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Dr. Peithner Preis für Forschung in der Homöopathie 2011

Am Samstag, dem 21. April, wurde im Rahmen einer Feier der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM) der Dr. Peithner Preis für Forschung in der Homöopathie 2011 verliehen. Die Preisträgerin, Dr. Anna Zorzi, beleuchtete in ihrer Diplomarbeit an der Medizinischen Universität Wien unterschiedliche Erklärungsmodelle der Homöopathie.

Am Samstag, dem 21. April überreichten Mag. Johanna Gugler, Marketingleiterin der Dr. Peithner KG, und Dr. Gloria Kozel, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM), den mit EUR 3.000,– dotierten Dr. Peithner Preis für Forschung in der Homöopathie an die Wiener Jungärztin Dr. Anna Zorzi. In ihrer Diplomarbeit untersucht sie unterschiedliche Erklärungsmodelle der Homöopathie. Hauptfragestellung war, ob die Homöopathie mit energetischen Modellen plausibel erklärt werden kann. Zur Beantwortung zog Zorzi nicht nur Fachliteratur heran, sie holte auch die Expertise von Fachleuten der Bereiche Homöopathie, Klinische Medizin, Veterinärmedizin, Physiologie, Pharmakologie und Physik ein. Mag. Martin Peithner, Geschäftsführer der Dr. Peithner KG: „Eine hervorragende Arbeit. Anna Zorzi beleuchtet die unterschiedlichen Erklärungsmodelle der Homöopathie, gibt einen sehr guten Überblick auch über die Kritik und hat ein exzellentes Literaturverzeichnis recherchiert.“

Wissenschaftliche Auseinandersetzung

„Anna Zorzi hat in ihrer Diplomarbeit einen sehr schönen Überblick über die vorhandenen Erklärungsmodelle der Homöopathie gegeben“, meint Kozel. „Zorzis Arbeit ist eine große Hilfe, in der Forschung nach dem Wirkmechanismus der Homöopathie und dabei die „Spreu vom Weizen“ zu trennen. Ihr Beitrag, ist aber auch eine Aufforderung Ideen und Spekulationen sein zu lassen und in die Richtung zu forschen, wo wir mit einer wissenschaftlichen Erklärung der Homöopathie rechnen können“, so Kozel weiter. „In diesem Sinn ist das Ergebnis der Diplomarbeit, dass die Homöopathie nicht als ‚Energiemedizin’ zu verstehen ist, sondern alles darauf hinweist, dass die Homöopathie als ‚Informationsmedizin’ erklärt werden kann, ein weiterer wichtiger Anhaltspunkt für zukünftige Forschungen.“

Die Preisträgerin

Dr. Anna Zorzi hat im Jahr 2011 sowohl ihr Studium an der Medizinischen Universität Wien als auch ihre Homöopathie-Ausbildung bei der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM) abgeschlossen. Derzeit befindet sich die frischgebackene Medizinerin in der Turnusausbildung im Krankenhaus Mistelbach. Ihr größter Wunsch war es Homöopathin zu werden. Warum Homöopathie? „Weil ich seit meiner Kindheit immer mit Homöopathie in Kontakt war und ihre positive Wirkung sowohl an mir selbst erfahren als auch bei allen Familienmitgliedern gesehen habe,“ sagt Zorzi.

Der Preis

Der Dr. Peithner Preis für Forschung in der Homöopathie wurde 2003 von der Dr. Peithner KG, dem führenden Hersteller homöopathischer Arzneien in Österreich, ins Leben gerufen. Ziel ist die Förderung der Forschung auf dem Gebiet der Homöopathie in Österreich. Der Preis wird jährlich ausgeschrieben und ist mit EUR 3.000,– dotiert. Internet: www.peithner.at.

Die ÖGHM – Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin

Die Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin ist die größte Vereinigung homöopathischer Ärzte Österreichs. Ziele der ÖGHM sind die Aus- und Weiterbildung von Ärzten auf Europastandard, die Repräsentation der Homöopathie gegenüber Öffentlichkeit und Medien, die EU-weite Vertretung auf politischer und wirtschaftlicher Ebene sowie die Förderung von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Homöopathie. Die ÖGHM wurde 1953 gegründet und hat ca. 900 Mitglieder. www.homoeopathie.at

Zorzi, A. (2011). Das Energiekonzept in der Homöopathie. Dipl.Arb. Medizinische Universität Wien, Inst. f. Geschichte der Medizin.

Dr. Peithner Preis für Forschung in der Homöopathie 2012

Der Dr. Peithner Preis für Forschung in der Homöopathie wurde am Samstag, dem 13. April 2013, im Rahmen einer Feier der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM) an Dr. Christa Gründling verliehen. Die preisgekrönte Studie zeigt deutlich die Vorteile einer homöopathischen Behandlung bei Allergiesymptomen. Eine Vielzahl weiterer Untersuchungen beweist ebenfalls die gute Wirksamkeit der Homöopathie.

Dr. Christa Gründling, Allgemeinmedizinerin in Enns, Oberösterreich (im Bild mit Dr. Erfried Pichler, Präsident der ÖGHM und Mag. Johanna Gugler, Marketingleiterin Dr. Peithner KG), zeigte in ihrer prospektiven multizentrischen Studie „Real-life effect of homeopathy in the treatment of allergies“ (1), die im Jänner 2012 auch in der renommierten Fachzeitschrift Wiener Klinische Wochenschrift veröffentlicht wurde, dass es unter homöopathischer Therapie zu einer deutlichen Verbesserung der Allergiesymptome kommt. Bei den meisten jener PatientInnen, die sich zum Zeitpunkt des Studienbeginns konventionellen Therapien unterzogen, konnten diese reduziert oder völlig weggelassen werden. Mag. Johanna Gugler, Marketingleiterin der Dr. Peithner KG, dazu: „Einmal mehr zeigt eine Studie die gute Wirksamkeit der Homöopathie bei Allergien.“ Zahlreiche PatientInnen hatten einen jahrelangen Leidensweg hinter sich. „In der aktuellen Studie litt die Hälfte der TeilnehmerInnen bereits mehr als zehn Jahre unter allergischen Symptomen“, so Gugler weiter.

Hohe Sicherheit und Patientenzufriedenheit

„Die mögliche Reduktion konventioneller Medikamente ist sowohl aus klinischer als auch aus ökonomischer Sicht positiv zu bewerten“, so Dr. Erfried Pichler, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM). „Bei keinem der Studienteilnehmer sind unerwünschte Ereignisse eingetreten.“ Auch die Zufriedenheit der PatientInnen war äußerst hoch.

Wirksamkeit der Homöopathie vielfach bewiesen

Dr. Felix Kromer vom Medizinischen Service bei der Dr. Peithner KG: „Nicht nur die Studie von Gründling, auch eine Vielzahl anderer Untersuchungen beweisen genau das Gegenteil.“ So stellt der von der Schweizer Regierung in Auftrag gegebene HTA-Bericht eindeutig fest, „dass es ausreichende Belege für die präklinische (experimentelle) Wirkung und klinische Wirksamkeit der Homöopathie gibt (…).“ (2)

Positive Studienergebnisse in der Intensivmedizin

Zwei randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudien, die unter der Leitung von Professor Frass durchgeführt wurden, zeigen eindeutig die positive Wirkung einer komplementären homöopathischen Therapie bei intensivmedizinisch betreuten PatientInnen. (3, 4) Kromer: „Diese positiven Studienergebnisse lassen sich nicht durch den Placeboeffekt oder polemische Hinweise auf den Glauben erklären.“

Die Preisträgerin

Dr. Christa Gründling hat im Jahr 1991 an der Medizinischen Universität Wien promoviert. Seit 1997 führt sie eine Privatpraxis im oberösterreichischen Enns. Ihr ÖÄK-Diplom „Komplementäre Medizin – Homöopathie“ erhielt sie 2002. Im Jahr 2010 schloss sie den Postgraduate Lehrgang für Clinical Research an der Johannes Keppler Universität in Linz ab. „Ein Ärztekammerdiplom beinhaltet für mich auch einen Auftrag zur Forschung und Reflexion“, so Gründling. „Letztendlich soll damit auch der Dialog zwischen konventioneller und nichtkonventioneller Medizin gefördert werden.“

Literatur:
(1) Gründling,C. Real life effect of homeopathy in the treatment of allergies. In: Wiener Klinische Wochenschrift 1-2/2012.
(2) Bornhöft G., Matthissen PF (Hg.): Homöopathie in der Krankenversorgung. Wirksamkeit, Nutzen, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit. HTA-Bericht zur Homöopathie im Rahmen des Programmes Evaluation Komplementärmedizin in der Schweiz. VAS Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt 2006.
(3) Frass M., et al.: Adjunctive homeopathic treatment in patients with severe sepsis: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial in an intensive care unit. Homeopathy. 2005 Apr;94(2):75-80
(4) Frass M., et al.: Influence of Potassium Dichromate on Tracheal Secretions in Critically III Patients. Chest 2005; 127.3.936.

