben. Im Verlauf der Behandlung werden die Medikation und die Dosierung angepasst, bis eine Heilung bzw. die gewünschte Verbesserung erzielt ist.

Erstreaktion und Nebenwirkungen – wann treten sie ein?

Viele fürchten sich bei der Anwendung von Homöopathie vor der sogenannten Erstreaktion. Meistens ist diese Furcht jedoch unbegründet, da die Verschlimmerung der Symptome meist ausbleibt. Sollte die Erstreaktion jedoch trotzdem einmal eintreten, ist diese nur von sehr kurzer Dauer und birgt keine gesundheitlichen Risiken. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass die Abwehrmechanismen angeregt werden und der Körper die Selbstheilung einleitet. Im weiteren Verlauf bessern sich die Anzeichen der Krankheit stetig. Abseits der Erstreaktion ist in der Homöopathie aufgrund der hohen Verdünnungen nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen. Auch Wechselwirkungen mit anderen, schulmedizinischen Arzneien sind bis dato nicht bekannt.

Ausbleiben der Wirkung – wann und warum wird zu einer anderen Arznei gewechselt?

Wenn sich das Krankheitsbild über einen längeren Zeitraum hinweg trotz Behandlung nicht bessert, sollte die Wahl des homöopathischen Arzneimittels überdacht werden. Dafür ist eine erneute Analyse der Symptome erforderlich und die Anpassung der Arznei. Generell gilt dieser Vorgang auch bei Arzneimitteln, die zu Beginn helfen, deren Wirkung nach einiger Zeit aber nachlässt oder verschwindet, bevor der Patient seine Beschwerden losgeworden ist. In solchen Fällen sollte man sich umgehend an den behandelnden Arzt/Tierarzt wenden!

Behandlung – wie lange dauert sie?

Je nach Krankheitsbild und -verlauf kann die Behandlung und auch die Behandlungsdauer variieren. Generell gilt Je kürzer die Krankheit dauert und je intensiver sie ausgeprägt ist, desto schneller wirken die homöopathischen Arzneimittel und desto kürzer ist die Behandlungsdauer. Der Eintritt der Wirkung kann zwischen ein paar Minuten, Stunden oder auch Wochen liegen. Somit ist auch die Heilungsdauer von Individuum zu Individuum unterschiedlich und von der Krankheit abhängig. Prinzipiell sollten Symptome in umgekehrter Reihenfolge verschwinden, in der sie aufgetreten sind. Die Heilung verläuft in den meisten Fällen zudem von innen nach außen und von oben nach unten. Als Beispiel kann man hier die Heilung eines Hustens nennen, die abgeschlossen sein muss, bevor ein Hautausschlag verschwindet.

Ähnlichkeitsregel – Die Entdeckung des Simileprinzips

Aufgrund der Missstände der alten Medizin suchte der Arzt und Wissenschaftler Samuel Hahnemann intensiv nach einer Untersuchungsmethode, um die Wirkungen einzelner Arzneimittel genau zu erforschen. Dadurch erhoffte er sich eine Verbesserung der Medizin, um für jede Krankheit das richtige Arzneimittel zu finden, sodass Kranke verlässlich geheilt werden.

Die Geburtsstunde der Homöopathie – Hahnemanns Chinarindenversuch

1790 gilt als die Geburtsstunde der Homöopathie: Zu dieser Zeit nahm Hahnemann 15 Gramm Chinarinde im Selbstversuch mehrmals ein, um die Wirkung dieses Malariamittels als Gesunder zu prüfen. Das war die in der damaligen Medizin übliche Dosis noch ohne Potenzierung.  Er bekam davon Krankheitszustände, wie sie für Malariakranke typisch sind. Die Ähnlichkeit zwischen den erlebten Wirkungen und der mit Chinarinde heilbaren Krankheit führte zur Entdeckung der Homöopathie.

Die Entdeckung der Ähnlichkeitsregel

Hahnemann hat durch den Chinarindenversuch die homöopathische Arzneimittelprüfung an Gesunden entdeckt. Viele Prüfungen mit anderen Wirkstoffen bestätigen: Jedes Arzneimittel zeigt an gesunden Menschen Wirkungen, die durch diese Arznei geheilt werden können.

Ein gutes Beispiel hierfür ist Kamillentee: Dieser kann Magenschmerzen heilen, gleichzeitig bewirkt er aber auch welche. Weitere Beispiele sind:

  • Zwiebel: Zwiebelschneiden verursacht Tränen und eine rinnende Nase – homöopathische Zwiebelpräparate wirken gegen genau diese Symptome.
  • Bienen: Ein Bienenstich verursacht stechende und brennende Schmerzen mit Schwellungen – homöopathische Bienenpräparate helfen bei diesen Beschwerden.
  • Tollkirsche: Sie verursacht weite Pupillen und Kopfschmerzen durch Erregung und vermehrte Durchblutung des Gehirns. Homöopathische Tollkirschenpräparate können diese Zustände hingegen heilen.
Ähnlichkeitsregel, Simileprinzip - © Thomas Francois/stock.adobe.com
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Homöopathische Medizin – alles ist homöopathisch

Die Homöopathie ist eine medizinische Behandlung mit Arzneien, die an Gesunden geprüft wurden. Jedes Arzneimittel bewirkt ein charakteristisches homöopathisches Wirkmuster. Hat ein Patient ein ähnliches Krankheitsbild, kann seine Krankheit durch diese Arznei geheilt oder gebessert werden. Die Wirkung der homöopathischen Arznei muss der Krankheit ähnlich sein, die damit geheilt werden soll. Das meint der Begriff „Homöopathie“: homoion pathos (griech.) bedeutet „ähnliches Leiden“. Die Ähnlichkeitsregel (Simileprinzip) ist in der Medizin seit Hippokrates (460 – 370 v.Chr.) bekannt.

Hahnemann verwendete 10 Jahre lang normale, medizinische Dosierungen für die homöopathische Behandlung. Er bezeichnete Arzneimittel, Gifte, Genussmittel, Nahrungsmittel, psychische Einflüsse und sogar Hausmittel wie gefrorenes Sauerkraut auf Erfrierungen aufgelegt als „Homöopathie“. Weil alles homöopathisch wirkt und an Gesunden Wirkungen zeigen kann, womit Kranke geheilt werden.

Die Bestätigung des Ähnlichkeitsprinzips

Hahnemann hat erst später „potenzierte“ Arzneimittel hergestellt, die ab der C12 oder D23 Potenz keine Moleküle des ursprünglichen Wirkstoffes mehr enthalten. Die homöopathischen Wirkungen bleiben dabei erhalten und werden sogar verstärkt. Forschungsergebnisse zeigen, dass die Wirkungen homöopathischer Arzneimittel höchstwahrscheinlich durch Information und Biophysik erklärbar sind.

Die Ähnlichkeitsregel ist allerdings nicht auf die Homöopathie beschränkt: Homöopathische Mittel, Tinkturen, Heilpflanzen und Medikamente, aber auch physikalische Therapie, Psychotherapie und Informationen zeigen „ähnliche“ Wirkungen an Gesunden, die sie an Kranken heilen können. Homöopathische Wirkungen sind daher nicht an eine Potenzierung gebunden. Denn das Simileprinzip ist ein allgemeines Regulationsprinzip des Körpers: Jeder Reiz kann homöopathische Wirkungen auslösen. Die Heilungen der Homöopathie erfolgen demzufolge nicht durch die Globuli, sondern durch die Selbstheilung, die vom Reiz des passenden homöopathischen Arzneimittels angeregt wird.

Sogar Medikamente bestätigen die Ähnlichkeitsregel: Der brasilianische Arzt und Forscher Marcus Zulian Teixera hat wissenschaftlich nachgewiesen, dass moderne Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die das Gegenteil der Hauptwirkung sind. Auch hierfür gibt es bereits einige Beispiele:

Migränemittel, die Migräne auslösen, Chemotherapien, die Tumore bewirken oder Schlafmittel, die Schlaflosigkeit verursachen.

(Tier-) Heilpraktiker Verbot in Österreich

Heilpraktiker gelten als Experten für alternative Heilkunde. Sie diagnostizieren und behandeln Krankheiten, wobei vor allem Methoden der Naturheilkunde und der Komplementärmedizin zur Anwendung kommen. In einigen Ländern erfreuen sich Heilpraktiker für Menschen und Tiere großer Beliebtheit – in Österreich hingegen ist die Ausübung des Berufes des (Tier-) Heilpraktikers verboten. Warum das so ist und welche weiteren Optionen es für Patienten gibt, erfahrt ihr hier!

Heilpraktiker Qualifikationen

Viele Patienten haben das Gefühl beim Arzt abgefertigt und nicht ernst genommen zu werden. Heilpraktiker hingegen bieten oftmals viel Zeit und Empathie. Die Aufgabe eines Heilpraktikers ist es, den Patienten möglichst natürlich zu behandeln und ihm keinesfalls irgendeine Art von Schaden zuzufügen.

Der Begriff ,,Heilpraktiker“ ist in Deutschland eine geschützte Bezeichnung, die nur diejenigen tragen dürfen, welche tatsächlich die anspruchsvolle amtsärztliche Prüfung beim Gesundheitsamt bestanden haben. Diese setzt sich aus einem Test und einer mündlichen Prüfung zusammen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Anwärter der Heilkunde keine Gefahr für die Volksgesundheit darstellen. Um die Berufsbezeichnung des Tierheilpraktikers führen zu dürfen ist in Deutschland kein Befähigungsnachweis nötig.