Dr. Peithner Preis für Forschung in der Homöopathie

Am Samstag, dem 5. April, wurde im Rahmen einer Feier der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM) der Dr. Peithner Preis für Forschung in der Homöopathie 2013 verliehen. Der Preisträger Dr. Jörg Hildebrandt wurde für seine Arbeit zur Vergleichbarkeit von Arzneimittelselbsterfahrungen[1] ausgezeichnet.

Am Samstag, dem 5. April überreichten Mag. Martin Peithner, Geschäftsführer der Dr. Peithner KG, und Dr. Michael Hajek, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM), den mit EUR 3.000,– dotierten Dr. Peithner Preis für Forschung in der Homöopathie an den St. Pöltner Arzt Dr. Jörg Hildebrandt. Seine Arbeit über die Vergleichbarkeit von Arzneimittelselbsterfahrungen (AMSE) überzeugte die Jury. Peithner: „Dr. Hildebrandt hat mit seiner Studie einen wichtigen Beitrag für die Grundlagenforschung in der Homöopathie geleistet. Wir freuen uns, ihm diese Auszeichnung nun bereits zum zweiten Mal überreichen zu können.“

Die Studie – Arzneimittelselbsterfahrung (AMSE)

Bei einer Arzneimittelselbsterfahrung wird gesunden Probanden über bestimmten Zeitraum von mehreren Tagen ein homöopathisches Arzneimittel in gleichbleibender Dosierung verabreicht. Während dieser Zeit wird beobachtet, welche Symptome die Testperson entwickelt. Diese Herangehensweise entspricht dem homöopathischen Prinzip „Ähnliches mit Ähnlichem heilen“. Jene Symptome, die ein gesunder Mensch nach mehrmaliger Verabreichung der homöopathischen Arznei entwickelt, können mit diesem Mittel beim kranken Menschen geheilt werden. Sie ergeben das Arzneimittelbild.
Beobachtet werden sowohl körperliche als auch seelische Symptome, aber auch Gemütszustände, Vorlieben und dergleichen. Solche AMSE oft komplexe Symptomansammlungen zu Tage und es stellt sich die Frage nach der Vergleichbarkeit bzw. der Objektivierung dieser Vergleiche, insbesondere wenn es sich um AMSE mehrerer Prüfungsleiter handelt. Hildebrandt untersuchte in seiner Arbeit mehrere ASME einer
Arznei vulkanischen Ursprungs. Zur Überprüfung stellte er eine pflanzliche Arznei gegenüber. Er fand einen signifikanten Unterschied zwischen den Prüfungen mit demselben Arzneimittel und Prüfungen mit unterschiedlichen Arzneien. Hajek: „Mit seiner Arbeit legte Dr. Hildebrandt den Grundstein für die Schaffung eines Instrumentariums zur Vergleichbarkeit und Objektivierung von homöopathischen Arzneimittelprüfungen.“

Der Preisträger

Dr. Jörg Hildebrandt erhielt den Dr. Peithner Preis für Forschung in der Homöopathie 2008 für die Entdeckung eines neuen Arzneimittels, dem Toxopneustes pileolus (Rosenseeigel), das u.a. bei Zahn- und Zahnfleischbeschwerden, Speichelstein, Prüfungsblackout, Migräne, drückender Augenschmerzen (von der Halswirbelsäule ausgehend), Taubheit der Extremitäten und schwerer Akne zum Einsatz kommt.
Dr. Jörg Hildebrandt ist Allgemeinmediziner und Facharzt für Augenheilkunde in St. Pölten. Sein Behandlungsspektrum umfasst sowohl die konventionelle Medizin als auch die Klassische Homöopathie, die Manualtherapie und die Akupunktur.

Der Preis

Der Dr. Peithner Preis für Forschung in der Homöopathie wurde 2003 von der Dr. Peithner KG, dem führenden Hersteller homöopathischer Arzneien in Österreich, ins Leben gerufen. Ziel ist die Förderung der Forschung auf dem Gebiet der Homöopathie in Österreich. Der Preis wird jährlich ausgeschrieben und ist mit EUR 3.000,– dotiert.

Neueste Studienergebnisse zeigen: Die Homöopathie ist so beliebt wie noch nie!

Die 25. Jahrestagung der ÖGHM (Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin), ÖGHV (Österreichische Gesellschaft für Veterinärmedizinische Homöopathie) und ÄKH (Ärztegesellschaft für Klassische Homöopathie) zum Thema „Homöopathie in der Gynäkologie bei Mensch und Tier“ fand in Linz statt. Im Vorfeld trafen die Vertreter der Gesellschaften zu einem Pressegespräch zusammen. Durch das vielfältige Programm über Homöopathie bei Mensch und Tier führte Herr Dr. Erfried Pichler, ehemaliger Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin.

Aktuelle GfK-Umfrage in Österreich: Homöopathie beliebt wie nie

„Wir bei Schwabe Austria freuen uns, dass viele Österreicherinnen und Österreicher unsere Homöopathie-Begeisterung teilen. Daher befragen wir die Bevölkerung in regelmäßigen Abständen zur Homöopathie – mit dem Resultat, dass sich die Zahl der Homöopathie-Verwender von 50 auf 62 Prozent erhöht hat“ – mit diesem erfreulichen Ergebnis der GfK-Studie eröffnete Dr. Fritz Gamerith, Geschäftsführer der Schwabe Austria (ehemals Dr. Peithner KG), das Pressegespräch.

Diese brandaktuelle Studie unter 2.000 ÖsterreicherInnen ab 15 Jahren zeigt, dass man hierzulande auf die Kraft der Homöopathie vor allem bei grippalen Infekten, Husten oder Schnupfen schwört. Denn zwei von drei ÖsterreicherInnen haben im Jahr 2017 ein homöopathisches Arzneimittel verwendet. Besonders bei Frauen und bei Menschen aus der Steiermark, Kärnten und Tirol steht sie besonders hoch im Kurs. Die Studie zeigt zudem, dass satte 86 Prozent der Bevölkerung einem erkrankten Freund oder Familienmitglied eine geeignete homöopathische Therapie empfehlen würden. Damit ist die Homöopathie bezüglich Anwendungshäufigkeit und Bekanntheit unter allen komplementärmedizinischen Heilmethoden unangefochten auf Platz 1.

Neueste Studienergebnisse: Homöopathie beliebt wie noch nie - © doidam10/stock.adobe.com_adapt.
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Homöopathie und ihr Platz in der Evidenzbasierten Medizin

Evidenz besteht neben dem wissenschaftlichen Nachweis auch in der persönlichen Erfahrung. Die EbM (Evidenzbasierte Medizin) stützt sich nach der Definition des kanadischen Mediziners David Sackett – einem der Pioniere der modernen Evidenzbasierten Medizin – auf 3 Säulen: Den aktuellen Stand der klinischen Forschung, die individuelle klinische Erfahrung und die Werte und Wünsche des Patienten.

Die Allgemeinmedizinerin Dr. Melanie Wölk, die im Rahmen ihrer Masterarbeit die Frage untersucht hat, ob die Homöopathie den Regeln der EbM entspricht, kommt zu dem Ergebnis, dass die Homöopathie alle Kriterien der Evidenzbasierten Medizin entspricht. Zum Wohle der Patientinnen und Patienten sollten konventionelle Medizin und Homöopathie sollten endlich Hand in Hand arbeiten, um PatientInnen den Behandlungsansatz anbieten zu können, den sie sich selbst wünschen.