Dem Heilpraktiker sind per Gesetz auch Behandlungsgrenzen gesetzt, welche er einhalten muss. Da Heilpraktiker auf Methoden der konventionellen Medizin verzichten, müssen sie in der Lage sein ihre Grenzen zu erkennen und den Patienten – wenn nötig – auch an einen Arzt überweisen.

Heilpraktikerverbot in Österreich

In Österreich ist die Ausübung der Komplementärmedizin ausschließlich Ärzten und Psychotherapeuten vorbehalten. Eine heilpraktische Ausbildung und die Ausübung des Berufs des Heilpraktikers sind in Österreich durch das Ärztegesetz beziehungsweise durch das Ausbildungsvorbehaltsgesetz nicht nur verboten, sondern auch strafbar. Auch das Vornehmen von kurativen Tätigkeiten an Tieren darf in Österreich nach § 12 Tierärztegesetz nur von ausgebildeten Tierärzten vorgenommen werden.

Die Diagnose und Behandlung von Menschen oder Tieren ist hier Human- und Veterinärmedizinern vorbehalten. Im Ausland erworbene Ausbildungen zum (Tier-) Heilpraktiker werden nicht anerkannt.

(Tier-) Heilpraktiker Verbot in Österreich - © Zolnierek/stock.adobe.com
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Ärzte mit homöopathischer Zusatzausbildungen

Patienten in Österreich müssen trotz des Heilpraktikerverbots nicht auf komplementärmedizinische Behandlungen verzichten. Damit eine hohe fachliche Kompetenz gewährleistet werden kann, werden von der ÖGHM (Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin) und der ÄKH (Ärztegesellschaft für Klassische Homöopathie) homöopathische Zusatzausbildungen für Ärzte angeboten. Für Tierärzte bieten die ÖGVH (österreichische Gesellschaft für veterinärmedizinische Homöopathie) bzw. die EAVH (europäische Akademie für Veterinär Homöopathie) entsprechende Aus- und Weiterbildungen an. In anderen Tätigkeitsfeldern der integrativen Medizin, werden von den jeweiligen Gesellschaften Zusatzausbildungen angeboten.

Tierische Patienten können von ihren Haltern einem homöopathisch ausgebildeten Tierarzt vorgestellt werden. Das qualitativ hochwertige Ausbildungs- und Prüfungsprogramm zum Fachtierarzt wird von der österreichischen Tierärztekammer überwacht und dauert fünf Jahre für den Fachtierarzt bzw. drei Jahre für das EAVH-Diplom. Diese Zusatzausbildung richtet sich an Tierärzte sowie Veterinärmedizinstudenten im letzten Studienabschnitt, wobei der Abschluss der Fachtierarztausbildung nur für bereits praktizierende Tierärzte möglich ist.

Aufgrund einer neuen EU-Bio-Verordnung hat die Zusatzausbildung Homöopathie gerade im veterinärmedizinischen Bereich an Notwendigkeit dazugewonnen. Laut dieser Gesetzgebung sind in der biologischen Nutztierhaltung nämlich, je nach Möglichkeit, primär homöopathische oder phytotherapeutische (= Therapie mit pflanzlichen Arzneimitteln) Behandlungen anzuwenden.

Naturheiltherapeuten und Energetiker für Mensch und Tier

Da in Österreich die Diagnose und Behandlung von Krankheiten, Ärzten vorbehalten ist, darf auch jede Behandlung, welche medizinische Kenntnisse erfordert nur von einem Arzt ausgeführt werden. So wie es in den Tätigkeitsfeldern der Homöopathie und Akupunktur der Fall ist. Naturheilpraktiker können in Österreich nur ein Gewerbe als Energetiker bei der Wirtschaftskammer anmelden, sowie eine Gütesiegel-Auszeichnung durch den VGNÖ (Verband der Ganzheitlichen Naturheiltherapeuten Österreichs) erhalten. Dieses ist ein freies Gewerbe, ohne spezifische Ausbildungsauflagen, weswegen das Angebot reinen Wellnesscharakter haben darf und nicht mit der medizinischen Betreuung eines Arztes gleichzustellen ist.

Homöopathie und Kosten

Homöopathische Arzneimittel sind nicht teurer als herkömmliche Arzneimittel auch, in manchen Fällen sind sie sogar billiger. Eine Erstanamnese bei einem Homöopathen kann jedoch gut und gerne zwischen 100 und 250 Euro kosten. Sie ist besonders gründlich und dauert ungefähr 1 ½ Stunden. Eine gesetzliche Preisregelung gibt es nicht. Das erscheint PatientInnen manchmal teuer, da sie abgesehen von unserem Sozialversicherungsbeitrag nicht gewohnt sind, für ärztliche Leistungen zu bezahlen. Anders als zum Beispiel in der Schweiz oder in Deutschland, wird in Österreich aber eine homöopathische Behandlung nicht von der Krankenkasse erstattet. Nur private Zusatzversicherungen übernehmen, neben vielen anderen Leistungen, meist auch für Homöopathie die Kosten.

Gut versichert!

Wiener Städtische, Uniqa, Generali, Merkur, Allianz, Raiffeisenversicherung oder Muki –  zusätzlich zu den gesetzlichen Krankenkassen stehen den PatientInnen unterschiedliche Privatarztversicherungen zur Auswahl, die bis zu 100 Prozent der Kosten für komplementärmedizinische Verfahren erstatten.

Zusätzlich werden private Krankenversicherungen im Zuge der jährlichen ArbeitnehmerInnenveranlagung als Sonderausgaben (freiwillige Weiterversicherungen) steuerlich begünstigt. Weitere Infos: https://finanzonline.bmf.gv.at/fon/

Kosten der Homöopathie - © Pegbes/stock.adobe.com
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Homöopathie international

Die Homöopathie ist kein Phänomen, das nur im deutschsprachigen Raum anzutreffen ist. Nein, Homöopathie ist international. In fast allen Ländern der Welt gibt es Gesellschaften und Vereine, die sich um Forschung, qualitativ hochwertige Ausbildung, gesetzliche Regelungen, Information von Laien und vieles mehr kümmern.

Stark in Europa

Die Ärztegesellschaften Europas, wie beispielsweise die Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM) oder die britische Faculty of Homeopathy sind auch auf europäischer Ebene miteinander vernetzt. So sind Organisationen aus 24 Ländern Mitglied beim European Comitee of Homeopathy (ECH), das sich unter anderem für eine Harmonisierung der Berufsstandards in der Homöopathie auf europäischer Ebene einsetzt. Sieben Subkomitees kümmern sich außerdem um politische Themen, Forschung, Dokumentation, PatientInnenrechte und vieles mehr.
Letzteres führte zur Gründung der European Federation of Homeopathic Patients’ Associations (EFHPA, Europäischer Verband von Homöopathischen Patientenorganisationen). Als Mitglied des European Patient Forum (EPF, Europäisches Patientenforum) vertritt der Verband die europäischen PatientInnen bei der EU Kommission in Sachen Homöopathie. Auch der Verein zur Förderung der Homöopathie und Gesundheit (VHG) ist Mitglied der EFHPA.
Die Hersteller homöopathischer Arzneimittel sind in der European Coalition on Homeopathic and Anthroposophic Medicinal Products (ECHAMP) zusammengeschlossen. Aber auch Ärztegesellschaften und Patientenorganisationen zählen zu den Mitgliedern. Das fördert den Informationsaustausch aller Beteiligten.

Video: Dr. Thomas Peinbauer über Homöopathie in Europa und den USA

25% bis 40% der AllgemeinmedizinerInnen in ganz Europa setzen Homöopathie zur Behandlung ihrer PatientInnen ein. Bezügl. Forschung hinkt Europa aber hinterher. In den USA gibt es seit 20 Jahren ein Forschungsbudget für Komplementärmedizin von etwa 100 Millionen Euro“, erklärt Dr. Thomas Peinbauer, Präsident des European Committee for Homeopathy (ECH). Der europäische CAMbrella-Report fordert daher Maßnahmen. Außerdem spricht Peinbauer im Video über die Studie von Prof. Hahn. Er stellte beträchtliche methodische Mängel bei der Metaanalyse zur Homöopathie von „The Lancet“ fest. So wurden nur 8 Arbeiten aus insgesamt 110 – darunter 27 qualitativ hochwertige – dafür ausgewählt.

Homöopathie international - © vegefox.com/stock.adobe.com
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Rund um die Welt

Auch außerhalb Europas ist die Homöopathie eine der beliebtesten komplementärmedizinischen Therapiemethoden. Egal auf welchen Kontinent wir blicken, überall wurden Ärztegesellschaften, Patientenvereine und Lehrinstitute gegründet. Wichtigste weltumspannende Gesellschaft ist die bereits 1925 gegründete Liga Medicorum Homoeopathica Internationalis (LMHI). Sie vernetzt Mitglieder aus 74 Ländern zu denen nicht nur HumanmedizinerInnen und ZahnärztInnen, sondern auch VeterinärmedizinerInnen und PharmazeutInnen zählen. Allein Argentinien vereint hier elf nationale Organisationen, in Italien sind es vier, in Österreich zwei.

Homöopathie heute

Heute ist Homöopathie eine anerkannte Heilmethode. In Österreich dürfen nur speziell ausgebildete Ärztinnen und Ärzte Homöopathie als Therapieform anbieten. HomöopathInnen müssen eine schulmedizinische Ausbildung abgeschlossen haben und selbstständig als AllgemeinmedizinerIn oder als Fachärztin bzw. Facharzt tätig sein.