Homöopathie in der Gynäkologie

Über Homöopathie in der Gynäkologie für die Frau – bei Schwangerschaft, Geburt und etc. sprach Frau Dr. Rosemarie Brunnthaler-Tscherteu, Ärztin für Allgemeinmedizin und homöopathische Medizin, Vorstandsmitglied der ÖGHM.

Für Frauen ist die Geburt meist ein einschneidendes Erlebnis, bei dem sie oft mit Nervosität zu kämpfen haben. Homöopathische Arzneien unterstützen die Öffnung des Muttermundes  und lindern die Schmerzen der Geburtswehen. Zur Unterstützung bei der Geburt kann man auch auf homöopathisch ausgebildete Hebammen zurückgreifen. Eine dementsprechende Ausbildung für Hebammen wird von der ÖGHM angeboten. Nach der Geburt folgt die Stillzeit – eine Zeit, wo Mütter wie auch in der Schwangerschaft auf herkömmliche Medikamente verzichten möchten. Damit sie trotzdem diverse psychische oder physische Probleme während dieser Zeit bewältigen können, bietet die Homöopathie passende Alternativen.

In jedem Schwangerschaftsstadium stellen homöopathische Arzneien eine wirkungsvolle und überdies nebenwirkungsarme Alternative dar. Die Homöopathie hilft obendrein den Frauen, die aus diversen Gründen nicht schwanger werden bzw. kein Kind austragen können.

Auch bei Beschwerden in den Wechseljahren sowie bei diversen gynäkologischen Problemen, wie Zyklusstörungen, hormonelle Probleme und  Scheidenpilz sind homöopathische Arzneien angezeigt.

Homöopathie in der Hausarztmedizin am Beispiel des Gesundheitszentrums Haslach a. d. Mühl

Das Thema „Homöopathie in der Hausarztmedizin“ wurde von Dr. Thomas Peinbauer, Arzt für Allgemeinmedizin und klassische Homöopathie, erörtert.

Dr. Peinbauer berichtete von Studien aus der Versorgungsforschung, die ergaben, dass homöopathisch behandelte Patienten vergleichbar gute Verbesserungen wie Patienten unter rein schulmedizinischer Therapie zeigten, jedoch mit dem halben Einsatz an Antibiotika, NSAR und Psychopharmaka. Die Häufigkeit der Nebenwirkungen sowie die Kosten reduzierten sich entsprechend signifikant. Dr. Peinbauer spricht hier sehr positiv über den Einsatz homöopathischer Arzneien bei Akutverschreibungen, wie z.B. bei viralen Infektionskrankheiten. So möchte er der verfrühten oder unnötigen Verschreibung von Antibiotika den Kampf ansagen und somit einen Beitrag zur Reduktion der Antibiotikaresistenz leisten. Ein verringerter Einsatz an Antibiotika führt auch zur Erhaltung eines gesunden Mikrobioms, dessen große Bedeutung zunehmend mehr erkannt wird.

Eine Masterarbeit an der Donau Universität Krems aus dem Jahre 2016 zeigte zudem, dass die Homöopathie alle Kriterien der Evidenzbasierten Medizin hinsichtlich klinischer Erfahrung der Ärzte, Werte und Wünsche der Patienten und der Evidenz der klinischen Forschung, erfüllt.

Das „Diplom für Komplementärmedizin: Homöopathie“ der Österreichischen Ärztekammer gibt es seit fast 25 Jahren und sichert eine strukturierte und standardisierte Ausbildung. Damit garantiert man ebenfalls das hohe Niveau der Homöopathie sowie eine kompetente Behandlung.  Sowohl die die ÖGHM als auch die ÄKH bieten diese strukturierte und standardisierte Ausbildung für Ärzte an.

Homöopathie – ein Politikum

Dr. Bernhard Zauner, Vorstandsmitglied der ÄKH, beschrieb in seinem Vortrag zwei völlig unterschiedliche Weltbilder, die in der Medizin vorherrschen: Einerseits die Sicht der Mediziner, die sich auf die Evidence Based Medicine beruft, andererseits die Patienten, die sich individualisierte und personenzentrierte Medizin wünschen. Zu beidem kann die Homöopathie gezählt werden.

Beim homöopathischen Weltärztekongress 2017 in Leipzig wurden Ergebnisse einer Umfrage des deutschen Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie präsentiert. Hier zeigte sich erneut die stetig steigende Beliebtheit der Homöopathie. Demnach finden zwei Drittel der Befragten eine alternative Heilmethode – wie Homöopathie oder Anthroposophische Medizin – neben der klassischen Schulmedizin wichtig bis sehr wichtig. Außerdem ist es 70 Prozent der Befragten wichtig, dass in Deutschland weiterhin die Homöopathie von den Krankenkassen bezahlt wird. In Frankreich werden homöopathische Arzneien von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet, wodurch die Ministerin eine Reduzierung von Medikamenten mit potenziell gefährlichen Nebenwirkungen erzielen möchte. In Nordamerika wurden bis 2012 54 „Institute für Integrative Medizin“ an Medizinischen Universitäten gegründet. Aufgrund dieser positiven Fakten wäre ein Umdenken bei den Vertretern der österreichischen Gesundheitspolitik notwendig.

Gynäkologische Probleme in der Tierwelt – Beispiel: die Stute

Ein Beitrag über Homöopathie in der Gynäkologie bei Stuten erfolgte anschließend durch Dr. Erich Scherr, ehemaliger Präsident der ÖGVH und Veterinärmediziner in Wien.

Dr Scherr berichtete davon, dass die großen Fortschritte durch Erkenntnisse der Endokrinologie und Molekularbiologie eine verbesserte Konzeption und Reproduktion in der Pferdezucht ermöglichen. Die Trächtigkeitsrate der Stute kann durch Hormonpräparate deutlich verbessert werden. In der Behandlung von Zuchtstuten setzen auch viele Tierärzte auf den Einsatz von Homöopathie, vor allem bei therapieresistenten Zyklusstörungen, Unfruchtbarkeit und Abortproblematiken. Mit homöopathischen Arzneien kann man der Stute zudem bei der Regeneration von Trächtigkeit und Geburt helfen sowie die Förderung des natürlichen Ablaufs von Rosse, Ovulation und Konzeption ermöglichen.

Homöopathie für Tiere als primäre Behandlungsoption nach tierärztlicher Entscheidung

Zum Schluss spricht Pferdetierärztin Dr. Petra Weiermayer, Präsidentin der ÖGVH.

Die österreichische Tierärztekammer spricht sich eindeutig für eine Ausbildung zum Fachtierarzt für Homöopathie sowie für das Diplom der Europäischen Akademie für Veterinärhomöopathie aus. Ein entsprechend ausgebildeter Tierarzt soll dem Patienten oder der Notwendigkeit entsprechend wählen, ob schulmedizinische Behandlungen und Homöopathie einzeln oder einander ergänzend angewendet werden. Die Trilogieverhandlungen zur EU Verordnung zu Tierarzneimitteln sind abgeschlossen. Die Regulation der Durchführung veterinärhomöopathischer Therapien unterliegt den EU Staaten selbst. Zudem besagt die EU-Bioverordnung auch nach Überarbeitung: unter bestimmten Bedingungen sind „…, phytotherapeutische und homöopathische Präparate … chemisch-synthetischen allopathischen Tierarzneimitteln, einschließlich Antibiotika vorzuziehen, …“. Um diese Forderung der EU-Bioverordnung erfüllen zu können, ist es nötig, die homöopathischen Einzelarzneien – wie das in Österreich bereits der Fall ist – von der Kaskade auszunehmen. Nur dadurch kann ein Therapienotstand verhindert, eine freie Therapiewahl gesichert und dem Wunsch der Bevölkerung nach homöopathischer Behandlung ihrer Tiere nachgekommen werden.

Die Europäische Kommission gibt in ihrem „European One Health Action Plan“ als eine mögliche Lösung der Antibiotikaresistenzproblematik die Komplementärmedizin an. Sie möchten daher die Forschung in diesem Bereich fordern und so wurden Unterstützungen von Seiten der EU Kommission zugesagt.

Detaillierte Informationen zu dem Pressegespräch, dessen Inhalte und allen Vortragenden sind auf der Website der Tierärztekammer aufzufinden.

Weitere Artikel zum Thema Homöopathie finden Sie hier.