Wie wird man zum Homöopathen oder zur Homöopathin?

Die Spezialausbildung für das ÖAK-Diplom Komplementäre Medizin „Homöopathie“ dauert in Österreich mehrere Jahre und richtet sich an Ärztinnen und Ärzte sowie Medizinstudentinnen und -studenten im dritten Studienabschnitt. ZahnärztInnen ohne jus practicandi können kein ÖÄK-Diplom erlangen. An diese Grundausbildung schließen regelmäßige Fortbildungen an.
In Österreich kann die Ausbildung für das ÖAK-Diplom bei der ÖGHM (Österreichischen Gesellschaft für Homöopathie – www.homoeopathie.at) oder der Ärztegesellschaft für klassische Homöopathie (ÄKH – www.aekh.at) absolviert werden.
Aber auch in der Schweiz und in Deutschland gibt es anerkannte Homöopathie-Ausbildungen.

Wann ist die Therapie mit Homöopathie sinnvoll?

Homöopathie ist immer anwendbar, solange körpereigene Abwehrmechanismen vorhanden sind. Zerstörtes, wie beispielsweise ein gebrochener Knochen, oder Fehlendes kann durch die Homöopathie nicht ersetzt werden. Homöopathika sind gut verträglich und nebenwirkungsarm. Sie eignen sich dadurch größtenteils auch für die Behandlung von Schwangeren, stillenden Müttern und Kindern (nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt).

Anwendungsmöglichkeiten sind zum Beispiel:

  • Erkältungskrankheiten (Abwehrschwäche, Grippe, grippale Infekte, Fieber, Halsschmerzen, Husten, Bronchitis, Schnupfen)
  • Verletzungen (Entzündungen, Wunden, Verstauchungen, Verrenkungen, Prellungen, Muskelkater)
  • Magen- und Verdauungsstörungen (Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Kater)
  • Herz- und Kreislaufbeschwerden (Schwindel, Durchblutungsstörungen)
  • psychische Erkrankungen („Nervenleiden“, Unruhe, Nervosität, Erschöpfung, Stimmungsschwankungen)
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Frauenbeschwerden (Zyklusstörungen, Menstruationsbeschwerden/Regelschmerzen, Unterleibsschmerzen, Übelkeit, Wechselbeschwerden/Klimakterium)
  • Allergien (Heuschnupfen, Augenreizungen)
  • Haut (Insektenstiche, Ekzeme, Nesselausschläge, trockene, schuppige Haut, gereizte, gerötete und/oder juckende Haut
  • Augenerkrankungen (tränende oder trockene Augen, Fremdkörpergefühl)
  • Rheumatische Erkrankungen (Arthrose, Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen und alle anderen schmerzhaften Beschwerden im Bewegungsapparat)
  • Zahnschmerzen (Mundhygiene)

Auch für Kinder sind homöopathische Arzneimittel sehr gut geeignet etwa bei Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen, Hautausschlägen, Ohrenschmerzen oder Übelkeit. Der kindliche Organismus ist zumeist noch nicht „blockiert“ und spricht daher schneller auf eine regulierende Therapie wie die Homöopathie an.

Homöopathie heute - © Gerhard Seybert/stock.adobe.com
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Ein Fall für den Fachmann

Die Behandlung chronischer Erkrankungen, wie Rheuma, entzündliche Darmerkrankungen, Gastritis, Bronchitis, Hauterkrankungen etc. gehört in die Hände eines erfahrenen Homöopathen. Oft gehen ihnen eine Immunschwäche oder seelische Belastungen voraus, die normalerweise mit dem individuellen Konstitutionsmittel behoben wird. Dieses Mittel stellt die Summe aller körperlichen und psychischen Eigenschaften des Menschen dar. Es bezieht sich direkt auf die Person, das Erscheinungsbild, den Charakter, die Eigenarten und die typischen Erkrankungen, an denen der Betroffene leidet. Mit Hilfe des Konstitutionsmittels ist es möglich, die Kräfte im Körper zu aktivieren, die er benötigt, um Krankheiten oder ererbte Anfälligkeiten zu überwinden. Es beeinflusst den Gesamtzustand des Menschen, stärkt das Immunsystem, hebt die Stimmung, bringt Körper, Seele und Psyche in harmonischen Einklang. Allerdings so individuell, wie der persönliche Fingerabdruck. Denn auch in der Homöopathie gilt die Regel: „Was dem einen hilft, kann dem anderen schaden.“

Kreislauf – so hilft die Homöopathie

Pochender Kopfschmerz, ein leises Surren, bleierne Müdigkeit und Schwindel – Probleme mit dem Kreislauf kann viele Gesichter haben. Allen gemein ist: Es ist unangenehm und manchmal auch beängstigend, wenn sich die unterschiedlichsten Symptome manifestieren. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Eine häufige Ursache ist Wetterfühligkeit oder auch ein ungesunder Lebensstil, der zu Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes führen kann. Auch Bewegungsmangel und ein Mangel an körperlicher Aktivität können zu Kreislaufproblemen beitragen. Darüber hinaus können auch Stress, Angst und psychische Belastungen den Kreislauf beeinträchtigen und zu Schwindel, Herzrasen und Blutdruckschwankungen führen. Weitere mögliche Ursachen sind bestimmte Medikamente, Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie eine unzureichende Versorgung des Körpers mit Nährstoffen und Flüssigkeit. In einigen Fällen können auch Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Anämie und Schilddrüsenprobleme zu Kreislaufproblemen führen.

Die gute Nachricht: Meist sind Kreislaufprobleme ungefährlich und lassen sich mit Lebensstiländerung schnell wieder in den Griff bekommen. Wichtig ist: Bitte konsultieren Sie immer den Arzt/die Ärztin ihres Vertrauens, besprechen Sie die Symptome genau (hilfreich ist hier oftmals ein Symptom-Tagebuch, damit können Auslöser rasch aufgespürt werden) und lassen Sie sich eine individuelle Therapie verschreiben. Ärzte und Ärztinnen mit ÖÄK-Diplom Homöopathie finden Sie unter unserer Arzt-Suche.

Ganzheitliche Behandlung von Koliken beim Pferd

Schon vor tausenden von Jahren begann sich eine Beziehung zwischen Mensch und Pferd zu entwickeln. Die edlen Tiere wurden als unersetzliche Helfer geschätzt – und heute auch als treue Freizeitkameraden, um deren Wohl wir uns sorgen. Für viele Pferdebesitzer ist die bei den Huftieren häufige Erkrankung Kolik ein angstbesetztes Thema. Hier wollen wir euch mehr über Koliken beim Pferd erzählen und darüber aufklären welche homöopathischen Mittel bei Koliken öfter zur Anwendung kommen.

Was ist eine Kolik?

Der Begriff Kolik beschreibt keine Erkrankung im klassischen Sinn, sondern ist ein Sammelbegriff für im Bauchraum angesiedelte Schmerzsymptome. Koliken beim Pferd können unterschiedlich verlaufen – von vergleichsweise milden, bis hin zu heftigen Verläufen, die unbehandelt tödlich enden können. Da Pferde höchst individuell auf Schmerzen reagieren, ist es nicht möglich abzuschätzen, ob sich hinter den Beschwerden schlicht Blähungen oder vielleicht sogar ein lebensbedrohlicher Darmverschluss verbirgt. Aus diesem Grund ist es wichtig eine tierärztliche Untersuchung durchführen zu lassen und eine auf das Pferd abgestimmte Therapie einzuleiten.

Als prinzipielle Ursache dafür, warum es zu einer vom Magen-Darm-Trakt ausgehenden Kolik kommt, wird eine Bewegungsstörung der Verdauungsorgane gesehen. Dadurch kann es zu einer unzureichenden Durchblutung, zu Entzündungen, aber auch zu vermehrter Gasbildung beziehungsweise einer Darmverlagerung kommen. Dies kann in schlimmen Fällen dazu führen, dass Teile des Darms absterben und es zu einer lebensbedrohlichen Situation kommt.

Neben der speziellen Anatomie des Pferdes können auch Fehler bei der Fütterung und Futtermenge, sowie Zahnprobleme, Verwurmung, Wetterwechsel und einige andere Risikofaktoren eine Kolik begünstigen.

Welche Hinweise deuten auf Bauchschmerzen beim Pferd hin?

Das Erscheinungsbild der Symptome kann individuell stark variieren. Bereits milde Symptome wie allgemeine Mattigkeit, reduzierte Futteraufnahme und ungewohntes Hinlegen am Tag können auf eine beginnende Kolik hinweisen.

Charakteristische Symptome für eine Kolik können ein vermehrtes Schlagen mit dem Schweif, ein häufiges Umschauen zum Bauch, ein ungewöhnliches Stampfen mit den Beinen oder ein Treten gegen den schmerzenden Bauch sein. Auch Scharren, ungewöhnliches Schwitzen oder sichtbare Kreislauf- oder Atemstörungen können ein Hinweis auf Bauchschmerzen sein. Im Verlauf einer Kolik ist ein Kotabsatz nicht in jedem Fall ein Zeichen für Besserung.

Besteht der Verdacht, dass ein Pferd von einer Kolik betroffen sein könnte, sollte unverzüglich der Tierarzt benachrichtigt werden. Eine erfolgreiche Behandlung hängt entscheidend vom Faktor Zeit ab.