Im Gespräch: Dr. Petra Weiermayer über den Stellenwert der Homöopathie in ihrem Berufsalltag als Veterinärmedizinerin

Dr. Petra Weiermayer engagiert sich seit 2009 für die Österreichische Gesellschaft für Veterinärmedizinische Homöopathie und ist seit 2013 Mitglied im Vereinsvorstand. Schon während ihres Studiums an der Veterinärmedizinischen Universität in Wien beschäftigte sich die topmotivierte und einfühlsame Veterinärmedizinerin intensiv mit der Veterinärhomöopathie und steht ihren tierischen Patienten auch heute noch 24/7 zur Seite.  In einem ganz persönlichen Interview verrät sie uns, welchen Stellenwert die Homöopathie in ihrem Berufsalltag eingenommen hat und inwiefern Pferde dazu beigetragen haben.

Wie sind Sie persönlich zur Homöopathie gekommen?

Mit 16 Jahren habe ich mein Pferd bekommen und wie sich bald herausstellte, war er ein sogenanntes „Tierarztpferd“ (Pferde, die im Laufe ihres Lebens unter zahlreichen unterschiedlichen Erkrankungen leiden). Er hatte in seinem Leben mehrere Koliken und auch Kolikoperationen, litt schon früh an Hufrollenentzündung sowie Arthrosen verschiedenster Gelenke u.v.m. Immer wieder hörte ich die behandelnden Tierärzte sagen: „Da kann man nichts mehr machen.“. Doch für ihn gab es einen Weg und der hieß schließlich Homöopathie. Mein Pferd war das lebende Beispiel, wie Schulmedizin und Homöopathie gemeinsam Unmögliches möglich machen können. Trotz zahlreicher Erkrankungen lebte er – bis zum letzten Tag in seinen 30 Lebensjahren – ein lebenswertes Pferdeleben.

Wer und was steht hinter der Informations-Kampagne „Homöopathie Verstehen“? Was sind ihre Ziele, Vision, Mission?

Hinter der Informations-Kampagne „Homöopathie Verstehen“ stehen die Gesellschaften ÖGHM, die ÖGVH, ÄKH, SIH, der Patientenverein „Homöopathie hilft“ und Hersteller homöopathischer Arzneimittel. Wir haben u.a. das Ziel, die Belange der Homöopathie sowie der klassisch homöopathischen Therapie für Tiere als freie Therapieoption zu bewahren sowie den Missbrauch der Homöopathie zu verhindern. Auch die Errichtung und Erhaltung von Lehr- und Ausbildungsstätten, nach geltenden gesetzlichen Bestimmungen sowie die Erarbeitung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der veterinärmedizinischen Homöopathie zählen zu diesen Zielen.

Was war Ihr emotionalstes Tiererlebnis? Inwiefern hat Homöopathie bei diesem eine Rolle gespielt?

Die vielen, vielen Erlebnisse mit meinem Pferd, da er mich gelehrt hat, scharf zu beobachten, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und – sofern möglich – homöopathisch zu behandeln. Unvergesslich wird mir auch das Erlebnis mit einer 30-jährigen Stute in Erinnerung bleiben: Sie war bereits über mehrere Stunden von einer Kollegin schulmedizinisch wegen Kolik behandelt worden. Trotz Therapie verschlechterte sich der Allgemeinzustand des Pferdes zusehends: Frühmorgens hatte das Pferd zu koliken begonnen, im Laufe des Nachmittags wurde ich hinzugezogen. Das Pferd lag ruhig in Seitenlage, es waren keine Darmgeräusche mehr zu hören, der Puls war schwach, Herz- und Atemfrequenz deutlich erhöht. Ich verabreichte dem Pferd Globuli einer homöopathischen Arznei und schon nach der dritten Verabreichung im Abstand von jeweils einigen Minuten stand das Pferd auf, begann zu fressen, seine Vitalparameter kamen zurück in die Norm. Die Stute lebte noch ca. 1,5 Jahre kolikfrei. Wenn man solche „Zufälle“ – wie es jetzt Skeptiker bezeichnen würden – erlebt, werden einem die Augen geöffnet!

Im Gespräch: Dr. Weiermayer über die Veterinärhomöopathie - © lichtreflexe/stock.adobe.com
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In welchen Bereichen können homöopathische Arzneimittel bei Tieren eingesetzt werden?

Eine homöopathische Behandlung ist überall dort möglich, wo eine Eigenregulation des Körpers noch möglich, d.h., wo die Lebenskraft des Patienten noch ausreichend ist. Schulmedizin und Homöopathie werden je nach Patienten und Notwendigkeit einzeln oder einander ergänzend angewendet. Hierzu zählen u.a. Atemwegs-, Herz-Kreislauf-, Haut-, Infektions- und Stoffwechselerkrankungen sowie Erkrankungen des Verdauungstrakts, der Sinnesorgane, des Fortpflanzungs- und Harntrakts, des Bewegungsapparats und noch einige weitere. Auch neurologische Erkrankungen und Verhaltensstörungen können mittels homöopathischer Arzneien behandelt werden.

Welche Unterschiede gibt es bei der Anwendung im Vergleich zum Menschen?

Bei der homöopathischen Behandlung von Tieren und Menschen gibt es nahezu nur Gemeinsamkeiten und demzufolge fast keine Unterschiede. Wir verwenden dieselben homöopathischen Einzelarzneien – also Arzneien derselben Qualität, derselben Herstellungsweise und wenden diese nach denselben Behandlungsprinzipien an, wie es in der klassischen Homöopathie der Fall ist. Ein Unterschied bei der homöopathischen Behandlung von Nutztieren ist die Verabreichung der homöopathischen Arznei über das Trinkwasser. Gerade bei dieser Art der Verabreichung sind Aussagen wie: „Die Wirkung der Homöopathie beruhe auf der Zuwendung zum Patienten“ sowie „Homöopathie habe lediglich Placebo-Wirkung“ nicht haltbar.

Wann stößt die Veterinärhomöopathie hier an ihre Grenzen bzw. in welchen Fällen raten Sie zu einer schulmedizinischen Behandlung?

Therapeutische Grenzen sind z.B. chirurgisch zu behandelnde Koliken, Knochenbrüche sowie Flüssigkeits- und Blutverluste. Homöopathie ist eine Regulationstherapie. Sie stößt demzufolge dort an ihre Grenzen, wo eine Eigenregulation nicht mehr möglich ist, d.h., wo die Lebenskraft des Patienten zu schwach ist. Auch grobe Fehler bei der Haltung und der Fütterung der Tiere stellen beispielsweise eine therapeutische Grenze der Homöopathie dar.

Was wäre ihr größter Wunsch für die Profession Homöopathie im Bereich der Veterinärmedizin?

Mein größter Wunsch ist, dass der gesamte Tierärztestand (unter Berücksichtigung aller schul- und komplementärmedizinischen Therapiemöglichkeiten, Homöopathie inklusive) konstruktiv zusammenarbeiten kann – zum Wohle unserer tierischen Patienten. Dies sollte auch durch die universitäre Ausbildung in veterinärmedizinischer Homöopathie gefördert werden und durch Beibehaltung der aktuellen gesetzlichen Grundlagen in Österreich gewährleistet bleiben.

Woran muss in Zukunft in der Veterinärmedizin noch verstärkt geforscht werden?

Hinsichtlich der Aktualität der Antibiotika-Resistenzproblematik (AMR) bei Mensch und Tier ist die Förderung hochqualitativer Studien in der veterinärmedizinischen Homöopathie absolut notwendig. Es bedarf entsprechend ausgebildeter und erfahrener homöopathischer Tierärzte für die Durchführung solcher Studien. Denn nur durch das Simile, also die individuell ausgewählte homöopathische Arznei, kann der Patient geheilt werden. Folglich kann auch nur bei Verabreichung des Similes an die Patienten der Studie die Homöopathie eine Wirksamkeit zeigen.

Welchen Rat würden Sie heute jemandem mit auf den Weg geben, der sich dazu entschließt, Veterinär-Homöopath werden zu wollen?

Teamarbeit ist – wie in fast allen Bereichen des Lebens – auch in der veterinärmedizinischen Homöopathie der Weg zum Ziel!

Wir bedanken uns für das Gespräch!