Homöopathie: Behandlung von Koliken beim Pferd- © Shawn Hamilton CLiX/stock.adobe.com
© Shawn Hamilton CLiX/stock.adobe.com

Tierärztliche Untersuchung und individuelle Behandlung bei einer Kolik

Koliken beim Pferd stellen einen tiermedizinischen Notfall dar, das Einschreiten eines Veterinärmediziners ist immer angezeigt. Bis zum Eintreffen des Arztes können erleichternde Maßnahmen getroffen werden, wie zum Beispiel die Eingabe von homöopathischen „Kolik Tropfen“. Auch kontrolliertes Bewegen, das Abduschen der Beine und des Unterbauchs oder bei Zittern ein Zudecken mit einer Abschwitzdecke können zur Besserung beitragen.

Nach telefonischer Erhebung der Anamnese kann ein Tierarzt mit Zusatzausbildung für Homöopathie direkt am Beginn der Untersuchung dem Pferd ein geeignetes, individuelles homöopathisches Arzneimittel oral verabreichen. Bei akuten Koliken tritt innerhalb von wenigen Minuten eine deutliche Besserung beziehungsweise Heilung ein. Sollte dies nicht der Fall sein, behandeln auch Tierärzte mit Diplom der Europäischen Akademie für Homöopathie (EAVH) beziehungsweise Fachtierärzte für Homöopathie konventionell medizinisch, ohne dass es zu einer Verzögerung der potentiell nötigen konventionellen Therapie kommt.

Homöopathische Arzneimittel, die bei Koliken zur Anwendung kommen können

Homöopathisch arbeitende Tierärzte berichten, dass Pferden mit Koliken in vielen Fällen dank Homöopathie geholfen werden kann. Dabei kommen zwei homöopathische Einzelarzneimittel öfter zur Anwendung.

Nux vomica wird hauptsächlich von Pferden benötigt, deren Kolik am Morgen oder Vormittag nach zu wenig Bewegung, wie zum Beispiel nach einem Ruhetag, begonnen hat. Als Symptome zeigen betroffene Tiere Untertemperatur, übermäßige Reflexerregbarkeit, einen eingeklemmten Schweif sowie eine Überempfindlichkeit am Rücken, Aufgasung und Verstopfung. Beim Führen kommt es bei Pferden, denen mit Nux vomica geholfen werden kann, nur zu einer undeutlichen Besserung. Eine Besserung des Zustands tritt im Liegen ein.

Bei einer reinen Krampfkolik, die nach Obstfressen, Magenüberladung mit schwer verdaulichem Futter, aber auch nach Überhitzung oder Ärger auftreten kann, brauchen Pferde das homöopathische Mittel Colocynthis. Tiere, denen mit dieser Arznei geholfen werden kann, zeigen Symptome wie anfallsartige heftige Bauchschmerzen, wiederholtes Niederlegen und Aufstehen, Krämpfe in der Beinmuskulatur und Besserung durch starken Druck.

Pferdetierärzte mit homöopathischer Zusatzausbildung wählen aus den zur Verfügung stehenden Therapieoptionen einen individuell optimalen Ansatz zum Wohle des tierischen Patienten und können durch erfolgreiche Anwendung von Homöopathie bei Tieren eventuell auch bei schulmedizinisch austherapierten Patienten noch eine Besserung des Gesundheitszustandes erreichen.

Hier geht’s zur Arztsuche >>

Wissenswertes über die Anwendung der Homöopathie bei Kindern und Säuglingen

Bereits in der Schwangerschaft beschäftigen sich werdende Eltern häufig mit möglichst gut verträglichen Behandlungsmethoden zur Geburtsvorbereitung. Sachkundig ausgebildete, erfahrene Hebammen und Gynäkologen unterstützen dabei mit einer homöopathischen Komplementärtherapie den Einsatz konventioneller Methoden. Für viele Eltern ist dies ein erster wesentlicher Anlass zum näheren Kennenlernen der Homöopathie. Hat sich bereits vorgeburtlich eine spürbare Linderung von Beschwerden gezeigt, liegt die Entscheidung für die weitere Anwendung der Homöopathie bei Kindern und Neugeborenen nahe. Typische Beschwerden beim Kind, wie akute und chronische Erkrankungen oder leichte Verletzungen, lassen sich mit dem entsprechenden homöopathischen Arzneimittel effektiv behandeln.

Einstieg in die Homöopathie bei Kindern für interessierte Eltern

Die Anwendung der Homöopathie hat sich neben der Geburtshilfe besonders bei Säuglingen und Kindern bewährt. Anhand einer Vielzahl von fortlaufenden empirischen Erfahrungswerten und Erkenntnissen wurde es möglich, den typischen Symptomen entsprechende Homöopathika zuzuordnen. Ein Beispiel hierfür sind zum Beispiel Unruhezustände beim Säugling, die unter anderem durch Blähungskoliken oder Zahnungsbeschwerden hervorgerufen werden können, wogegen zum Beispiel die homöopathische Arznei Chamomilla (Kamille) in entsprechender Potenz helfen kann.