Im Gespräch: Dipl-TA Michael Ridler berichtet über den Einsatz von Homöopathika in der Nutztierhaltung

Dipl-TA Michael Ridler ist seit 1999 Tierarzt in Höhnhart und seit 2015  Fachtierarzt für Homöopathie. In einem ganz persönlichen Interview erzählt der Veterinärmediziner, wie er zur Homöopathie gefunden hat und welche Vorteile diese für die Nutztierhaltung hat.

Wie haben Sie persönlich zur Homöopathie gefunden?

Durch Schlüsselerlebnisse: Als Beispiel möchte ich den Fall einer Kuh mit linksseitiger Labmagenverlagerung schildern. Der Labmagen ist der vierte Magen der Kuh und kann sich v.a. im Zeitraum rund um die Geburt verlagern. Das heißt, dass er normalerweise im Bauch der Kuh rechts unten ist – in diesem Fall war er aber links oben. Die Besitzerin erzählte, dass die Kuh gekalbt hat und jetzt schon drei Tage nicht mehr frisst. Nach einer genauen, klinischen Untersuchung war die Diagnose – linksseitige Labmagenverlagerung –  klar. Für gewöhnlich operieren wir solche Tiere. Dazu sind aber einige starke Hilfskräfte notwendig, um die Kuh niederzulegen und sie auf den Rücken zu drehen. Damals war außer der Bäuerin und den Kühen niemand am Hof. So verabreichte ich der Kuh ein homöopathisches Arzneimittel und vereinbarte mit der Bäuerin, sie solle mich, sobald am Abend wieder Mann und Söhne zu Hause sind, anrufen. Was sie dann auch wenige Stunden später tat. Sie meinte nur: „Meine Männer sind jetzt da, aber die Kuh frisst auch wieder.“ Das homöopathische Arzneimittel hatte gewirkt, der verlagerte Labmagen fand sich wieder an der richtigen Stelle, die Kuh war geheilt. Erlebnisse wie diese gaben mir den Anstoß, mich genauer mit Veterinärhomöopathie zu beschäftigen und eine fundierte Ausbildung zu absolvieren.

Welche Auswirkungen haben Antibiotika-Behandlungen auf Nutztiere und wie weit gehen diese?

Ich möchte eines klarstellen:  Antibiotika sind wichtige Arzneimittel und in der Human- und Veterinärmedizin oftmals unverzichtbar. Uns Tierärzten ist das Tierwohl oberstes Gebot. Und wenn ein Antibiotikum das Mittel der Wahl ist, um ein krankes Tier wieder gesund zu machen, ist es legitim und absolut notwendig, ein solch wirksames Arzneimittel entsprechend einzusetzen.

Problematisch kann die Situation aber dann werden, wenn Antibiotika unreflektiert, ohne Diagnosestellung durch einen Tierarzt, routinemäßig oder vorbeugend eingesetzt werden. Auch der Einsatz von Antibiotika, um gesundheitliche Beeinträchtigungen ausgelöst durch schlechte Haltungsbedingungen (Platzmangel, Überbelegung, Stress etc.) zu minimieren, ist als äußerst kritisch zu sehen. Das Gleiche gilt für Unterdosierung wie z.B. eine zu kurze Behandlungsdauer bzw. der Einsatz ungeeigneter Wirkstoffe, was u.a. in Folge zu Resistenzproblemen führen kann.

Der Einsatz von Antibiotika hat bei Mensch wie auch Tier für den Patienten Nebenwirkungen, die der behandelnde Arzt/Tierarzt im Vorhinein wohlüberlegt abwägt. Der Landwirt hält Nutztiere, um Lebensmittel zu produzieren. Um Rückstände in diesen ausschließen zu können, müssen nach Verabreichung von Arzneimitteln am Nutztier sog. Wartezeiten eingehalten werden. Das heißt, die Lebensmittel dürfen für eine bestimmte Zeit – abhängig vom verwendeten Arzneimittel – nicht in die Lebensmittelkette gelangen.

Im Gespräch: Dipl-TA Ridler über den Einsatz von Homöopathika in der Nutztierhaltung - © fottoo/stock.adobe.com
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Welche Vorteile bringen homöopathische Behandlungen bei der Nutztierhaltung mit sich?

Ein wesentlicher Vorteil ist, dass homöopathische Arzneimittel keine Rückstände in Lebensmitteln verursachen und somit keine Wartezeiten einzuhalten sind. Ein weiterer, nicht unerheblicher Vorteil ist die relativ einfache und wenig invasive Verabreichung von homöopathischen Arzneimitteln an den einzelnen Tierpatienten bzw. an ganze Bestände. Auch kann man mit verhältnismäßig wenig Arzneimittelaufwand viele Patienten behandeln.

Gibt es bereits erste Erfolge bzw. beispielhafte Anwendungsfälle, die den Einsatz homöopathischer Arzneien in der Nutztierhaltung befürworten?

Tierärzte sind prinzipiell von ihrer Ausbildung her Schulmediziner. Meiner Ansicht nach ist das auch gut so. Als Tierarzt braucht man ein ordentliches schulmedizinisches Fundament, auf dem man aufbauen kann. In der Nutztierpraxis gibt es aber auch immer wieder, oder immer mehr Erkrankungen, die man mit schulmedizinischen Methoden schlecht oder schlichtweg gar nicht behandeln kann, während diese mit homöopathischem Ansatz relativ leicht und einfach bewältigbar sind. Z.B. Milchkühe, bei denen speziell nach der Geburt des Kalbes die Milch unabhängig vom Melkgeschehen ausläuft. Dies hat Milchverluste bzw. Hygieneprobleme im Stall zur Folge. Schulmedizinisch gibt es hierfür keine sinnvolle Therapiemöglichkeit. Homöopathisch kann man dieses Problem mit einigen Globuli relativ leicht lösen.

Die chronische Euterentzündung bei der Milchkuh ist in der Nutztierpraxis ein alltägliches Problem. Dieses ist schulmedizinisch nur schwer behandelbar und meist mit hohem Antibiotikaeinsatz verbunden. Die richtige, homöopathische Behandlung dieser Erkrankung zeigt oft bessere Ergebnisse bei vergleichbar geringem und unproblematischem Arzneimitteleinsatz.

Sind bei der homöopathischen Behandlung von Nutztieren in Österreich bestimmte Trends zu erkennen?

Nutztiere homöopathisch zu behandeln, liegt voll im Trend. In unserer Praxis wird das vom Kunden mehr und mehr verlangt bzw. auch gerne angenommen. Problematisch sehe ich die Tendenz, dass die Homöopathie immer mehr in Laienhand abgleitet: Vom Tierbesitzer wird z.B. versucht, in Wochenendkursen, Abendveranstaltungen etc. homöopathisches Wissen zu erlernen, um dann das eigene, erkrankte Tier behandeln zu können. Diese Entwicklung birgt meiner Meinung nach mehrere Gefahren: Dem Kursteilnehmer wird suggeriert, nach dem Besuch der Veranstaltung anhand von „Kochrezepten“ Tiere homöopathisch behandeln zu können. Das Wissen um die Homöopathie ist viel zu komplex, um in einem oder zwei „Schnellsiedekursen“ erlernt zu werden. Die Folge sind oft vom Laien mit Globuli unsachgemäß behandelte Tiere, deren Gesundheitszustand sich aufgrund der fortgeschrittenen Erkrankungsdauer deutlich verschlechtert hat.

Eine weitere Folge dieser Entwicklung ist, dass viele Tierbesitzer durch die falsche Anwendung und damit ausbleibendem Erfolg von der Homöopathie enttäuscht sind und ihr den Rücken kehren. Das Problem dabei ist nicht die Homöopathie, sondern ihre unsachgemäße Anwendung. Laut Gesetzgeber darf der Laie dem Nutztier homöopathische Arzneimittel ausschließlich zur Gesunderhaltung verabreichen, nicht jedoch selbständig kranke Nutztiere behandeln.

In unserer Praxis werden Tierhalter in die Behandlung miteinbezogen. Der Tierarzt untersucht das Tier, stellt die Diagnose, verabreicht das homöopathische Arzneimittel bzw. gibt es unter genauer Anleitung an den Tierhalter für Folgebehandlungen ab. Bei Folgevisiten am Hof wird der Behandlungserfolg kontrolliert und wenn nötig die Behandlung umgestellt.