Bei der Selbstbehandlung sei jedoch erwähnt, dass diese Grenzen hat. Die genaue Beobachtung der Symptomatik ist maßgebend für die richtige Reaktion der Eltern. Der Prozess der Heilung ist individuell und kann sich unterschiedlich auswirken. Ob es sich bei starken Blähungsschmerzen um Dreimonatskoliken oder eine Erstverschlimmerung handelt, kann nur ein Experte beurteilen.

Eine genaue Anamnese sollte deshalb durch homöopathische Ärzte mittels einer sachkundigen Diagnostik erfolgen. Dies ist vor allem deshalb wichtig, um dem Kind das individuell passende Präparat in der jeweils geeigneten Potenzierung professionell verabreichen zu können. Auch Häufigkeit und Dauer der Gabe spielen eine Rolle. Für Eltern, die eine Hausapotheke zusammenstellen möchten, ist es wichtig, vorab ein Verständnis für die Grundprinzipien der Homöopathie zu entwickeln. Etwa durch das Lesen von Fachliteratur und Ratgebern. Die Auswahl der Arzneien für die Basis einer Hausapotheke sollte auf persönliche Empfehlung eines erfahrenen homöopathischen Arztes stattfinden. Sinnvoll ist auch die Teilnahme an Seminaren, die beispielsweise an Elternzentren angeboten werden. Manche Homöopathen bieten spezifische Webinare zur Anwendung von Homöopathie bei Kindern an.

Anwendung der Homöopathie bei Kindern & Säuglingen - © epiximages/stock.adobe.com
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Die Behandlung mit Homöopathie bei Kindern

Rund um die Kinderhomöopathie häufen sich Fragen, wenn es um Dinge wie die Darreichungsform für unseren Nachwuchs geht. Ob es nun besser sei Tabletten, Globuli oder Tropfen zu wählen. Im Grunde kommt es dabei darauf an, wie das Kind die Einnahme am ehesten akzeptiert. Denn die Qualität der homöopathischen Arznei bleibt in jeder Weise bestehen. Bei Säuglingen kann es sein, dass Kügelchen „zurück gesabbert“ werden. Zur Abhilfe kann man z.B. Globuli oder Tabletten vorab in einer geringen Menge Wasser auflösen.

Zur richtigen Einnahme der Homöopathika

Wichtig bei der Darreichung ist, dass kein Metalllöffel zum Einsatz kommt, vielmehr ein Sauger, eine Pipette, ein kleines Gefäß oder ein Löffel aus Holz oder Kunststoff. Je nach Bedarf und Alter des Kindes. Bei homöopathischen Tropfen für Baby und Kind sollte darauf geachtet werden, dass sie keinen Alkohol enthalten. Diese Präparate werden entweder auf Anfrage zubereitet, oder sind als Einzel- und Komplexmittel in Apotheken erhältlich. Mindestens zehn Minuten vor und nach der Einnahme sollte das Kind weder essen noch trinken, auch nicht Zähne putzen.

Auf der Suche nach der passenden homöopathischen Arznei für die Selbstbehandlung

Grundsätzlich ist es sehr wichtig, niemals die Wirkungsweise der Homöopathika zu unterschätzen. Wie bei anderen evidenzbasierten Methoden handelt es sich um eine Einflussnahme in die Selbstheilungskompetenz des kindlichen Organismus. Umso bedeutender ist deshalb das sorgfältige Beobachten der Leitsymptome, sowie der inneren und äußeren Umstände. Erfahrene Kinderhomöopathen verknüpfen diese miteinander. Ein Beispiel wäre die Tendenz zu häufig verstopfter Nase beim Kleinkind mit dem psychischen Thema „die Nase gestrichen voll haben“.

Für die Zusammenstellung der homöopathischen Hausapotheke ist es sehr empfehlenswert, einige bewährte Mittel in niedriger bis mittlerer Potenz anzulegen. Erscheint bei der Anwendung ein Homöopathikum oder mehrere der Arzneien zutreffend, sollte zu jedem spezifischen Therapeutikum möglichst viel an Zusatzinformation eingeholt werden. Somit wird die Gefahr weitgehend ausgeschlossen, in ein eher wahlloses Experimentieren abzugleiten. Im Zweifelsfalle gibt der homöopathisch tätige Arzt weitere Empfehlungen ab, oder korrigiert mögliche Trugschlüsse.
So kann Homöopathie bei Kindern erfolgreich sein, sodass sie sich zu gesunden Erwachsenen entwickeln, die durch starke selbstheilende Kräfte und ein gesundes Immunsystem selten erkranken.

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