Homöopathie bei Tieren – erfolgreiche Anwendungen in der Veterinärhomöopathie

Dass Homöopathie wirkt und nicht nur auf den sogenannten Placebo-Effekt zurückzuführen ist, wie es einige Kritiker gerne behaupten, zeigt sich ideal am Beispiel der Veterinärhomöopathie: Denn die Körper der Tiere reagieren schnell auf Hochpotenzen und leiten die Selbstregulierung und -heilung ein. Die Homöopathie kann sowohl bei Einzel- als auch bei Herdentieren, zur Akutbehandlung oder auch zur Behandlung von chronischen Krankheiten eingesetzt werden.

Unterschiede in der Anwendung bei Tieren und bei Menschen

Prinzipiell unterscheidet sich die Behandlung von Tieren und Menschen kaum: Die Anamnese erfolgt mit dem Tierbesitzer des zu behandelnden Tieres, ähnlich wie mit den Eltern bei der Behandlung von Kindern. Eine ausführliche klinische Untersuchung ist Grundlage jeder homöopathischen Behandlung. Wichtig ist hierbei, die Aufmerksamkeit auf das Tier zu fokussieren, um zur Arznei führende Symptome erheben zu können – das bedarf geschärfter Sinne – da oftmals während der Untersuchung und Beobachtung das Tier selbst noch wertvolle Informationen zur Auffindung des Similes liefert. Zur Diagnosenstellung können noch weiterführende diagnostische Maßnahmen wie Blutuntersuchung, Röntgen, Ultraschall etc. nötig sein – eine klare Diagnose muss vorliegen, um entsprechend eine Prognose stellen zu können. Basierend auf diesen Informationen wird dann die individuelle homöopathische Arznei gewählt und direkt verabreicht bzw. dem Tierbesitzer zur weiteren Verabreichung mitgegeben. Die hierbei eingesetzten Arzneimittel unterscheiden sich dabei weder in Qualität noch in Herstellungsweise von jenen, welche Menschen verschrieben werden. Einzig die Verabreichung erfolgt bei Nutztieren aus praktischen Gründen meist über das Trinkwasser, Haustiere und Pferde erhalten zumeist Globuli oder Tropfen, die direkt ins Maul verabreicht werden. Voraussetzung für die erfolgreiche Anwendung von homöopathischen Arzneien am Tier ist jedoch ebenso wie beim Menschen, dass die Eigenregulation des Körpers noch möglich ist.

Homöopathie bei Tieren: Veterinärhomöopathie - © Ivan/stock.adobe.com
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Wirknachweis der Homöopathie anhand von Herdentieren

Bei bestimmten Infektionskrankheiten kann auch eine Herde als ein zu behandelndes Individuum angesehen werden. Der Tierarzt lässt sich hierbei im Rahmen der Anamnese mit dem Bauern die Symptome der Tiere schildern, untersucht die erkrankten Tiere der Herde klinisch bzw. führt noch weitere diagnostische Maßnahmen durch. Anhand dieser Informationen wird dann eine individuell für die Herde passende homöopathische Arznei ausgewählt. Diese Vorgehensweise, dass eine ganze Herde in diesen Fällen als ein Individuum angesehen werden kann, macht auch große randomisierte, kontrollierte Studien in der veterinärmedizinischen Homöopathie möglich.

Um zu erforschen, ob homöopathische Arzneimittel eine Alternative zu Antibiotika darstellen, wurde in einer randomisierten, doppelt-verblindeten und placebokontrollierten Studie untersucht, ob Escheria Coli-Diarrhoe bei neugeborenen Ferkeln mittles Homöopathie vorgebeugt werden kann. Hierzu wurden 52 Sauen auf einer Schweinefarm im letzten Schwangerschaftsmonat zweimal pro Woche entweder die homöopathische Arznei Coli 30K oder ein Placebo verabreicht. Anschließend wurden 525 Ferkel auf Auftreten und Dauer von Durchfall untersucht. Die Ergebnisse sprechen eindeutig für die Wirksamkeit der Homöopathie: Bei der mit homöopathischen Arzneien behandelten Gruppe trat nicht nur deutlich seltener Durchfall auf, dieser war auch noch weniger ausgeprägt und dessen Dauer wesentlich geringer.

Studienlage zur Veterinärhomöopathie

Das Kontingent an klinischen Studien – verglichen mit Studien im schulmedizinischen Bereich – ist bei der Homöopathie noch sehr gering. Dabei ist gerade bei Verabreichung der homöopathischen Arznei über das Trinkwasser die Aussage, „die Wirkung der Homöopathie beruhe auf der Zuwendung zum Patienten“, nicht haltbar. Generell ist das Argument, “Homöopathie habe lediglich Placebowirkung“ bei Tieren (insbesondere bei Nutztieren), die die homöopathische Arznei über das Trinkwasser verabreicht bekommen, nicht haltbar. Hochqualitative, randomisierte, kontrollierte Doppelblindstudien und andere Studien, welche die Wirksamkeit der Homöopathie sowohl beim Tier als auch beim Menschen belegen, sind vorhanden. Eine detaillierte Übersicht hierzu findet sich auf der Webseite der Internationalen Gesellschaft für Veterinärmedizinische Homöopathie (IAVH).

Das Potenzial homöopathischer Arzneien

Neben Studien zeigen immer mehr persönliche Erfahrungen, dass Homöopathie bei Tieren wirksam ist. Auch Frau Dr. Petra Weiermayer sprach in ihrem letzten Interview über ihre positiven Erfahrungen mit der Anwendung von Homöopathie an Pferden. Eine 30 Jahre alte, an Kolik leidende Stute wurde bereits erfolglos schulmedizinisch behandelt. Der Zustand verschlechterte sich zunehmend. Erst nach der Verabreichung von homöopathischen Globuli konnten sich die Vitalparameter des Pferdes wieder stabilisieren und so eine Euthanasie abgewendet werden.

Grenzen der homöopathischen Behandlung bei Tieren

Schulmedizin und Homöopathie werden je nach Patient und Notwendigkeit einzeln oder einander ergänzend angewendet. Hierbei ist es von großer Bedeutung, die jeweiligen Grenzen der Therapierichtung zu erkennen und so möglich, durch Anwendung anderer Therapierichtungen zu erweitern, um dem Patienten und seinem Besitzer eine bestmögliche Behandlung bieten zu können. Das ist genau jene Herangehensweise, die alle Tierärzte, welche Veterinärhomöopathie seriös als zusätzliche Therapierichtung anbieten, verfolgen.

Homöopathie bei Polypharmazie

Ältere Patienten leiden häufig an mehreren, behandlungsbedürftigen Erkrankungen (Multimorbidität) gleichzeitig. Daher tritt gerade bei dieser Patientengruppe das Phänomen der Polypharmazie (die gleichzeitige Einnahme von 5 oder mehr Medikamenten) auf. Die gravierenden Auswirkungen auf die Patienten werden weitestgehend jedoch noch immer unterschätzt. Was das für Patienten bedeutet und wie Homöopathie hierbei helfen kann, haben wir daher zusammengefasst.

Polypharmazie infolge des demografischen Wandels

Unsere medizinische Versorgung, unser Lebensstil und unsere Ernährung sorgen für eine immer höher werdende Lebenserwartung. Doch je älter die Patienten werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie täglich auf eine hohe Anzahl an Medikamenten angewiesen sind. Diese Entwicklung ist auf lange Sicht problematisch. Denn meist sind Arzneimittel in Studien nur einzeln und nicht in Kombination mit anderen Medikamenten geprüft worden. Ein exponentieller Anstieg der Neben- und Wechselwirkungen ist hierbei die Folge.

Doch sind es nicht nur verschriebene Arzneimittel, welche Probleme bereiten. Hinzu kommen auch die in Eigeninitiative eingenommenen Präparate. Denn diese werden oft ohne die Verständigung des behandelnden Arztes eingenommen. Es entsteht also eine gefährliche Mischung aus verschreibungspflichtigen Medikamenten und rezeptfreien Präparaten. Noch problematischer wirkt sich die Einnahme von mehr als 5 verschiedenen Medikamenten aus. Denn dann lassen sich die Nebenwirkungen erst gar nicht mehr unterscheiden. Zudem kommt es aufgrund dieser Medikamente zu anderen Nebenwirkungen, die nicht mehr erkannt werden können.

Homöopathie bei Polypharmazie - © js-photo/stock.adobe.com
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Multimedikation stellt (Tier-)Ärzte vor neue Herausforderungen

Polypharmazie ist nicht nur für die Humanhomöopathie problematisch, auch die Veterinärhomöopathie – insbesondere die Kleintiermedizin – kämpft damit. Denn Ärzte bzw. Tierärzte stehen oft vor der Problematik, dass sie über keinerlei Auflistung der zusätzlich beigefügten Präparate verfügen. Einerseits werden diese von Patienten bzw. ihren Besitzern nicht erwähnt, da sie vom behandelnden Arzt nicht danach gefragt werden. Andererseits erachten es manche Patienten/Tierbesitzer als nicht notwendig, den (Tier-)Arzt darüber zu informieren. Das führt dazu, dass sich unerwünschte Wirkungen nur schwer von bestehenden Symptomen oder Krankheiten unterscheiden lassen.

Aufgrund dieses Dilemmas sind (Tier-)Ärzte mittlerweile dazu gezwungen, eine Priorisierung bei den Diagnosen vorzunehmen. Sie gehen also vermehrt dazu über, nur die Symptome, welche im Vordergrund stehen, zu behandeln. Doch auch Patienten bzw. Tierbesitzer priorisieren Symptome. So passiert es, dass beispielsweise Arzneimittel, welche der Prophylaxe dienen, ohne Absprache mit dem behandelnden (Tier-)Arzt einfach abgesetzt werden. Denn der unmittelbare Nutzen dieser Arzneimittel ist dem Patienten/Tierbesitzer nicht sofort ersichtlich.

Homöopathie statt nebenwirkungsintensiver Medikamente

Viele und nebenwirkungsreiche Medikamente können häufig mehr schaden als nutzen. Insbesondere dann, wenn eine höhere Anzahl von ihnen eingenommen wird. Ein zunehmender Bewusstseinswandel könnte dieser Problematik entgegenwirken. Zusätzlich kann Homöopathie, kombiniert mit konventioneller Medizin, den Problemen einer Polypharmazie vorbeugen. Denn die Homöopathie betrachtet den Menschen als Ganzes. Hierbei werden im Rahmen einer vollständigen Anamnese (=Erstgespräch) nicht nur körperliche, sondern auch seelische Befindlichkeiten und vieles mehr erhoben. Je nach Krankheitsbild wird daraufhin die passende, homöopathische Arznei ausgewählt. So können homöopathische Ärzte mittlerweile eine Vielzahl von Erkrankungen behandeln. Dazu zählen beispielsweise Schwindel, psychomotorische Unruhen, Durchfälle, Hämatome, Infektionen des Urogenital- sowie des oberen Atmungstrakts und vieles mehr.

Konventionelle Medizin und Homöopathie – Komplementärmediziner Ansatz vonnöten

Nur ein Zusammenwirken beider medizinischer Disziplinen kann die bestmögliche Behandlung der Patienten bieten. Die ÖGHM, die ÖGVH und die ÄKH setzen sich dafür ein, Ärzten und Tierärzten eine Homöopathie-Ausbildung auf höchstem Niveau zu bieten. Einen Humanmediziner mit der Zusatzausbildung Homöopathie können Interessierte über die Arztsuchen der ÖGHM und der ÄKH  ausfindig machen. Veterinärmediziner mit der Zusatzausbildung findet man hingegen mit der Arztsuche der ÖGVH.

Die homöopathische Taschenapotheke bei Volkskrankheiten

Eine Reiseapotheke mit den wichtigsten homöopathischen Arzneimitteln kann sowohl auf einem Strandurlaub, einer Wanderung durch die Berge als auch bei einem Städtetrip sehr hilfreich sein. Für den tagtäglichen Bedarf zuhause kann sich eine homöopathische Taschenapotheke zudem als gute Ergänzung zum Erste Hilfe Kasten bei der Behandlung akuter Beschwerden einfügen. Hierbei gilt es aber einige Dinge zu beachten, um Fehler in der Anwendung zu vermeiden.

Lagerung – wie transportiere ich homöopathische Arzneien?

Homöopathische Arzneien sind sehr sensibel, weshalb die richtige Aufbewahrung und der richtige Transport unerlässlich sind. Für die Reise empfiehlt sich eine praktische Schatulle bzw. ein Etui aus Kunststoff oder Leder, in dem sich die Glasröhrchen ideal verpacken lassen. Die Aufbewahrung sollte licht-, hitze- und strahlengeschützt sein. Bei Flugreisen ist es zudem ratsam, die Arzneien ins Handgepäck zu geben, damit diese schonend transportiert werden können.

Einnahme – was tun in Akutfällen?

Homöopathische Arzneimittel – egal, ob Komplexmittel oder Einzelmittel – eignen sich sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Die Seite homöopathie-hilft.at bietet hierfür eine hilfreiche Liste mit bewährten Indikationen an, wo schnell und einfach unter den jeweiligen Symptomen die Arznei für gesundheitliche Beschwerden ausgewählt werden kann und auch Tipps zur Einnahme gegeben werden.

Im Falle einer Erkrankung gilt allerdings: 5 Globuli einfach in einem viertel Liter Wasser auflösen und alle 15 Minuten davon ein Schluck trinken. Sobald sich eine Besserung erkennbar macht, kann die Einnahme gestoppt werden.

Grenzen der Selbstmedikation

Die Selbstmedikation hat aber selbstverständlich auch hier Grenzen: Sollten sich die Beschwerden nicht sofort verbessern oder sogar eine Verschlechterung eintreten, ist es absolut erforderlich, sofort einen Arzt mit der Zusatzausbildung Homöopathie aufzusuchen. Bei schweren und/oder chronischen Krankheiten ist ein ebenso vorsichtiges Vorgehen notwendig, nicht zuletzt, weil sich die jeweiligen Modalitäten einer Reise (Klima, Kulinarik etc.) unterschiedlich von Person zu Person auswirken können. Bei Bestehen schwerer und/oder chronischer Krankheiten sollte unbedingt vor der Reise ein Arzt mit der Zusatzausbildung Homöopathie aufgesucht werden, um eine individuelle Reiseapotheke zusammenstellen zu können.

Inhalt der Taschenapotheke – welche Arzneien sollten drin sein?

Homöopathie Taschenapotheke - © Initiative Homöopathie hilft
© Initiative Homöopathie hilft

Auf ihrer Website empfiehlt die ÖGHM 15 Standardarzneimittel, welche sich für die Verwahrung in einer Taschenapotheke eignen und für unterschiedlichste Beschwerden geeignet sind. Zu diesen Arzneien zählen folgende:

  • Aconit bei Infekten
  • Apis bei Insektenstichen aber auch Kontakt mit Quallen
  • Arnica bei Blutungen durch oberflächliche Verletzungen
  • Arsenicum album bei Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, starke Schwäche mit Angst
  • Bryonia bei Hexenschuss und Kreuzschmerzen, trockenem Husten mit stechenden Schmerz, alle Beschwerden werden durch Bewegung verschlimmert
  • Cantharis bei Blasenentzündung mit brennenden Schmerzen
  • Belladonna bei Sonnenstich und Fieber mit viel Schweiß
  • Cocculus bei Reisekrankheit mit Schwindel
  • Dulcamara bei Ohrenschmerzen durch die Klimaanlage, Blasenentzündung als Folge von nassem Badeanzug
  • Ferrum phosphoricum bei Fieber mit wenig Schweiß, häufigem Nasenbluten
  • Hepar sulfuris bei Halsweh nach Zugluft oder Kälteeinwirkung, Entzündung mit oberflächlicher Eiterung
  • Ledum bei Insektenstichen oder anderen Stichverletzungen die sich entzünden
  • Nux vomica nach zu viel Essen oder Alkohol sowie grippaler Infekt mit krampfhaften Magen-, Darmbeschwerden.
  • Rhus toxicodendron nach Verrenkung, Verheben und Überanstrengung, oft nach Durchnässung und Abkühlung: Hexenschuss. Die Schmerzen werden durch Bewegung besser.
  • Veratrum album nach Kreislaufkollaps, Brechdurchfall, Schwindel

Sämtliche homöopathischen Arzneien werden in der Dosierung C30 angeführt und decken die gängigsten Beschwerden und Krankheiten ab. Gerade auf Reisen sollten diese in keiner Taschenapotheke fehlen, da sie schnell und einfach Linderung verschaffen.

Im Gespräch: Dr. med. Erfried Pichler über die „Faszination Homöopathie” und seine Zukunftsvisionen

Bereits seit 1993 ist Dr. med. Erfried Pichler Teil des Teams der Österreichischen Gesellschaft für homöopathische Medizin. Von 2012 bis 2018 war er sogar Präsident der ÖGHM und bis 2022 verstärkte er den Vorstand der ÖGHM.
Wie er zur Homöopathie gekommen ist, was ihn daran fasziniert und welche Zukunftsvisionen er für die Profession hat, erzählt er uns in einem ganz persönlichen Interview.

Wie haben Sie persönlich zur Homöopathie gefunden?

Erfried Pichler: „Vor mittlerweile 40 Jahren bin ich durch einen älteren Studienfreund darauf gestoßen. Meine Ausbildung habe ich dann bei Prof. Dr. Mathias Dorcsi in Baden begonnen.

Von Beginn an war ich fasziniert durch die erfolgreiche Behandlung einer bereits jahrelang bestehenden Fußsohlenwarze bei einer Bekannten. Daraufhin folgte die Integrierung der homöopathischen Medizin in die damalige Kassenpraxis. 1993 wurde ich Mitglied des Lehrerteams der ÖGHM und sieben Jahre später in den Vorstand berufen. 2012 wurde ich zum Präsident der Gesellschaft gewählt, diese Tätigkeit führte ich dann auch bis in das Jahr 2018 aus.”

Was sind Ihre Ziele, Visionen, Missionen?

Erfried Pichler: „Das große Ziel war die Integrierung der Homöopathie in das österreichische Gesundheitssystem – eben nach Schweizer Vorbild. Trotz aller Anstrengungen ist dies bis dato aber nicht gelungen. Erreichen konnten wir aber eine gute Zusammenarbeit der österreichischen homöopathischen Gesellschaften, ebenfalls auch mit den schweizerischen und deutschen Gesellschaften.

Unser Augenmerk liegt nun vor allem auf der Aktivierung der Österreicher:innen, die eine gute Beziehung zur Homöopathie haben. Laut verschiedensten Meinungsumfragen sind das über 60 %. Darüber hinaus plädieren über 80 % der Bevölkerung für eine Integrative Medizin, also die Zusammenarbeit von konventioneller und komplementärer Medizin. Wir sind aber die ,leiseste’ Mehrheit – und das muß sich ändern. Diese Veränderungen werden nur möglich sein, wenn die Bevölkerung dies auch lautstark verlangt. Nur dann werden Politiker und andere Entscheidungsträger sich unserer guten Sache annehmen. Die Initiative: Homöopathie hilft! ist hierfür eine gute und wichtige Basis.”

Dr. med. Erfried Pichler über die „Faszination Homöopathie” und seine Zukunftsvisionen
Dr. med. Erfried Pichler über die „Faszination Homöopathie” und seine Zukunftsvisionen © beigestellt

Was war Ihr emotionalstes Patientenerlebnis? Inwiefern hat Homöopathie bei diesem eine Rolle gespielt?

Erfried Pichler: „Vor knapp 20 Jahren war ein damals achtjähriger Junge aufgrund eines Augentumors in der Kinderonkologie in Klagenfurt sowie in Graz in Behandlung. Die schulmedizinische Behandlung wurde zwar erfolgreich abgeschlossen, der Junge wies danach allerdings eine hochgradige Sehschwäche auf. Nach wenigen Wochen in ausschließlich homöopathischer Therapie war es ihm möglich, bereits die Straßenschilder auf dem Weg ins Krankenhaus zu lesen. In weiterer Folge war er sogar wieder dazu fähig, Zeitungen zu lesen und am Unterricht in der Schule normal teilzunehmen.”

Woran erkennt man Ihrer Erfahrung nach einen guten Homöopathen?

Erfried Pichler: „Nach dem Medizinstudium absolviert der/die homöopathische Arzt/Ärztin eine dreijährige Ausbildung, welche mit einer Prüfung abgeschlossen wird. Danach erfolgt die Verleihung des Homöopathie-Diploms der Österreichischen Ärztekammer. Wie in allen Berufen spielt natürlich auch die Erfahrung eine große Rolle, um den Patienten zielführend helfen zu können.”

Wo kann man gut ausgebildete Homöopathen ausfindig machen?

Erfried Pichler: „Diese können auf der Website der Österreichischen Gesellschaft für homöopathische Medizin gefunden werden. Auch durch die Arztsuch-Funktionen der „Initiative: Homöopathie hilft“, der Österreichischen Ärztekammer und der ÄKH sowie – für Veterinärmediziner – ÖGHV findet man ausgebildete Homöopathen.”

Inwiefern hat sich die Homöopathie seit Samuel Hahnemann entwickelt und wie wird sie sich Ihrer Ansicht nach weiterentwickeln?

Erfried Pichler: „Samuel Hahnemann hat am Ende seiner Schaffensperiode Patienten mit ca. 130 Arzneien behandelt. Heute kennen wir mehrere tausend Arzneien, wobei 700 bis 1.000 häufiger verwendet werden. Die breite und komplementäre Anwendung der homöopathischen Medizin sollte auch hier in Österreich zur Integrierung ins Gesundheitssystem und damit zur gleichberechtigten Therapieform neben der Schulmedizin führen, wie es auch in der Schweiz bereits der Fall ist.”

Warum werden die Ergebnisse der homöopathischen Grundlagenforschung in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen?

Erfried Pichler: „Der Großteil an hilfesuchenden, kranken Menschen interessiert sich kaum für die Theorie. Diese sind vorwiegend auf der Suche nach Linderung bzw. Heilung von ihren Krankheiten. Daher ist die Praxis weit mehr in den Vordergrund gerückt als die Forschung. Auch bei der konventionellen Medizin wird so vorgegangen. Leider sind uns die Medien zurzeit nicht sehr gewogen. Es werden daher kaum unsere großartigen Forschungsergebnisse medienwirksam veröffentlicht. Doch mein größtes Anliegen ist die offizielle Anerkennung der Homöopathie in Österreich.”

Wo besteht bei der Homöopathie weiterer Forschungsbedarf und welche Projekte sind von Ihrer Seite für die Zukunft geplant?

Erfried Pichler: „Meiner Ansicht nach gibt es bereits genügend Forschungen, dank denen positive Ergebnisse bezüglich der Wirksamkeit von Homöopathie nachgewiesen werden konnten. Wichtig ist hier vor allem, diese der Öffentlichkeit bekannt zu machen und zu verankern.”

Was wäre Ihr größter Wunsch für die Profession Homöopathie?

Erfried Pichler: „Mein größtes Anliegen ist die offizielle Anerkennung der Homöopathie in Österreich. So, wie es sie bereits in der Schweiz, in Belgien, in Indien usw. gibt. Dazu müssen alle, Patient:innen und Ärzt:innen, sich zusammenschließen und vehement dafür eintreten. Mit Initiative: Homöopathie hilft! ist eine ausgezeichnete Informationsquelle vorhanden, die uns auf diesem Weg sicher bestens unterstützen kann.”

Welchen Rat würden Sie heute jemandem mit auf den Weg geben, der sich dazu entschließt, Homöopath zu werden?

Erfried Pichler: „Wichtig hierbei ist es vor allem, so früh wie möglich mit der Ausbildung zu beginnen und die Homöopathie von Beginn an in den Therapiealltag zu integrieren. In der Praxis sind die Patienten die besten Lehrer. Ich bin dankbar dafür, dass viele verblüffende Behandlungserfolge durch die homöopathische Medizin erzielt werden.”

Wir bedanken uns für das Gespräch!

Erfried Pichler: „Heute kennen wir mehrere tausend Arzneien, wobei 700 bis 1.000 häufiger verwendet werden. Die breite und komplementäre Anwendung der homöopathischen Medizin wird auch hier in Österreich zur Integrierung ins Gesundheitssystem und damit zur gleichberechtigten Therapieform neben der Schulmedizin führen, wie es auch in der Schweiz bereits der Fall ist.” © AdobeStock_304948938
Samuel Hahnemann hat am Ende seiner Schaffensperiode Patienten mit ca. 130 Arzneien behandelt. Heute kennen wir mehrere tausend Arzneien, wobei 700 bis 1.000 häufiger verwendet werden. © AdobeStock_304948938